Bürgerentscheid am 29. September

Bürgerentscheid Ende September wegen Stadtbahn – Auch für Baden-Baden interessant

Bürgerentscheid Ende September wegen Stadtbahn – Auch für Baden-Baden interessant
Foto: Archiv

Baden-Baden, 28.08.2024, Bericht: Redaktion In einer Erklärung geht der Rastatter Kreisrat Dieter Balle, Die Linke, auf die Auseinandersetzung um die Verlängerung der Stadtbahnlinie S2 von Rheinstetten-Mörsch nach Durmersheim Bahnhof ein.

Für September erwartet der Kreisrat eine heiße Phase für das Projekt. Die Teilnahme der Bürger an den Entscheidungen erhält durch die erst seit einigen Jahren gesenkten Hürden der partizipativen Demokratie eine neue Qualität. Auch in Zusammenhang mit einem möglichen Bürgerentscheid zur Klinik-Frage in Baden-Baden sind die Abläufe anderer Bürgerentscheide in Baden-Baden von Interesse.

Die Mitteilung von Linke-Kreisrat Dieter Balle vom 27. August 2024 im Wortlaut:

«Mit der Stadtbahn gut ankommen - Ja zur S2» heißt es auf den Plakaten der Initiative Pro S2 nach Durmersheim, welche die Menschen auf den Bürgerentscheid am 29. September einstimmen sollen. Der Gegenwind, verursacht von einer fraktionsübergreifenden Durmersheimer Gemeinderats-Initiative, die den Titel «Kein Millionengrab S2» führt, ist beträchtlich, gerät aber bei Lichte betrachtet zu einem lauen Lüftchen. Die angeblich «unwägbaren» Kosten des Projekts «im zweistelligen Millionenbereich» sind ihr Hauptargument. Eine fachlich unterstützte Kostenrechnung kommt jedoch auf 7,2 Millionen Euro Eigenanteil für die kommunale Seite, zu der die beteiligten Gemeinden, also Rheinstetten und Durmersheim, sowie die Landkreise Rastatt und Karlsruhe gehören. Nicht zuletzt wird es auf eine geschickte Verhandlungsstrategie ankommen, um den Anteil von Durmersheim günstig zu halten. Der Löwenanteil der Gesamtkosten von 45 Mio Euro wird mit 37,8 Mio Euro  ohnehin von Land und Bund gefördert.

 
 

Die Finanzierung des Eigenanteils kann von der Gemeinde auf mehrere Jahre bzw. Jahrzehnte gestreckt werden, sodass der jährliche Betrag gut zu schultern sein wird, ohne dass weitere Zukunftsinivestitionen nicht mehr getätigt werden können. Schließlich handelt es sich für Durmersheim um nicht weniger als ein Jahrhundertprojekt, eine Investition in die umwelt- und klimaschonende Zukunft unserer  Kinder und Enkel.

Die Gegner setzen auf Elektrobusse und On-Demand-Verkehre für den Anschluss an die S2 in Rheinstetten-Merkurstraße. Die Initiative verweist demgegenüber auf die Stadtbahn, weil die Erfahrung gezeigt hat, dass die Schiene als Rückgrat des ÖPNV  jeglichem Bus-System nicht nur in der Transportkapazität  weit überlegen ist.

Die Straßen- oder Stadtbahn führte fast überall, wo sie eingeführt wurde, zu einer Vervielfachung der Fahrgastzahlen gegenüber den Linienbussen, wie das Beispiel des Karlsruher Modells schon seit den 80er Jahren beweist. Ob in Rheinstetten, Walzbachtal oder in Linkenheim-Hochstetten: Niemand  bereut die Einführung der Stadtbahn und niemand möchte sie heute missen.

Der legendäre Chef der VBK/AVG der 80er Jahre und Erfinder des Karlsruher Modells, Dieter Ludwig, beklagte sich einmal bitter: «Alle Dörfer wollen die Stadtbahn - nur Durmersheim nicht». Damit soll nun aber am 29.September Schluss sein.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch den 3,4 km langen Lückenschluss  zum Durmersheimer Bahnhof wird Rheinstetten und der Karlsruher Westen an die Rheintalschiene angebunden. Der Bahnhof Durmersheim kann sich mit einem RE-Halt zu einer regionalen Verkehrsdrehscheibe  entwickeln, an die auch Würmersheim und die umliegenden Anliegergemeinden angeschlossen werden könnten, eine beträchtliche Attraktivitätssteigerung für den Wohnort Durmersheim.

Neben einer Entlastung vom Autoverkehr und den dadurch verursachten Luftschadstoffen punktet die S2 auch durch weniger Umsteige- und Wartezeiten, mehr Fahrkomfort und Sicherheit sowie mehr Barrierefreiheit für Kinderwagen, Rollstühle, Rollatoren und Fahrräder. Nicht nur die schädlichen Emissionen sind bei der Stadtbahn geringer als bei Linienbussen, auch bei den Kosten liegt die Schiene pro Personenkilometer günstiger.




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