26 Sirenen werden getestet

Sirenen heulen ab heute in Baden-Baden – Digitale Warntöne versagten im Ahrtal

Sirenen heulen ab heute in Baden-Baden – Digitale Warntöne versagten im Ahrtal
26 Sirenen gibt es in Baden-Baden. Foto: Archiv

Baden-Baden, 15.07.2026, 11:12 Uhr, Bericht: Redaktion Ab heute heulen die Sirenen in Baden-Baden zur Probe, teilt die Stadtwerke Baden-Baden mit.

Die Stadtwerke testen im Laufe dieser Woche von heute bis Freitag alle Sirenen im Stadtkreis. 26 Sirenen werden kurz aufheulen, um deren Funktionsfähigkeit zu überprüfen, teilt der Eigenbetrieb der Stadt Baden-Baden mit.

Sirenen haben etwas gemeinsam mit dem Bargeld. Digitale Systeme sind störanfällig und unzuverlässig. Zu einem Desaster führte der Testlauf im September 2020. Digitale Warntöne über wie Apps NINA oder KATWARN erreichten wegen technischer Überlastungen oft erst mit stundenlangen Verspätungen an. Bei der Flutkatastrophe im Ahrtal mussten über 180 Menschen sterben. Ein Grund war das Versagen der digitalen Alarmierung in der Katastrophennacht. Wie man heute weiß, war es eine große Naivität der Bundespolitiker, die 1993 Sirenennetze bundesweit abbauen ließen. Einen Krieg oder andere militärische Bedrohungen hielt man für nicht mehr wahrscheinlich. Andere Kommunikationswege, um die Bevölkerung zu warnen, wurden überschätzt.

 

Glücklicherweise übernahmen viele Städte und Gemeinden die Sirenen-Anlagen jedoch in Eigenregie, um weiterhin zu alarmieren. Schwere Naturkatastrophen und fragile bekannte militärische Sicherheitslagen führten schließlich zu einer grundsätzlichen Korrektur der nationalen Sicherheitssysteme.

Und zum Bargeld: Ausgerechnet Schweden, Vorreiter der bargeldlosen Gesellschaft, vollzieht eine Kehrtwende. Seit dem 1. Juli dieses Jahres gilt ein neues Bargeldgesetz. Nach den Erfahrungen mit Sabotage und Cyber-Bedrohungen sichert sich Schweden gegen den Ausfall digitaler Infrastrukturen ab. Fällt Internet oder Strom aus, ist das Bargeld eine Rückfallebene für das Überleben der Versorgung.




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