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Leopoldsplatz-Fest am Wochenende

Baden-Badener OB Mergen übt Einsicht bei Leo-Affäre – "Kritisch geworden bei den Angeboten" – Matthias Vickermann zum Leo-Fest: "Alle atmen tief durch"

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goodnews4-VIDEO-Interviews von Nadja Milke mit Margret Mergen und Matthias Vickermann

Baden-Baden, 13.04.2019, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Wenn heute und morgen das Leopoldsplatz-Fest und der verkaufsoffene Sonntag viele Besucher auch mit dem Auto nach Baden-Badener lockt, werden diese vermutlich erstmal Schlange stehen, um in die Innenstadt zu gelangen oder dort einen Parkplatz zu finden. Ein Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel ist anzuraten, aber auch keine Garantie für einen flüssigen Transport an den Leo. In die Party-Stimmung des neu sanierten Leo mischt sich der Zweifel, ob die Gestaltung des Platzes dem hohen Standard Baden-Badens als Stadt der Künste und Kultur auch gerecht wird.

Auch die Affäre wegen illegaler Preisabsprachen, Korruption, Abhörmethoden und anderer Straftaten trüben die Partystimmung wohl etwas. Im goodnews4-VIDEO-Interview übte Oberbürgermeisterin Margret Einsicht im Vergleich zu ihrer bisherigen Position, nach der das Rathaus erst tätig werden wollte, wenn die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abgeschlossen sind.

«Das Verfahren läuft noch, die Staatsanwaltschaft ermittelt noch, hat sehr umfangreiches Material und wir sind natürlich sehr kritisch geworden bei den Angeboten in den letzten Jahren und haben zunehmend auch Ausschreibungen aufgehoben, wenn wir festgestellt haben, dass manchmal nur ein einziges Angebot vorlag oder manchmal zwei Angebote, die aber deutlich über unserer Kalkulation lagen.», Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch Recherchen und Berichte von goodnews4.de

Für das Leo-Fest ist die Rathaus-Chefin, trotz schwieriger Verkehrslage guter Dinge: «Ich glaube, es wird ein sehr munteres Programm.» Für Matthias Vickermann kommt nun die Zeit des Durchatmens für die Einzelhändler rund um den Leopoldsplatz: «Es hat ja auch keine Freude bereitet, zwei Jahre so eine Baustelle zu haben.» Ob viele tausend Euro für Werbung, auch aus der Tasche des Steuerzahler, nun helfen, den Einzelhandel in der Innenstadt richtig in Schwung zu bringen, wird man erst noch abwarten müssen, denn mit dem Leo ging eine Baustelle, aber andere Baustellen kamen und machen die Innenstadt zu einem schwer zu kalkulierende Pflaster nicht nur für die Autofahrer.


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Margret Mergen, Oberbürgermeisterin von Baden-Baden:

goodnews4: Eine aufregende Zeit der Sanierung des Leos ist vorüber. Was ist Ihr Resümee, was ist aus Ihrer Warte gut und was ist nicht so gut gelaufen?

Margret Mergen: Gut und richtig war, den Leoplatz jetzt nach 28 Jahren, nachdem er damals hergestellt wurde, komplett neu zu gestalten. Und wir haben − ich habe es immer beschrieben − den Keller nicht nur aufgeräumt, sondern komplett neu gebaut, beispielsweise ein richtiges Tunnelbauwerk für den Rotenbach, der unter dem Platz fließt, mit Kanälen für alle Leitungen, damit man auch in den nächsten Jahren ohne weiteres Reparaturen vornehmen kann und die Oberflächengestaltung. Die Bäume sind wieder aufgepflanzt, die Bänke sind wieder arrondiert, die schöne Treppe ist neu hergerichtet und instandgesetzt, wir haben wieder den Kiosk, aber in einer neuen Form. Und es war gut, dass wir das gemacht haben, auch wenn es 7,9 Millionen Euro gekostet hat einschließlich der Kosten der Stadtwerke und des Eigenbetriebs Umwelt.

goodnews4: Sind für Sie die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft tabu oder gibt es jetzt bereits Erfahrungen, aus denen das Rathaus bei der Vergabe von Bauaufträgen gelernt hat?

Margret Mergen: Das Verfahren läuft noch, die Staatsanwaltschaft ermittelt noch, hat sehr umfangreiches Material und wir sind natürlich sehr kritisch geworden bei den Angeboten in den letzten Jahren und haben zunehmend auch Ausschreibungen aufgehoben, wenn wir festgestellt haben, dass manchmal nur ein einziges Angebot vorlag oder manchmal zwei Angebote, die aber deutlich über unserer Kalkulation lagen. Wir sind nicht die einzige Stadt, die das tut, ich spreche mit meinen Kollegen in anderen Städten. Das hängt damit zusammen, dass wir, die öffentliche Hand, sehr viel investieren. Das tun die Städte, das tun die Länder, das tut der Bund, weil wir merken, nach 60, 70 Jahren ist vieles einfach sanierungsbedürftig – die Straßen, die Plätze, die Brücken, die Treppen, die Mauern – das ist jetzt einfach in die Jahre gekommen und das muss grundlegend saniert werden. Und auf der anderen Seite haben wir leider relativ wenige Baufirmen generell in Deutschland, die überhaupt noch freie Kapazitäten haben. Und wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot, treibt das die Preise in die Höhe. Das heißt, wir werden auch künftig nicht ausschließen können, Ausschreibungen aufzuheben, wenn es einfach deutlich über dem liegt, was wir eigentlich kalkuliert haben.

goodnews4: Jetzt wird gefeiert am Wochenende, das Kapitel Leo ist zumindest aus baulicher Sicht erstmal abgeschlossen. Auf was freuen Sie sich denn am meisten am Wochenende?

Margret Mergen: Ich glaube, es wird ein sehr munteres Programm und unsere ganzen Kultureinrichtungen der Stadt beteiligen sich – die Clara-Schumann-Musikschule, das Theater, die Philharmonie – das Ganze mit munterer Moderation. Wir werden Informationen auch zum öffentlichen Nachverkehr anbieten über den Karlsruher Verkehrsverbund, wir werden Blumensamentütchen verkaufen, wir werden diese Leo-Figur, wo man den Kopf durchstecken kann, versteigern. Vielleicht hat ja irgendeine Institution Lust zu sagen: Oh ja, das nehmen wir, das kaufen wir. Und der Erlös geht dann in das Projekt «Schulen für Afrika». Ich glaube, es wird einfach ein schönes Wochenende, unbeschwert und frühlingshaft, genau das Passende in der Vorosterzeit.

goodnews4: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Matthias Vickermann, Vorsitzender des Vereins Baden-Baden Innenstadt:

goodnews4: Für die Einzelhändler war es eine schwierige Zeit, die Sanierung des Leopoldsplatzes. Mussten denn manche Einzelhändler wie befürchtet auch das Handtuch werfen während der Sanierung, weil die Kunden ausgebleiben sind?

Matthias Vickermann: Also das Handtuch werfen wegen des Leopoldsplatzes, wegen der Baustelle, das war nicht der Fall. Aber ich glaube, für manche war es nochmal eine ganz düstere Zeit on top. Wir hatten ja vorher noch große Baustellen gehabt durch das Ausbleiben der russischen Kunden, worüber wir öfter schon gesprochen haben, aber die Leopoldsplatz-Baustelle hat einigen nochmal richtig zugetragen. Und es waren nicht nur die, die am Leopoldsplatz selbst ansässig sind, sondern viele schon in der Lichtentaler Straße, weil durch die Baustelle ist der Busverkehr für längere Zeit eingestellt worden und das haben viele gemerkt, die im Tagesgeschäft gerade auf die Busfahrenden angewiesen waren.

goodnews4: Wie ist denn jetzt die Stimmung unter den Einzelhändlern, wo die Bauarbeiten am Leopoldsplatz abgeschlossen sind?

Matthias Vickermann: Ich glaube, alle atmen wirklich mal tief durch und das nicht nur im geschäftlichen, sondern auch im privaten Sinne. Es hat ja auch keine Freude bereitet, zwei Jahre so eine Baustelle zu haben und es ist jetzt wirklich mal so eine Phase gekommen, wo man sagt ok… zum Schluss ging es dann doch, wie immer, auch schnell wieder rum, anfangs sagt man das geht noch ein Jahr oder ein halbes Jahr und dann merkt man doch wie schnell zwei Jahre vergehen und da setzen wir mit dem Fest am Wochenende auch ein schönes Beispiel, dass jetzt alle noch gemeinsam feiern können, das wird ein schönes Programm und dann ist das ganze Thema auch endlich ad acta gelegt.

goodnews4: Treten denn die Leo-Einzelhändler oder generell die Einzelhändler in der Baden-Badener Innenstadt auch gemeinsam auf mit einem Aufruf, einem Angebot, einer Motivation genau hier einzukaufen? Das war ja das große Thema der letzten Monate, das auch die Leo-Baustelle begleitet hat: Wie schafft man mehr Kunden in die Baden-Badener Innenstadt, wie macht man Baden-Baden als Shoppingstadt bekannter?

Matthias Vickermann: Ja, da sind wir natürlich auch ganz dankbar, oder ich gerade in meiner Person, dass der Gemeinderat da so gut zugestimmt hat und das unterstützt hat und wir diese Budgeterhöhung haben und wir jetzt auch endlich ein Budget haben, was uns immer gefehlt hat, um nicht nur die verkaufsoffenen Sonntage stattfinden zu lassen und die darzustellen mit dem Programm, sondern dass wir sie auch bewerben können, denn wir haben nichts davon, wenn wir die tollsten Veranstaltungen machen und dafür gerade das Geld haben, aber im Umkreis nicht sagen können: Schaut mal her, was Baden-Baden auch shoppingmäßig alles bietet! Also Hotellerie, Gastronomie, das Kulturelle, das ist vielen alles bewusst und bekannt, aber Baden-Baden wurde als Shoppingstadt auch nie so wahrgenommen. Es ist schon ein spezielles Angebot, was wir hier führen, aber ich glaube einfach dadurch, dass wir jetzt stark in die Werbung gehen können und das printmäßig, radiomäßig, können wir vielen Leuten bis zu eineinhalb Stunden Umkreis, das ist unser Zielgebiet, auch wirklich sagen, dass es sich lohnt, mal vorbeizukommen.

goodnews4: Was erwartet denn jetzt die Baden-Badener und die Gäste unserer Stadt am Wochenende bei der Leo-Einweihung?

Matthias Vickermann: Wir haben ein ganz spannendes Programm speziell für die Baden-Badener, das war uns ganz wichtig. Also viele Vereine und kulturelle Einrichtungen unterstützen dieses Event. Das Theater Baden-Baden wird kleine Comedyshows machen, es wird Darbietungen geben von der Musikschule, es wird eine Rock Band geben, auch von der Musikschule, der Musikverein Lichtental macht eine Darbietung. Also wir haben wirklich ein ganz tolles Programm, das sind pro Tag so acht bis zehn verschiedene Punkte, es wird eine Versteigerung geben, es wird einen Flashmob geben mit einer Fotografie aus der Höhe zum Thema der Herzen. Wir freuen uns darauf! Ich glaube, das wird ein kunterbunter Tag, es gibt verschiedene Stände, auch im kulinarischen Bereich, und ich glaube, die Leute werden alle auf ihre Kosten kommen, wenn das Wetter noch mitmacht, dann toi, toi, toi!

goodnews4: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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