Zeugen gesucht

Ausländerfeindliche Parolen in Lichtentaler Allee – Farbschmierereien am berühmten Hirtenhäuschen

Ausländerfeindliche Parolen in Lichtentaler Allee – Farbschmierereien am berühmten Hirtenhäuschen
Unbekannte haben das Hirtenhäuschen in der Lichtentaler Allee mit ausländerfeindlichen Parolen beschmiert. Foto: goodnews4-Leser

Baden-Baden, 14.09.2026, 15:50 Uhr, Bericht: Redaktion Bislang unbekannte Täter haben zwischen Samstag, 18 Uhr, und Sonntag, 8 Uhr, die Fassade es Hirtenhäuschens in der Lichtentaler Allee mit mehreren Schriftzügen und Symbolen beschmiert, berichtet das Polizeipräsidium Offenburg.

Im Hirtenhäuschen, ist auch ein Kiosk mit einem Bewirtungsangebot untergebracht. Unter anderem wurden ausländerfeindliche Parolen und Zahlenkombination mit schwarzer Farbe aufgesprüht. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 1.500 Euro geschätzt.

Konkrete Hinweise auf die Verantwortlichen liegen derzeit nicht vor. Die Beamten des Polizeireviers Baden-Baden haben die Ermittlungen aufgenommen und bitten Zeugen, die Hinweise zum Vorfall haben, sich unter der Telefonnummer 07221 680-0 zu melden.

 

Das Hirtenhäuschen in Baden-Baden ist ein unter Denkmalschutz stehendes historisches Fachwerkhaus aus dem Jahr 1793. Gelegen an der Lichtentaler Allee direkt gegenüber der Kettenbrücke. Das kleine Häuschen diente Hirten, die auf der Klosterwiese mit ihren Schafen unterwegs waren. Zu historischer Bedeutung stieg das kleine Anwesen auf, als sich König Wilhelm I. und Augusta Spaziergängen dorthin zurückzogen. Wilhelm I. habe das Hirtenhäuschen im Jahr 1859 von einem Bauern für 2000 Gulden abgekauft, ist in kaiserlichen Dokumenten nachzulesen. In die weltweiten Schlagzeilen geriet das kleine Häuschen am 14. Juli 1861. Nur etwa 150 Meter entfernt wurde Wilhelm I. Opfer eines Attentats. Der König wurde dabei nur leicht verletzt und in das Hirtenhäuschen in Sicherheit gebracht. Seit 1893 gehört das Gebäude den Bürgern der Stadt Baden-Baden.

Weitere Informationen

In der rechtsextremen Szene steht die Zahl 1161 als Code für «Anti-Antifaschistische Aktion» kurz: Anti-Antifa.
Die Ziffern übersetzen sich anhand der Stellung der Buchstaben im Alphabet (1 = A, 1 = A, 6 = F, 1 = A) in die Abkürzung AAFA. Der Code drückt eine explizite Feindseligkeit gegenüber Antifaschisten und der linken Szene aus. Er wird als direktes Gegenstück zum in der linken Szene verbreiteten Code 1312 (ACAB – «All Cops Are Bastards») oder klassischen Antifa-Symbolen genutzt, rechtsextreme Gruppierungen nutzen die Zahl auf diversen Portalen auf Kleidung sowie als Graffiti oder Aufkleber im öffentlichen Raum, um ihre Gesinnung für Insider erkennbar zu machen und gleichzeitig strafrechtliche Konsequenzen zu umgehen.




Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.