goodnews4 "MERGEN LIVE!"
Deutliche Worte von OB-Kandidatin Margret Mergen - "Mit mir gibt es keine Klientel-Politik im Rathaus" - "Das Vertrauen der Bevölkerung darf man nicht verspielen"

Bericht: Christian Frietsch
Baden-Baden, 10.03.14, 00:00 Uhr «Es war sicherlich sinnvoll, dass die CDU gesagt hat: Nein wir haben jemand, die erfüllt die Anforderungen aus Sicht der CDU besser», steht Margret Mergen im Schulterschluss zur Baden-Badener CDU, die sich nach einer ursprünglichen Zurückhaltung nun doch für die OB-Kandidatin ausgesprochen hat. In der goodnews4-Übertragung «MERGEN LIVE!», sagte die amtierende Karlsruher Erste Bürgermeisterin: «Es gibt bei den weiteren Bewerbern ja einen, der ebenfalls mit der CDU auftritt.» Dennoch hält Margret Mergen an ihrer Grundposition fest, dass in ihrem Fall das «Parteibuch nicht wirklich eine Rolle» spiele bei der Amtsausübung als Oberbürgermeisterin.
Zur Statistik, dass seit fast 25 Jahren kein von der Baden-Badener CDU unterstützter Kandidat Oberbürgermeister wurde, sagte Margret Mergen: «Ich habe den Eindruck, die Baden-Badener wollen nicht einen Kandidaten, der über die Parteischiene reinkommt.» Einem Eindruck ihres von Freundlichkeit und sympathischem Lächeln geprägten Wahlkampfs trat sie entgegen: «Wenn mir etwas wichtig ist, dann kämpfe ich dafür, das können meine Kollegen in Karlsruhe und Heilbronn bestimmt betätigen.»
Unter dem Wahlkampfslogan von OB Michael Geggus, «Den erfolgreichen Weg weiter gehen», möchte sie sich auch nicht subsummieren lassen. «Ich finde es gut, was Wolfgang Gerstner angestoßen hat», bilanziert sie diplomatisch, aber sie will «neue Akzente setzen». Die Kommunikation sei das eine und auch in der Kinder- und Familienfreundlichkeit, dem Nahverkehr und dem Stadtbild sieht sie ein Manko. «Die Brücken sind ein einziger Flickenteppich mit Schlaglöchern» und auch dem Zustand der Straßen insgesamt will sie sich zuwenden und dem «Stadtbild im Sinne von Architektursprache». Die vom Zweiten Weltkrieg verschonte Architektur in Baden-Baden sei ein hohes Gut, «man muss es wie ein rohes Ei behandeln», stellte sich die OB-Kandidatin hinter das Mühen zur Erhaltung des Stadtbildes.
Zur aktuellen Forderung der Freien Bürger für Baden-Baden, die wegen 100 Millionen Euro Schulden am Freitag eine sofortige Haushaltssperre forderten, sagte Margret Mergen: «Eine Haushaltssperre verfügt man dann, wenn der laufende Verwaltungshaushalt nicht ausgeglichen ist, so als wäre Ihr Girokonto ständig in den roten Zahlen.» Schulden alleine sagten nichts darüber aus, «ob es gute oder schlechte Schulden sind», möchte die OB-Kandidatin differenzieren. «Wenn Schulden über zwei Generationen halten für Straßen», führte sie ein vertretbares Beispiel für Schulden an.
Für die moralische Kategorie im Baden-Badener Gemeinderat fand die OB-Kandidatin doch deutliche Worte: «Klarheit verschaffen, wenn es Verquickung von Interessen geben sollte, mit mir gibt es keine Klientel-Politik im Rathaus. Das Vertrauen der Bevölkerung darf man nicht verspielen.»







