Gastkommentar
Der Klimawandel wird zum Brandbeschleuniger – Gastkommentar von Franz Alt
Gastkommentar von Franz Alt
27.07.2026, 00:00 Uhr
Baden-Baden In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht goodnews4.de Beiträge von Gastkommentatoren. Zum engeren Kreis gehören der Baden-Badener Bestsellerautor Franz Alt, Thomas Bippes, Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement an der SRH Fernhochschule – The Mobile University, der sich insbesondere den Themen der Digitalisierung, IT und Künstlichen Intelligenz zuwendet.
Franz Alt ist Journalist und Bestsellerautor und lebt in Baden-Baden. Er ist Herausgeber von www.sonnenseite.com.
Kommentar: Franz Alt In Südeuropa toben heftige Waldbrände. Campingplätze werden evakuiert. Schon über 20.000 Touristen sind betroffen, sie wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.
Der spanische Regierungschef spricht vom «Klimanotstand» nachdem allein in der Provinz Guadalajara rund 32.000 Hektar Land von den Flammen zerstört wurden. Pedro Sanchez fordert einen parteiübergreifenden «Staatsakt gegen den Klimanotstand». Dieser Notstand ist inzwischen ausgerufen – erstmals wegen eines Walbrands. Denn in der Hauptstadt Madrid ist die schlimmste Befürchtung wahr geworden: Mehrere Feuer haben sich zu einem Großfeuer vereint, sodass rund um Madrid bereits 20.000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten.
Auch in Frankreich mussten mehrere Ortschaften wegen der Brände evakuiert werden, aber auch acht Ferienzentren und drei Campingplätze. An der Atlantikküste Frankreichs mussten bereits 63.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Präsident Macron bezeichnete die Lage als «sehr angespannt» und forderte Hilfe von der EU. Seit Jahresbeginn brannten in Frankreich 50.000 Hektar ab, dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. BILD vermutet: «1.400 Fußballfelder brennen pro Stunde ab.&rauqo;
Auch Deutschland ist von zunehmenden Wetterbedingungen betroffen, die Waldbrände begünstigen. Für Deutschland zeigen Daten des Deutschen Wetterdienstes, dass sich die Zahl der Tage mit hoher Waldbrandgefahr (Stufe 4 von 5) seit den 1960er-Jahren etwa verdoppelt hat – von durchschnittlich rund 6 auf gut 11 Tage pro Jahr. Sie sind von Waldbränden betroffen. Trockene Sommer, Hitzewellen und Bilder von brennenden Wäldern stammen mittlerweile nicht mehr nur aus Ländern wie Spanien, Portugal oder Griechenland.
«In Mitteleuropa hat sich mit dem Klima auch die Waldbrandgefahr geändert», sagt der Forstwissenschaftler Prof. Jürgen Bauhus von der Universität Freiburg. Europaweit ist seit Beginn der EU-Aufzeichnungen 2006 noch nie so viel Waldfläche verbrannt wie 2025.
Fachleute gehen davon aus, dass längere Trockenphasen und extreme Hitzeperioden künftig häufiger auftreten können. Dadurch könnte sich auch die Anzahl der Waldbrände weiter erhöhen.
Der neue deutsche Hitzerekord hat gezeigt, wie schnell extreme Temperaturen zur Belastung für die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft werden. Das «Handelsblatt» ließ die Kosten der Hitzewelle für die deutsche Wirtschaft errechnen: 6.4 Milliarden Euro hat allein die Hitzewelle zwischen dem 17. und 30. Juni 2026 gekostet. In dieser Zeit lagen die Temperaturen hierzulande zeitweise bei über 40 Grad. Krankenhäuser, Pflegeheime und Altersheime gerieten an ihre Grenzen, Asphalt platzte von den Autobahnen, Gebäude überhitzten, der Kühl- und Energiebedarf schoss dramatisch in die Höhe. Hitze ist längst nicht nur ein Gesundheitsrisiko, sondern auch ein wachsender wirtschaftlicher Kostenfaktor.
Der Klimawandel wird zu einem Brandbeschleuniger in vielen Gebieten und gefährdet zunehmend unseren Wohlstand. Doch was tut die deutsche Bundesregierung? Sie behandelt den Klimaschutz vielfach wie ein lästiges Anhängsel: Insbesondere Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche versuchen, das Thema zu ignorieren und gleichzeitig Gesetze und Vorgaben systematisch abzuschwächen. Das ist unverantwortlich.
Was muss noch passieren bis auch Herr Merz und Frau Reiche aufwachen?
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