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Schwierige Zeiten für den FKB

Neuer Rückschlag für Flughafen Karlsruhe Baden-Baden – „Wahrscheinlich nur 35 bis 40 Prozent Passagiere“ – FKB-Chef Manfred Jung: „Am Samstag 350 Passagiere, die verpflichtend getestet werden mussten“

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goodnews4-AUDIO-Interview von Reyhan Celik mit Manfred Jung

Bild Christian Frietsch Bericht von Christian Frietsch
18.08.2020, 00:00 Uhr



Baden-Baden Noch wirkt sich die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes nicht auf den Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden aus, «weil ja auch die Menschen, die im Moment in Mallorca Urlaub machen, ja wieder zurückkommen müssen», beschreibt Manfred Jung im goodnews4-AUDIO-Interview die Lage auf dem Flughafen FKB vor den Toren Baden-Badens. Zu seinen Aufgaben als Flughafen-Chef hat Manfred Jung nun auch eine medizinische Seite zu koordinieren wegen der Tests, die nun verpflichtend vorgeschrieben sind.

«Am Samstag hatten wir 350 Passagiere, die verpflichtend getestet werden mussten», doch «ruckzuck geht das nicht, für 100 Passagiere dauert das schon rund eine Stunde», schätzt Manfred Jung den möglichen zusätzlichen Aufenthalt für Passagiere ein, die sich laut Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums innerhalb von 72 Stunden nach Ankunft aus einem Risikogebiet testen lassen müssen. Das kann am Flughafen geschehen, aber auch beim Hausarzt oder bei einer beliebigen Corona-Teststelle.

Nach dem nun drohenden neuen Teil-Lockdown müssen die Flughafenbetreiber erneut rechnen: «Im Juli hatten wir rund 35 Prozent, die wir sonst im Juli hatten. Im Moment waren wir im August auf einem recht guten Weg, dass wir knapp 50 Prozent der Passagiere hätten kriegen können, die wir im August 2019 hatten», berichtet Manfred Jung im goodnews4-AUDIO-Interview. Durch die Ausweitung der Risikogebiete werde diese Zahl nun doch nicht erreicht werden. Es sei wahrscheinlich, «dass wir eher bei diesen 35 bis 40 Prozent der Passagiere bleiben, die wir sonst gehabt hätten», erwartet Manfred Jung einen neuen Rückschlag von der Erholung des Corona-Lockdowns.


Abschrift des goodnews4-AUDIO-Interviews von Reyhan Celik mit Manfred Jung, Geschäftsführer Baden-Airpark GmbH:

goodnews4: Die Corona-Pandemie begleitet uns weiterhin. Nun gilt seit Freitag eine neue Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Spanien, besonders betroffen von dieser Entscheidung ist wahrscheinlich Mallorca. Wie wirkt sich das denn auf die Flugpläne des FKB aus?

Manfred Jung: Direkt auf die Flugpläne nicht, aber wir haben ja den Auftrag, allen ankommenden Passagiere auf dem Gelände des Flughafens einen Corona-Test anzubieten. Wir haben die Fläche dafür zur Verfügung gestellt. Die Kassenärztliche Vereinigung macht die Untersuchung und von daher wird die Anzahl der Passagiere, die das Angebot annehmen, gerade jetzt durch Spanien, wie Sie es gesagt haben, deutlich mehr.

goodnews4: Also wird es keine Streichungen von Flügen geben?

Manfred Jung: Bisher nicht, weil ja auch die Menschen, die im Moment in Mallorca Urlaub machen, müssen ja wieder zurückkommen können, also von daher brauchen wir die Flüge. Aber wir gehen davon aus, aber das wird sich erst im Laufe der Woche zeigen, dass weniger dann wieder hinfliegen.

goodnews4: Übers Wochenende hatten Sie keine Passagiere, die gesagt haben: «Wir fliegen doch nicht»?

Manfred Jung: Das kann ich Ihnen so nicht sagen, weil es gibt ja immer sogenannte «No-shows». Warum die nicht gekommen sind, das müssen uns die nicht erklären.

goodnews4: Können Sie schon grobe Zahlen nennen für die wirtschaftlichen Konsequenzen des Flughafens?

Manfred Jung: Gut, das war jetzt unabhängig von Spanien, dass wir im Juli so rund 35 Prozent der Passagiere hatten, die wir sonst im Juli hatten. Im Moment waren wir im August auf einem recht guten Weg, dass wir hätten knapp 50 Prozent der Passagiere kriegen können, die wir im August 2019 hatten. Wir gehen wir davon aus, dass durch die Ausweitung der Risikogebiete, wird diese Zahl auch nicht erreicht werden kann, dass wir wahrscheinlich eher bei diesen 35 bis 40 Prozent der Passagiere bleiben, die wir sonst gehabt hätten.

goodnews4: Wie hat sich denn das Corona-Testangebot am Flughafen eingespielt, es läuft ja jetzt schon seit bisschen mehr als einer Woche?

Manfred Jung: Das läuft jetzt, genau, eine gute Woche.

goodnews4: Und wie hat sich das eingespielt?

Manfred Jung: Das hat sich gut eingespielt, Stück für Stück. Wir unterstützen mit unseren Mitarbeitern bei der Datenerfassung, weil wir sind ja in Deutschland, wir machen ja ganz viele Formulare. Und danach geht der Kunde dann zum Test und dann wird das Stäbchen und das Formular in das Labor geschickt und von da geht es dann an das Gesundheitsamt und dann wird der Kunde informiert.

goodnews4: Haben Sie eine Größenordnung, wie viele am Tag getestet werden am Flughafen FKB?

Manfred Jung: Normal habe wir ein bis zwei Flüge, also 100 bis 200, gehabt bis dann Spanien dazu kam, also Barcelona war ja schon, aber Mallorca, sodass wir jetzt am Samstag 350 Passagiere hatten, die verpflichtend getestet hätten werden müssen.

goodnews4: Wie sieht das dann für die Passagiere aus? Müssen die dann lange anstehen oder geht das ruckzuck?

Manfred Jung: Ruckzuck geht das nicht, weil es müssen ja die Daten erfasst werden. Also für so 100 Passagiere dauert das schon rund eine Stunde.

goodnews4: Gibt es für die Fluggäste auch andere Möglichkeiten oder müssen die tatsächlich am Flughafen getestet werden, sobald sie ankommen?

Manfred Jung: Nein, die Verpflichtung der Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums ist innerhalb von 72 Stunden nach Ankunft aus einem Risikogebiet müssen sie sich verpflichtend testen lassen. Das kann am Flughafen geschehen, das kann aber auch über den Hausarzt oder bei einer sonstigen Corona-Teststelle zum Beispiel in Baden-Baden oder im Landkreis Rastatt, geschehen.

goodnews4: Dann bedanke ich mich für das Interview, Herr Jung.

Manfred Jung: Gerne, schönen Tag noch. Wiederhören.

Das Interview führte Reyhan Celik für goodnews4.de.

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goodnews4-AUDIO-Interview von Reyhan Celik mit Manfred Jung


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