Noten-Panne
100 falsche Abiturzeugnisse – Angeblich Softwarefehler – Baden-Baden nicht betroffen

Stuttgart, 28.07.2026, Bericht: Redaktion Bei landesweit rund 100 Schülerinnen und Schülern in Baden-Württemberg wurden fehlerhafte Abiturzeugnisse ausgestellt, dies teilte das Kultusministerium mit.
In etwa rund 70 Fällen hat dies Auswirkungen auf die Abiturschnitte. In fast allen Fällen sei der Schnitt fälschlich zu gut berechnet worden. An 54 Schulen im Land sind jeweils einzelne Zeugnisse hiervon betroffen. Schulen in Baden-Baden und Rastatt sind nicht betroffen.
Bei den Zeugnissen, in denen der Abiturschnitt falsch ausgewiesen wurde, liegen die Notenabweichungen in den allermeisten Fällen im Bereich von einem oder zwei Zehntel. In wenigen Fällen gehe es darüber hinaus. Die Schulen seien dabei, bei den betroffenen Abiturientinnen und Abiturienten die Korrektur der fehlerhaften Zeugnisse vorzunehmen. Dadurch verändern sich in diesen Fällen die Abiturdurchschnittsnoten, aber in allen Fällen wird trotzdem das Abitur bestanden.
Das Kultusministerium stehe mit dem Wissenschaftsministerium in engem Austausch, «um für die Absolventinnen und Absolventen pragmatische Anpassungen der Abiturnoten im laufenden Bewerbungsverfahren für Studienplätze zu ermöglichen», heißt es aus dem Kultusministerium, das für die betroffenen Bewerberinnen und Bewerber eine direkte Anlaufstelle eingerichtet hat. Den Schülerinnen und Schülern werde der Kontakt über ihre Schulen mitgeteilt.
Ursache sei ein Programmierfehler in der Software Winprosa des kommerziellen Anbieters «cmh», die an diesen Schulen zur Verwaltung und Planung der gymnasialen Oberstufe eingesetzt wurde. Die vom Land bereit gestellte Schulverwaltungssoftware ASV-BW sei hiervon nicht betroffen. Die überwiegende Zahl der Gymnasien in Baden-Württemberg habe die Abiturnoten mit Winprosa berechnet. Auch an den meisten dieser Schulen seien trotzdem keine Fehler aufgetreten.
29.000 Abiturienten und Abiturienten haben in diesem Schuljahr an allgemein bildenden Schulen ihr Abitur gemacht. Insgesamt gibt es in Baden-Württemberg 457 öffentliche und private Gymnasien und 14 Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe. Die Vorbereitung für einen Abiturjahrgang beginnt an den Schulen bereits zwei Jahre vor dem Abitur mit dem Eintritt der Schülerinnen und Schüler in die Kursstufe. Spätestens im Februar beginnt mit der Festlegung der Fächer der mündlichen Abiturprüfung die konkrete organisatorische Vorbereitung.
Für das kommende Schuljahr werde für alle neuen Kurstufen sichergestellt, dass alle öffentlichen Gymnasien und Gemeinschaftsschulen die Schulverwaltungssoftware des Landes vollumfänglich auch im Bereich der Kursstufe und des Abiturs nutzen. Parallel werde das Kultusministerium zusammen mit dem für die Landes-Software zuständigen Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg den Prozess zur Weiterentwicklung der Landes-Software forcieren, um die Handhabbarkeit attraktiver auszugestalten.
Die fehlerhaften Berechnungen seien mittels einer vom Kultusministerium nach Bekanntwerden einer fehlerhaften Berechnung an einem Gymnasium veranlassten Überprüfung festgestellt worden. Die Schulabteilungen der Regierungspräsidien hielten dabei alle Gymnasien im Land, die im Bereich der Kursstufe Winprosa nutzten, zu umfassender Prüfung und Meldung fehlerhafter Abiturzeugnisse an.
Betroffene Schulen:

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