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Bauarbeiten auf dem Leopoldsplatz vor dem Abschluss

Bürgermeister Uhlig kündigt Fest auf dem Leopoldsplatz an - Zur Baufirma Weiss: "Innerhalb des Rathauses überhaupt keine unterschiedlichen Auffassungen"

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goodnews4-VIDEO-Interview von Nadja Milke mit Alexander Uhlig

Baden-Baden, 14.11.2018, 00:00 Uhr, Bericht: Christian Frietsch Gestern zog Alexander Uhlig schon mal ein Resümee zur Sanierung des Baden-Badener Leopoldsplatzes. Monatelang hatte sein Vorgänger, der ehemalige Baubürgermeister Werner Hirth, CDU, der Öffentlichkeit und dem Gemeinderat vorenthalten, dass die Kosten zur Sanierung des Leopoldsplatzes um 40 Prozent von 4,8 auf 6,7 Millionen Euro nach oben geschnellt waren, noch bevor sich auch nur eine Schaufel an der Baustelle in Bewegung gesetzt hatte. Die Baufirma Weiss, deren Prokurist Oliver Weiss für die CDU weiterhin im Gemeinderat sitzt, hatte das günstigste Angebot abgegeben und den Auftrag auf dieser Basis erhalten.

Im Januar 2017 musste Alexander Uhlig, der nun Erste Bürgermeister in einer eigens dafür einberufenen Pressekonferenz eine Millionen-Differenz beichten, die seinem Vorgänger schon seit Monaten bekannt war. goodnews4.de berichtete. Zu den tatsächlichen Baukosten nach dem nun bevorstehenden Abschluss der Arbeiten, die von der Gaggenauer Baufirma Götz fertiggestellt wurden, äußerte sich Alexander Uhlig gestern im goodnews4-VIDEO-Interview.

«Die Gesamtkosten kann ich wirklich erst nennen, wenn alle Schlussrechnungen vorliegen, aber wir rechnen mit Gesamtkosten von 7,9 Millionen Euro.» Auch zur Ästhetik der Platzgestaltung nahm Alexander Uhlig Stellung, wobei er in diesem Zusammenhang eine Äußerung der goodnews4-Leserin Yvonne Hannewald wohl missverstand. Ihr Vergleich der Städte Baden-Baden und Pforzheim stand nicht in Zusammenhang der Herkunft von Alexander Uhlig, der dort 16 Jahre lang als Baubürgermeister gewirkt hatte, sondern bemühte das grundsätzliche städtebauliche Image der Stadt Pforzheim.

Zum aktuellen Umgang mit der Firma Weiss sagte Alexander Uhlig, dass es «innerhalb des Rathauses überhaupt keine unterschiedlichen Auffassungen» gebe. Man müsse «die staatsanwaltlichen Ermittlungen abwarten bis sie abgeschlossen sind» und dann könne «man vielleicht entsprechende Schlüsse beim Vergabeverfahren daraus ziehen». So spielte der Erste Bürgermeister Alexander etwas herunter, dass es ihm zuzuschreiben war, dass die Baufirma Weiss ihre Arbeiten auf dem Leopoldsplatz nach dem ersten Bauabschnitt beenden musste. «Im August 2017, als die Ergebnisse für die erste Ausschreibung für den zweiten Bauabschnitt Leopoldsplatz vorlagen, war die Preisgestaltung eben so, dass ich den Auftrag nicht ohne weiteres vergeben konnte, deswegen die Aufhebung und Neuausschreibung. Ich bin froh, dass ich das gemacht habe.»

Allein im zweiten Bauabschnitt konnte eine Million Euro günstiger gearbeitet werden als dies bei einer Vergabe an die Baufirma Weiss der Fall gewesen wäre. Staatsanwaltschaft und Krimminalpolizei ermitteltn weiterhin, unter anderem ob die Baden-Badener Bürger und Steuerzahler um sechs- oder siebenstellige Summen betrogen worden sind. Der Zorn von CDU und Freien Wähler richtete sich aber gegen goodnews4.de, das die Ermittlungen durch seine Berichterstattung ausgelöst hatte. goodnews4.de berichtete. Attacken und Anzeigen wegen angeblich überzogener Leserbriefe waren schon davor vom CDU-regierten Rathaus in Stuttgart eingegangen. goodnews4.de berichtete. Die Baden-Badener CDU erließ einen Interview-Boycott und die Freien Wähler verweigern bis heute jegliche Information. Im Herbst 2017 hatte die Staatsanwaltschaft ein offizielles Ermittlungsverfahren unter anderem gegen die Baufirma Weiss wegen des Verdachtes illegaler Preisabsprachen und Korruption eingeleitet.

Im Frühjahr 2019 soll es «auf dem Leopoldsplatz oder rund um den Leopoldsplatz ein Fest» geben, kündigte Alexander Uhlig an und hofft wohl auf ein Happy End der Affäre.

Mehr zu Sanierung des Leopoldsplatzes: PDF «Faktensammlung», Quelle: Stadt Baden-Baden


Abschrift des goodnews4-VIDEO-Interviews mit Alexander Uhlig, Erster Bürgermeister von Baden-Baden:

goodnews4: Die Sanierung des wichtigsten Baden-Badener Platzes ist fast abgeschlossen, ein paar Kleinigkeiten sind noch zu erledigen. Sie haben die Verantwortung des Projektes mit Beginn Ihrer Amtszeit übernommen von Ihrem Vorgänger. Was ist Ihr Resümee zu den guten und nicht so guten Höhepunkte der zwei Jahre Leo-Sanierung?

Alexander Uhlig: Die Baumaßnahme Leopoldsplatz hat uns im Baudezernat und mich persönlich schon stark beschäftigt in den vergangenen zwei Jahren und da waren wirklich alle Höhen und Tiefen dabei, die es bei einer Baumaßnahme gibt. Unterschiedliche Bauabschnitte, der erste eher tiefbaumäßig geprägt, beim zweiten ging es natürlich auch noch um Tiefbau, aber nur noch um die Oberflächengestaltung. Ja, es war mit so vielen Schattierungen versehen, dass ich jetzt am Ende nur noch froh bin, wenn es zu Ende geht und auch gut wird. Und es wird gut werden, wenn alles abgeräumt ist hier.

goodnews4: Kann man die Fragen nach den Tief- und Höhepunkten auch mit dem ersten und zweiten Bauabschnitt, dem Tief- und dem Hochbau sozusagen beantworten?

Alexander Uhlig: Ja, das Jahr 2017 war geprägt von großen Schwierigkeiten, kann man nicht anders sagen. Ich war froh, wie der erste Bauabschnitt abgeschlossen war und die Firmen Grötz und Walo im Februar diesen Jahres mit der Oberflächengestaltung begonnen haben. Es hat hervorragend funktioniert und da hat man aus den schlechten Schlagzeilen, die wir im Jahr 2017 mannigfaltig eingefahren haben, ist man wieder ans Licht gekommen und der Leopoldsplatz hat wirklich auch im Ansehen der Bevölkerung − die Baumaßnahme − eine Wendung genommen und jetzt war also wirklich eine gute Stimmung hier in der Stadt und jeder freut sich, wenn er jetzt endlich fertiggestellt ist.

goodnews4: Was sind denn die wichtigsten abschließenden Fakten zu Gesamtkosten und Bauzeit?

Alexander Uhlig: Gut, die Gesamtkosten kann ich wirklich erst nennen, wenn alle Schlussrechnungen vorliegen, aber wir rechnen mit Gesamtkosten von 7,9 Millionen Euro. Bauzeit war ursprünglich zwei Jahre an angedacht. Gut, wir sind jetzt rund zwei Monate, drei Monate später dran, aber gemessen an den Schwierigkeiten, die es gab, und wir eigentlich schon dachten, wir werden mit dem ersten Bauabschnitt im Spätsommer, Frühherbst 2017 fertig und es hat sich ja bis zum Ende 2017 hingezogen, also gemessen daran ist es, naja, fast eine Punktlandung.

goodnews4: Die Gestaltung der Oberfläche findet nicht überall Begeisterung «Baden-Baden ist nicht Pforzheim» war zuletzt in einem Leserbrief an goodnews4.de zu lesen. Haben praktische Überlegungen der Ästhetik wenig Raum gelassen?

Alexander Uhlig: Da kann ich keine konkrete Auskunft geben, denn als der Gemeinderat die Gestaltung beschlossen hat, war von einem Herrn Uhlig oder von der Stadt Pforzheim in Baden-Baden überhaupt nicht die Rede. Deswegen kann das gar nicht in Zusammenhang stehen die beiden Städte. Ich halte die Gestaltung für sehr gelungen. Man muss immer bedenken, diese Oberfläche muss bis zu 680 Busse am Tag aushalten, die Oberfläche ist nicht völlig plan, sondern in sich verwunden, wenn man auf dem Platz steht und ihn genau beobachtet, dann sieht man das. Deswegen glaube ich, dass wirklich das Optimale, sowohl für die Nutzung als auch für die Gestaltung, vom Gemeinderat rausgeholt und entschieden wurde.

goodnews4: Nicht unerwähnt kann man die staatsanwaltlichen Ermittlungen lassen, die durch Berichte unserer Online-Tageszeitung ausgelöst wurden. Wann haben Sie zuletzt mit den Ermittlern gesprochen?

Alexander Uhlig: Das ist schon einige Monate her.

goodnews4: Mutmaßlich ist für die Bürger und Steuerzahler ein hoher wirtschaftlicher Schaden entstanden durch angebliche illegale Preisabsprachen. Sie hatten die Notbremse gezogen und den zweiten Bauabschnitt neu ausgeschrieben. Damit haben Sie eine andere Devise als die Oberbürgermeisterin, die so lange nicht handeln will bis eine Schuld der Baufirma erwiesen ist. Unterschiedliche Auffassungen über den Umgang mit der Baufirma Weiss?

Alexander Uhlig: Nein, innerhalb des Rathauses gibt es überhaupt keine unterschiedlichen Auffassungen. Man muss die staatsanwaltlichen Ermittlungen abwarten bis sie abgeschlossen sind und dann kann man vielleicht entsprechende Schlüsse beim Vergabeverfahren daraus ziehen. Im August 2017, als die Ergebnisse für die erste Ausschreibung für den zweiten Bauabschnitt Leopoldsplatz vorlagen, war die Preisgestaltung eben so, dass ich den Auftrag nicht ohne weiteres vergeben konnte, deswegen die Aufhebung und Neuausschreibung. Ich bin froh, dass ich das gemacht habe, dass es bei der zweiten Ausschreibung entsprechende Angebote gab, die auch über dem Kostenansatz lagen − das darf man nicht vergessen − also es war kostenmäßig keine Punktlandung, aber die deutlich günstiger waren als das, was die erste Ausschreibung ergeben hat und deswegen konnten wir vergeben. Und nachdem sich die Baumaßnahme jetzt auch so gut entwickelt hat, bin ich sehr froh, diese Entscheidung getroffen zu haben.

goodnews4: Jetzt geht es ja weiter in der Luisenstraße, in der Inselstraße, in der unteren Sophienstraße gibt es noch ein bisschen was zu machen bevor es dann weitergeht mit der Fieserbrücke. Gibt es dann erstmal noch ein großes Fest, wenn der Leo und die umliegenden Straßen wieder neu gestaltet sind?

Alexander Uhlig: Im Frühjahr 2019 soll es auf dem Leopoldsplatz oder rund um den Leopoldsplatz ein Fest geben. Wir wollten das jetzt nicht in Konkurrenz zum Weihnachtsmarkt sehen, sondern das auf den Zeitpunkt aufschieben, wenn die Stadt wieder mit Touristen voll ist, wenn Frühling ist, wenn die Leute sich freuen, dass alles aufwärts geht und blüht und dann ist es auch gut und richtig, da ein Fest durchzuführen und auch die Anlieger und diejenigen, die unter der Baumaßnahme zu leiden hatten, miteinzubeziehen.

goodnews4: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte Nadja Milke für goodnews4.de.

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