Bürgerentscheid am 29. Juni 2025
Beschwerde beim Deutschen Presserat eingereicht – Vertrauensperson Karl-Georg Degenhardt: „Behauptungen die nicht den Tatsachen entsprechen“

Baden-Baden, 27.06.2025, Bericht: Redaktion In einer Stellungnahme informiert Karl-Georg Degenhardt über eine Beschwerde, die er beim Deutschen Presserat eingereicht habe. In seinem Meinungsbeitrag vom 26. Juni zum Zentralklinikum Mittelbaden habe ein BNN-Redakteur Behauptungen veröffentlicht, die nicht den Tatsachen entsprechen und ohne sachliche Gegendarstellung einer einseitigen Informationsselektion gleichkommen würden.
«Wir, der Verein Pro Klinikum Baden-Baden, haben dieses Verhalten bereits moniert und beim Deutschen Presserat eine entsprechende Beschwerde eingereicht», heißt es in der Stellungnahme.
Die Stellungnahme von Karl-Georg Degenhardt, Pro Klinikum Baden-Baden, vom 26. Juni 2025 im Wortlaut:
Herr Dr. Iber – zwischen Gehorsam und Unverständnis
In seinem Meinungsbeitrag vom 26.06. zum Zentralklinikum Mittelbaden (Zentralklinikum Mittelbaden: Fakten, Schätzungen, Zweifel – das steckt hinter den Kostenberechnungen) hat Herr Michael Rudolphi (BNN-Redaktion Baden-Baden) Behauptungen veröffentlicht, die nicht den Tatsachen entsprechen und ohne sachliche Gegendarstellung einer einseitigen Informationsselektion gleichkommen würden. Wir, der Verein Pro Klinikum Baden-Baden, haben dieses Verhalten bereits moniert und ganz offiziell beim Deutschen Presserat eine entsprechende Beschwerde eingereicht.
Zu sachlichen Klärung:
• Die Notwendigkeit eines Zentralklinikums wird von keiner Gruppe in Baden-Baden in Frage gestellt.
• Der Bürgerentscheid am 29.06. betrifft ausschließlich die Standortwahl Baden-Baden und nicht die Auswahl eines konkreten Standorts innerhalb Baden-Badens.
• Ein Ja bei der Abstimmung bedeutet: Ja zum Standort Baden-Baden. Ein Nein bedeutet: Ablehnung des Standorts Baden-Baden.
Die Berechnungen von Herrn Dr. Michael Petri (Geschäftsführer Dr. Petri Consulting - Köln) basieren auf den offiziellen Zahlen, die uns vom Aufsichtsgremium – namentlich der Stadt Baden-Baden (OB Späth) und der Geschäftsleitung der KMB (Dr. Iber) – auf Anfrage zur Verfügung gestellt wurden. Sollte an diesen Daten etwas zu beanstanden sein, muss hinterfragt werden, warum möglicherweise unzutreffende Zahlen übermittelt wurden – und was daran zu korrigieren wäre.
Ein Gutachten über den Standort Baden-Baden liegt nicht vor und wird bislang verweigert. Die Aufwendungen für den Abwehrkampf der Nein-Sager und des Oberbürgermeisters sind mittlerweile höher als ein klärendes Gutachten gekostet hätte.
Diese Aufwendungen umfassen:
• die zeitliche Verzögerung durch das Erzwingen eines zweiten Bürgerbegehrens,
• den Stopp aller Tätigkeiten, da man offenbar erkannt hat, dass die Bevölkerung Intransparenz und Eigenmächtigkeit der Verwaltung nicht länger hinnehmen will,
• ein Zweistandort-Gutachten für 49.000 Euro,
• einseitige Mittelbereitstellung von mindestens 25.000 Euro für werbliche Maßnahmen gegen den Standort Baden-Baden.
Diese Zahl darf angesichts der Anzahl und Intensität der Maßnahmen bezweifelt werden und wurde bereits offiziell von Herrn Stadtrat Rolf Pilarski hinterfragt. Wie wir bereits veröffentlicht haben, beziffert Herr Dr. Petri eine solche Überprüfung mit einfacher Dokumentation auf ca. 70.000 Euro und einen Zeitbedarf von 2 bis 3 Wochen.
Warum ist das nicht längst gemacht?
Die Weigerung ist reine Zeit- und Geldverschwendung – und keinesfalls neutral. Weder seitens der Stadtverwaltung noch durch den betroffenen Geschäftsführer Dr. Iber. Dieser betont selbst, dass er an Weisungen der Eigentümer gebunden ist. Er erklärt sich damit selbst zum ausführenden Organ seiner Funktion als Geschäftsführer – und nennt auch den Grund: Es ist ihm nicht gestattet, nach eigenem Ermesen zu bewerten. Gleichzeitig tritt er aber regelmäßig als unabhängiger Experte auf. Wie lässt sich dieser Widerspruch erklären?
Diese Weisungen erhält er von Herrn Oberbürgermeister Späth und Herrn Christian Dusch. Diese Offenbarung war zuletzt am 25.06. bei einer öffentlichen Veranstaltung des Vereins Stadtbild e.V. live zu hören – vor etwa 30 Zeugen.
Herr Dr. Iber bezeichnet die Berechnungen, die auf seinen eigenen Angaben basieren, als «oberflächlich» und beziffert die Sanierungskosten mit 250 Millionen Euro. Wo bitte ist das Gutachten, auf das sich diese Zahl stützt – und warum ist es nicht öffentlich zugänglich?
Allesamt Fragen, die Herr Rudolphi nicht stellt. Warum nicht?
Wie lässt sich die genannte Kostenschätzung mit der Behauptung einiger Chefärzte vereinbaren, unter der Ägide von Herrn Dr. Iber, dass das Bestandsgebäude sich überhaupt nicht sanieren lasse?
Herr Dr. Iber erläutert, dass seine Zahlen eine Mittelung aus den Einschätzungen dreier verschiedener Gutachter darstellen. Das wäre dann eine gemittelte Schätzung – keine konkrete Berechnung. Diese Zahlen bezieht sich allerdings nur auf die Ermittlung der Gestehungskosten für den Standort Am Münchfeldsee – nicht auf seine Behauptung zu Baden-Baden.
Herr Dr. Iber kritisiert das Fehlen wichtiger Berechnungsfaktoren wie z. B. die Baunebenkosten. Dazu die Antwort von Herrn Dr. Petri: «Gut an dem Artikel finde ich, dass Dr. Iber sich angesprochen fühlt. Besser hätte ich es gefunden, wenn er sich nicht mit einer Vielzahl von Unternehmen mit einigen Hundert Mitarbeitern umgeben hätte. Das war noch nie hilfreich und ist erfahrungsgemäß das letzte, völlig untaugliche Argument in einer fachlichen Auseinandersetzung. Am allerbesten wäre es gewesen, er hätte sich besser informiert; dann wäre ihm sicher aufgefallen, dass die Baunebenkosten – mal eben 100 Mio. Euro – in den Gesamtbaukosten und in unseren Kostenansätzen selbstverständlich enthalten sind. Er hat sich also bemüht – das war’s dann aber auch schon. Im Übrigen ist er wohl schlecht beraten.»
Dann spricht Herr Dr. Iber von den Kosten einer «Zwischenlösung». Gemeint ist wohl, dass die Bestandsgebäude bis zur Fertigstellung möglicher Neubauten weiterbetrieben werden müssen. Was er offenbar nicht versteht: Bei einem Teilersatzbau in Balg würde die Bestandsklinik überhaupt nicht beeinträchtigt. Der medizinische Betrieb würde nach Fertigstellung des neuen Klinischen Bereiches umziehen – und erst dann erfolgt eine Sanierung des Bestandbaus.
Kommentar von Herrn Dr. Petri dazu: «Unser Konzept hat er überhaupt nicht verstanden!»
Zusammenfassend erlauben wir uns den Kommentar: Herr Dr. Iber mag ein ausgezeichneter Anästhesist sein. Das allein sagt jedoch nichts über seine Eignung als Geschäftsführer – und offensichtlich gar nichts über seine Expertise als Krankenhausplaner aus.
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