Sparmaßnahmen und Klinikpläne

Baden-Baden lebt von Gesundheit und Tourismus – Badeärztin Tilemann: „Wir lassen ohne Wimpernzucken Arbeitsplätze bei SWR und Klinik abziehen“

Baden-Baden lebt von Gesundheit und Tourismus – Badeärztin Tilemann: „Wir lassen ohne Wimpernzucken Arbeitsplätze bei SWR und Klinik abziehen“
Der Badeärztliche Verein Baden-Baden setzt sich für den Klinikstandort Baden-Baden ein. Foto: Archiv

Baden-Baden, 19.05.2025, Bericht: Redaktion Mit einer Pressemitteilung geht der Badeärztliche Vereins Baden-Baden e.V. auf die beiden miteinander verwobenen Themen Klinik-Standortfrage und finanzielle Notlage der Stadt ein.

In der von der Vorsitzenden Irmgard Tilemann unterzeichneten Stellungnahme erinnert der Badeärztliche Verein daran, dass die Stadt Baden-Baden «seit über 2.000 Jahren vorwiegend von Gesundheit und Tourismus» lebt.

Mitteilung des Badeärztlichen Vereins Baden-Baden e.V. vom 18. Mai 2025 im Wortlaut:

Mit Aufmerksamkeit verfolgen die im Verein organisierten Ärzte die Entwicklungen der Stadt. Zurzeit stehen vor allem das finanzielle Desaster der Stadtkasse und der Kampf um den künftigen Klinikstandort Rastatt versus Baden-Baden im Fokus.

 

Unseres Erachtens sind die oben angesprochenen Dinge eng miteinander verknüpft! Die Stadt Baden-Baden lebt seit über 2.000 Jahren vorwiegend von Gesundheit und Tourismus. Viele Einnahmen und Steuern sind über diesen Wirtschaftszweig verknüpft: Dienstleistungen, Handwerk, Bau, Gastronomie, Handel, Kulturveranstaltungen, Flugplatz, ÖPNV und vieles mehr. Baden-Baden hat kaum Industrie und Gewerbe, welches nicht vom Wirtschaftszweig Gesundheit und Tourismus abhängt. Wir haben keine Großindustrie (Bosch, Daimler, Schaeffler o.a.) wie unsere Nachbarstädte. Wir lassen ohne Wimpernzucken Arbeitsplätze beim SWR und der Klinik abziehen, wir sind uns zu gut für Amazon ...

Die Stadt hat die Zahl ihrer Mitarbeiter kräftig angehoben, anstatt alle Kraft in Ökonomisierung und Digitalisierung zu stecken. Ein leichtfertiger Affront gegen die Arbeitnehmer, die jetzt vielleicht wieder gehen müssen, weil man die Löhne nicht bezahlen kann!

Die Stadt fordert alle Bürger auf, über Einsparmöglichkeiten nachzudenken. Hier wird ein bisschen Theater weggeschnippelt, dort ein bisschen Eintrittspreise erhöht, dort Veranstaltungen gestrichen, Gewerbe- und Grundsteuer erhöht.

Bitte, liebe Stadt, schnippelt nicht aus Versehen an unserer Lebensgrundlage: Gesundheit und Tourismus!

Für die Badeärzte unverständlich ist zum Beispiel das freiwillige Verlagern des Klinikstandorts nach Rastatt, mit aller nachfolgenden Wertschöpfung (Personal, Wohnungen, Verpflegung, Wäsche, Handwerk, Ausbau ÖPNV, und vieles mehr). Vor allem wichtig: der Neubau in Rastatt soll nach offiziellen Berechnungen des KMB um 700 Millionen Euro kosten. In Baden-Baden ist eine Klinik mit der gleichen Bettenanzahl wie in Rastatt geplant nach Meinung eines Fachmanns für Klinikplanung für 350 Millionen zu haben. Hier kann man, anstatt zu Schnippeln, einen großen Schnitt machen!

Für den Badeärztlichen Verein Baden-Baden e.V.
Dr. I.J. Tilemann
1. Vorsitzende




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