Statistik
Baden-Württemberg wird immer älter – „Herausforderungen für die Rentenversicherung"

Stuttgart, 26.02.2025, Bericht: Redaktion Die Zahl der 65-Jährigen und Älteren könnte bis 2040 um etwa 550.000 zunehmen, rechnet das Statistische Landesamt vor. Die Bundestagswahl zeigte gerade welche Bedeutung welche Altersgruppe die Rentner und die kurz vor dem Rentenalter Stehenden haben.
24,9 Millionen der Wahlberechtigten waren bei der Bundestagswahl 60 Jahre alt oder älter, hat das Statistische Bundesamt vorgerechnet. Aber nur etwa 2,3 Millionen potenzielle Erstwähler, das sind 3,9 Prozent aller Wahlberechtigten stehen dieser großen Zahl der 60-plus-Gruppe gegenüber. Nun legt das Statistischen Landesamt Zahlen zu den «steigende Herausforderungen für die Rentenversicherung» vor.
Die Mitteilung des Statistischen Landesamts vom 25. Februar 205 im Wortlaut:
In Baden-Württemberg lebten Ende 2023 rund 2,38 Millionen Personen, die 65 Jahre oder älter waren. Die Zahl der älteren Frauen und Männer im Land hat damit seit der Jahrtausendwende um 42 Prozent zugenommen, während die gesamte Einwohnerzahl »nur« um 7 Prozent angestiegen ist. Bereits bis zum Jahr 2030 könnte sich die Zahl der Menschen im Alter von 65 und mehr Jahren nochmals um annähernd 340 000 (+14 Prozent) erhöhen, bis 2040 sogar um rund 550 000 (+23 Prozent), so das Statistische Landesamt. Der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung wird dadurch von derzeit 21 Prozent bis 2040 auf voraussichtlich 25 Prozent ansteigen.
Diese Entwicklung hin zu immer mehr älteren Menschen ist vor allem auf die Altersstruktur der Bevölkerung, aber auch auf die stetig steigende Lebenserwartung zurückzuführen: Ein neugeborener Junge kann heute in Baden-Württemberg auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von knapp 80 Jahren hoffen, ein neugeborenes Mädchen sogar auf rund 84 Jahre. Damit liegt die Lebenserwartung Neugeborener nach Angaben des Statistischen Landesamtes um gut 9 Jahre bei den Frauen bzw. um rund 11 Jahre bei den Männern höher als Anfang der 1970er-Jahre.
Die steigende Zahl älterer Menschen im Südwesten wird nicht zuletzt für die Rentenversicherungssysteme weitere Herausforderungen mit sich bringen. Denn der Zahl potentieller Rentenempfänger steht mittelfristig eine abnehmende Bevölkerungszahl im erwerbsfähigen Alter gegenüber: Derzeit kommen 36 Personen im Alter von 65 und mehr Jahren auf 100 Personen im Alter von 20 bis unter 65 Jahre, die vereinfacht der Bevölkerung im Erwerbsalter zugerechnet werden können. 1990 gab es allerdings lediglich 22 Ältere je 100 Personen im erwerbsfähigen Alter. Bis zum Jahr 2030, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der frühen 1960er-Jahre (»Babyboomer«) überwiegend aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sein werden, könnte dieser so genannte Altenquotient auf 42 und bis zum Jahr 2040 sogar auf 45 ansteigen.
Diese Berechnungen zeigen, welche großen Herausforderungen auf die Rentenversicherung aufgrund der demografischen Entwicklung zukommen werden. Allerdings ist bei einer Bewertung dieser Entwicklung zu bedenken, dass die tatsächlichen, ökonomischen »Belastungen« der erwerbsfähigen Bevölkerung aller Voraussicht nach weniger stark zunehmen dürften: Zum einen ist zu erwarten, dass vor allem die Erwerbsbeteiligung der Frauen auch künftig weiter ansteigen wird. Zum anderen könnte sich die Zahl älterer Menschen, die erwerbstätig sein werden, noch erhöhen.
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