Beobachtungen von Christian Frietsch
Lichtentaler Allee am Samstagmorgen – Jouer aux boules, c'est sympa

Beobachtungen von Christian Frietsch
30.10.2023, 00:00 Uhr
Baden-Baden Die Lichtentaler Allee erlebt schon mehr als drei Jahrhunderte das Auf und Ab der Geschichte. Nachzulesen ist auf der von der Stadtverwaltung finanzierten Geschichtsseite, dass die Geburtsstunde der Lichtentaler Allee im Jahre 1655 gewesen sei, als eine Eichenallee vor dem historischen Theater angelegt wurde.
Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts sei die Allee «zu einer 3,5 Kilometer langen Prachtstraße vom Hotel Badischer Hof bis zum Zisterzienserinnenkloster in Lichtental» geworden. Nicht so ganz präzise ist dies, denn die Allee vom Badischen Hof bis zur Fieser-Brücke führt als «Kaiserallee» einen eigenen Namen.
Wie dem auch sei. Irgendwie bleibt in den beiden Alleen die Zeit stehen. Wie schön ist die Illusion der heilen Welt. Dies ist so ganz ohne Doppeldeutigkeit oder Ironie gemeint. Einige Stunden in einer heilen Welt sind in diesen Tagen und Monaten schon deshalb notwendig, um die Nachrichten aus der wahren Welt halbwegs zu ertragen. So ist ein morgendliches Flanieren durch die Lichtentaler Allee eine Therapie. Auch wenn seit Kriegsbeginn die Sprachen des Ostens die Sprachen des Westens an den Rand gedrängt haben auf dem langen Weg vom Theater bis zum Kloster Lichtental. Gleich neben den Tennisplätzen halten dann aber doch einige Franzosen die französische Trikolore hoch und lassen die Boule-Kugeln durch die Allee fliegen. Jouer aux boules, c'est sympa!
Christian Frietsch ist Herausgeber von goodnews4.de. Über Post freut er sich: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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