Klinikplan Baden-Württemberg

Das Thema gibt es auch noch – Landesregierung beschließt neuen Krankenhausplan

Das Thema gibt es auch noch – Landesregierung beschließt neuen Krankenhausplan
Manne Lucha, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg. Foto: Archiv

Stuttgart, 04.03.2026, Bericht: Redaktion Der Ministerrat hat am Dienstag einen neuen Krankenhausplan für Baden-Württemberg beschlossen. Der Krankenhausplan hat auch Einfluss auf neue Zentralklinikum für Baden-Baden und den Landkreis Rastatt, das am Münchfeldsee entstehen soll.

Der Krankenhausplan sieht unter anderem vor, die Kliniken in Baden-Württemberg in Leistungsgruppen einzuteilen. Dazu gehört auch die Aufteilung in sechs «Versorgungsregion» Tübingen, Stuttgart, Karlsruhe, Heidelberg, Ulm und Freiburg. Mit dem Krankenhausplan werde die auf Bundesebene noch nicht abgeschlossene Krankenhausvergütungsreform antizipiert und in Teilen vorweggenommen, heißt es aus dem Staatsministerium in Stuttgart. Es erfolge insbesondere eine Umstellung in der Planungssystematik. Die bisherige Rahmenplanung nach Fachabteilungen soll durch eine detaillierte Planung nach Leistungsgruppen ersetzt werden, die je nach Komplexität und Erreichbarkeit einer von drei Planungsebenen zugeordnet werden: 1. Grund- und Regelversorgung: Stadt- und Landkreise, 2.Komplexe Leistungen: 6 Versorgungsregionen, 3. Hochkomplexe Leistungen: Land Baden-Württemberg.

 

«Mit dem Krankenhausplan stellen wir eine bedarfsgerechte, moderne und qualitativ hochwertige Krankenhausversorgung für die Bürgerinnern und Bürger in Baden-Württemberg sicher. Er ist konsequent auf die aktuellen Herausforderungen wie den Fachkräftemangel, die älter werdende Bevölkerung sowie den medizinisch-technischen Fortschritt ausgerichtet», sagte Gesundheitsminister Manne Lucha gestern in Stuttgart. «Wir stellen mit dem neuen Krankenhausplan sicher, dass eine hohe Qualität in der Versorgung der Patientinnen und Patienten gewährleistet wird und gleichzeitig verlässliche Strukturen weiterhin vorhanden sind sowie wertvolle Ressourcen im Gesundheitssystem zielgerichtet eingesetzt werden.»

Die Einteilung in Leistungsgruppen soll «eine präzisere und bedarfsgerechtere Planung der stationären Versorgungsangebote» ermöglichen und die Vernetzung von Klinikstandorten fördern. Die geographische Aufteilung der Leistungsgruppen nach Spezialisierungsgrad soll sicherstellen, «dass alle Bürgerinnen und Bürger in vertretbarer Entfernung weiterhin ein qualitativ hochwertiges Versorgungsangebot erhalten», heißt es aus Stuttgart. Die freie Wahl eines geeigneten Krankenhauses soll für die Patientinnen und Patienten weiter erhalten bleiben.

Die Leistungsgruppen sind an bundesgesetzlich definierte Qualitätskriterien geknüpft. Je höher die Anforderungen an eine Leistungsgruppe sind, desto stärker sollen sie auf wenige, spezialisierte Krankenhäuser konzentriert werden, um eine hohe Versorgungsqualität sicherzustellen. Die Leistungsgruppen der Grund- und Regelversorgung wie Allgemeine Innere Medizin, Allgemeine Chirurgie, Geburten, Geriatrie sowie Basis-Intensivmedizin müssen hingegen auf der Planungsebene von Stadt- und Landkreis angeboten werden.

Der Bedarfsanalyse komme im neuen Krankenhausplan eine besondere Bedeutung zu, der zukünftige Bedarf solle noch stärker als bisher in der Krankenhausplanung berücksichtigt werden. Dies sei erforderlich, da sich die zukünftigen Anforderungen an stationäre Krankenauskapazitäten ändern. «Haupttreiber dieser Veränderungen sind insbesondere der demographische Wandel, der medizinisch-technische Fortschritt sowie die fortschreitende Entwicklung stationäre Eingriffe ambulant zu erbringen», erläuterte Minister Lucha.

Im neuen Krankenhausplan seien die Digitalisierung, Ambulantisierung und sektorenübergreifende Versorgung sowie Nachhaltigkeit als Grundsätze und Planungsziele verankert. «Noch zu häufig gelangen Patientinnen und Patienten z. B. in Notaufnahmen von Kliniken, obwohl eine ambulante oder digitale Behandlung besser geeignet wäre. Eine kluge Patientensteuerung gemäß dem Credo präventiv und digital vor ambulant vor stationär erhöht die Versorgungsqualität für die Patientinnen und Patienten und entlastet personelle Ressourcen», so Minister Lucha. Darüber hinaus knüpfe der neue Krankenhausplan an die Nachhaltigkeitsstrategie des Landes an.




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