Dachsanierung abgeschlossen

Ehemaliges „Erziehungsheim“ Maria Frieden in neuem Glanz – Stulz-Schriever’sche Stiftung feiert Einweihung

Ehemaliges „Erziehungsheim“ Maria Frieden in neuem Glanz – Stulz-Schriever’sche Stiftung feiert Einweihung
Foto: von Stulz-Schriever’sche Stiftung

Baden-Baden, 23.06.2026, Bericht: Redaktion Das denkmalgeschützte Gebäude «Maria Frieden» in Lichtental gehört zu den prägenden Gebäuden unserer Stadt. Das Gebäude war viele Jahre als sogenanntes Erziehungsheim bekannt, wo es in dieser kirchlichen Verantwortung viel aufzuarbeiten galt.

Maria Frieden beherbergt nun die Stulz-von-Ortenberg-Schule sowie Wohn- und Tagesgruppen des Kinder- und Jugendheims der von Stulz-Schriever’schen Stiftung. Mit der nun abgeschlossenen Dachsanierung hat die Stiftung das historische Gebäude für die kommenden Jahrzehnte gesichert und investiert damit nach eigenen Angaben nachhaltig in Bildung, Förderung und soziale Infrastruktur für Kinder, Jugendliche und Familien, die besondere Unterstützung benötigen.

Die Mitteilung des Kinder- und Jugendheim Baden-Baden vom 22. Juni 2026 im Wortlaut:

Mit einem Festakt hat die von Stulz-Schriever’sche Stiftung am Samstag die feierliche Einweihung des neu sanierten Daches ihres denkmalgeschützten Gebäudes «Maria Frieden» im Stadtteil Lichtental begangen. Nach 25 Monaten Bauzeit ist eines der größten Sanierungsprojekte in der Geschichte der Stiftung erfolgreich abgeschlossen worden – bei laufendem pädagogischem Betrieb des Kinder- und Jugendheims und der Stulz-von-Ortenberg-Schule, die in dem Gebäude untergebracht sind.

 

Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Schulorchester der Stulz-von-Ortenberg-Schule unter Leitung von Jürgen Langmaier. Im Anschluss sprachen der Vorsitzende des Verwaltungsrats und Oberbürgermeister Thomas Jung, die beiden Geschäftsführer der Stiftung, Simon Kamenowski und Daniel Gerlich, sowie die federführende Zimmerermeisterin Nadine Jülg-Schenkel von der Firma Jülg ökologischer Holzbau, Obermeisterin der Zimmerer-Innung Mittelbaden und Kreishandwerksmeisterin Mittelbaden. Den Abschluss der Zeremonie bildete das feierliche Läuten der historischen Glocke von Maria Frieden.

Glockenturm und Kuppel als besonderes Highlight

Besonderer Stolz der Beteiligten gilt der Restaurierung des markanten Glockenturms mit Kupferverkleidung, der Instandsetzung der Kuppel sowie der Vergoldung des darauf befindlichen Kreuzes. Auch die Schulglocke wurde im Zuge der Arbeiten erneuert. Vor Beginn der Sanierung hatten Undichtigkeiten im Dachbereich sowie eine unzureichende Dämmung den Gebäudealltag im Sommer und Winter spürbar erschwert; durch die neue Dämmung, die umfangreichen Dacharbeiten und den teilweisen Fensteraustausch hat sich die Situation für die Schülerinnen, Schüler, Kinder, Jugendlichen und Mitarbeitenden, die das Gebäude täglich nutzen, deutlich verbessert.

Verantwortungsgemeinschaft mit langer Tradition

Oberbürgermeister Thomas Jung würdigte in seiner ersten Rede als Vorsitzender der von Stulz-Schriever’schen Stiftung die langjährige Kooperation zwischen öffentlicher Jugendhilfe und freiem Träger: Von 1995 bis 2005 waren Teile des Jugendamts der Stadt Baden-Baden und die Stiftung zehn Jahre lang gemeinsam im Gebäude untergebracht. Jung dankte ausdrücklich der ausführenden Zimmerei sowie allen beteiligten Gewerken und Firmen für ihre Leistung und betonte, die Investition sichere den Werterhalt des traditionsreichen Gebäudes «und Bleibendes für den Stadtteil Lichtental».

Die Geschäftsführer Simon Kamenowski und Daniel Gerlich hoben in ihrer gemeinsam vorgetragenen Rede hervor, dass das Projekt bereits von ihren Vorgängern Frau Hesch und Herrn Meier angestoßen worden sei und dankten diesen ausdrücklich. Die Sanierung sei für die Stiftung finanziell, organisatorisch und emotional ein «erheblicher Kraftakt» gewesen, habe sich aber gelohnt: Nicht zu investieren, wäre langfristig die teurere Entscheidung gewesen. Das neue Dach stehe sinnbildlich für die Verantwortung der Stiftung, jungen Menschen Schutzräume zum Lernen, Wachsen und Leben zu geben.

Zimmerermeisterin Nadine Jülg-Schenkel blickte auf eine intensive Vorbereitungs- und Bauzeit zurück, in der gemeinsam mit der Energieberatung und der Denkmalbehörde Lösungen entwickelt wurden, die Denkmalschutz, Nachhaltigkeit und moderne Nutzung miteinander verbinden. «Nach über 33 Jahren im Zimmererhandwerk kann ich sagen: Es gibt Baustellen, die vergisst man. Und es gibt Baustellen, die bleiben. Maria Frieden wird für mich immer zu den besonderen Projekten gehören», so Jülg-Schenkel.

Projekt in Zahlen

● Bauzeit: 25 Monate, Baubeginn im Juni 2024
● 36 Mansardengauben, 3 Satteldachgauben, 3 große Schleppgauben und 11 Fledermausgauben
● rund 50.000 Biberschwanzziegel, 3.500 Schieferplatten, 2.500 m² Holzfaserplatten und 15.000 Meter Dachlatten
● rund 12.000 Arbeitsstunden
● kein schwerer Unfall während der zweijährigen Bauzeit unter laufendem Betrieb




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