Gastkommentar
Die Zukunftshitze – Gastkommentar von Franz Alt
Gastkommentar von Franz Alt
04.08.2026, 00:00 Uhr
Baden-Baden In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht goodnews4.de Beiträge von Gastkommentatoren. Zum engeren Kreis gehören der Baden-Badener Bestsellerautor Franz Alt, Thomas Bippes, Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement an der SRH Fernhochschule – The Mobile University, der sich insbesondere den Themen der Digitalisierung, IT und Künstlichen Intelligenz zuwendet.
Franz Alt ist Journalist und Bestsellerautor und lebt in Baden-Baden. Er ist Herausgeber von www.sonnenseite.com.
Kommentar: Franz Alt Um die 40 Grad am Tag und um die 30 Grad in der Nacht – das sei die Hitzezukunft, wenn wir den Klimaschutz weiter so leichtfertig und sorglos behandeln wie zur Zeit. Das prognostiziert die Klimawissenschaft. Schon bis Ende Juli starben in Deutschland 9.800 Menschen den Hitzetod. Und neue Hitzwellen werden für den August vorausgesagt.
Bei den Tagestemperaturen hat Deutschland bereits zu Frankreich und Spanien aufgeschlossen. Es ist hierzulande bereits um 2.5 Grad wärmer als zu Beginn des Industriezeitalters. Rhein, Main, Elbe und Bodensee melden Niedrigstwasserstände, was der Wirtschaft und damit uns allen teuer zu stehen kommt.
Der neue deutsche Hitzerekord beträgt in Möckern-Drewitz (Sachsen-Anhalt) 41.8 Grad. Viele befürchten, dass diese Werte das neue Normal werden. Wahrscheinlich müssen erst noch viel mehr Menschen am Hitzetod und durch tropische Nächte sterben bis wir den Klimawandel so ernsthaft bekämpfen wie wir das schon lange könnten bei entsprechendem politischen Willen.
Die Hauptursache der Misere ist zweifellos der Klimawandel. Die aktuellsten Waldbrände in Europa gehören zu den verheerendsten der Geschichte der Länder und haben Huntertausende zur Flucht aus ihren Häusern getrieben.
«Der Klimawandel sorgt dafür, das die Wetterkonstellationen, die Landschaften zu Brandherden machen und Brände zur Katastrophe werden lassen, deutlich häufiger auftreten», sagt die Forscherin und WWA-Gründerin (World Weather Attribution) Friederike Otto vom Imperial College London zur TAZ.
Zu den bisherigen Waldbränden in Spanien und Portugal gesellen sich jetzt noch Brände auf Kreta, in der Türkei und in der englischen Grafschaft Suffolk in der Nähe eines Atomkraftwerks. Auch in Deutschland brennt es aktuell auf einem alten Militärgelände in Jüterborg.
Hundertausende Hektar sind 2026 in Europa seit Jahresbeginn bereits verbrannt. Das Forschungsnetzwerk WWA: Die Wahrscheinlichkeit für solches Feuerwetter ist durch den Klimawandel deutlich gestiegen – in Südwestfrankreich mindestens auf das Doppelte, in Teilen Spaniens auf das Zwanzigfache.
Uns droht jetzt ein gefährlicher Mix aus Hitze, Trockenheit und Wind. Der Klimaforscher Mojib Latif bezeichnet die derzeitige deutsche Politk gegenüber dieser existentiellen Gefahr als «Larifari». Kirsten Thonicke vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: «Das sollte wirklich der letzte Warnschuss sein, um zu merken, dass wir auf nationaler und europäischen Ebene mehr Klimaschutz brauchen, nicht weniger.» Herr Merz und Frau Reiche – aufwachen!
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