Statistik

Einwohnerzahl Baden-Württembergs wird auch langfristig steigen – Immer mehr „Hochbetagte“

Einwohnerzahl Baden-Württembergs wird auch langfristig steigen – Immer mehr „Hochbetagte“

Baden-Baden/Stuttgart, 04.03.2025, Bericht: Redaktion Die Einwohnerzahl Baden-Württembergs ist in den vergangenen Jahren aufgrund der zeitweisen starken Zuwanderung deutlich angestiegen. Und auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten dürfte sich dieser Anstieg im Südwesten fortsetzen, so die Ergebnisse einer neuen Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Landesamtes.

Ausgangspunkt dieser neuen Vorausberechnung sind die Bevölkerungszahlen zum 31. Dezember 2023 auf Basis des Zensus des Jahres 2022, die seit Dezember 2024 verfügbar sind. Für Baden-Baden dürfte auch die Entwicklung der Altersstruktur interessant sein.

Nach der so genannten Hauptvariante, die in den kommenden Jahren eine Zuwanderung unterstellt, die dem langjährigen Durchschnitt entspricht, könnte die Einwohnerzahl Baden-Württembergs bis zum Jahr 2060 um annähernd 570.000 auf dann 11,80 Millionen ansteigen. Zwar werde sich das Geburtendefizit – dass weniger Kinder geboren werden als Personen sterben– in den kommenden Jahrzehnten aufgrund der Altersstruktur der Bevölkerung zunehmend vergrößern; dennoch läge der jährliche Wanderungsgewinn auch noch zum Ende des Vorausrechnungszeitraums höher, so das Statistische Landesamt weiter.

 

Aufgrund der bestehenden Unsicherheiten insbesondere im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Zuwanderung haben die Stuttgarter Statistiker neben der Hauptvariante noch zwei weitere Varianten berechnet: «Nach der so genannten Unteren Variante, die von deutlich geringeren Wanderungsgewinnen als im langjährigen Durchschnitt ausgeht, würde die Bevölkerungszahl ab dem Jahr 2038 sinken. Im Jahr 2060 könnte die Einwohnerzahl um rund 110.000 Personen unter dem Niveau des Basisjahres 2023 liegen. Dagegen würde die Zahl der Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger nach der Oberen Variante in den kommenden Jahrzehnten deutlich ansteigen. Der Südwesten hätte dann im Jahr 2060 etwa 12,49 Mill. Einwohnerinnen und Einwohner und damit immerhin knapp 1,26 Mill. mehr als Ende 2023.»

In demografischer Hinsicht habe es im Jahr 2000 in Baden-Württemberg eine Zäsur gegeben. Erstmals lebten seit Bestehen des Landes etwas mehr 60-Jährige und Ältere als unter 20-Jährige im Südwesten, 22,5 Prozent gegenüber 22,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Heute zählen in Baden-Württemberg bereits 29 Prozent zu den Älteren, aber nur noch 19 Prozent zu den Jüngeren. «Dieser zahlenmäßige Unterschied zwischen Jung und Alt wird sich aus heutiger Sicht zunächst noch etwas erhöhen: Einerseits könnte nämlich der Anteil der unter 20-Jährigen an der Gesamtbevölkerung um das Jahr 2040 auf 18 Prozent zurückgehen. Andererseits dürfte sich der Bevölkerungsanteil der 60-Jährigen und Älteren bereits in wenigen Jahren nochmals um 2 Prozentpunkte auf 31 Prozent erhöhen, weil die geburtenstarken Jahrgänge, die so genannten ‚Babyboomer‘, auch weiterhin in diese Altersgruppe aufrücken. Danach wird der Anteil der Älteren allerdings nur noch geringfügig zunehmen», so die Prognose des Statistischen Landesamts.

Für sozial- und speziell altenpolitische Planungen ist es von besonderer Bedeutung, dass künftig die Zahl älterer und vor allem hochbetagter Menschen weiter ansteigen wird, macht das Statistische Landesamt auf einen weiteren Trend aufmerksam. Im Gründungsjahr Baden-Württembergs 1952 seien lediglich rund 18.000 Einwohnerinnen und Einwohner mindestens 85 Jahre alt gewesen, derzeit sind es bereits etwa 370.000. Bis zum Jahr 2050 könnte sich deren Zahl um rund zwei Drittel vergrößern. Es gäbe dann mehr als 600.000 Hochbetagte in Baden-Württemberg. Da es sich hierbei um eine Bevölkerungsgruppe mit einem hohen Pflegerisiko handelt, dürfte künftig auch die Zahl der Pflegebedürftigen erheblich ansteigen.

Bild Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Zu Methodik seiner Berechnungen erklärt das Statistische Landesamt: «Für Bevölkerungsvorausberechnungen müssen insbesondere Annahmen zur Geburtenhäufigkeit, zur Lebenserwartung und zum Wanderungsgeschehen getroffen werden. Für diese Bevölkerungsvorausberechnung wurde unter anderem in der Hauptvariante eine über den gesamten Vorausberechnungszeitraum konstante Geburtenhäufigkeit von rund 1,4 Kindern je Frau unterstellt. Außerdem wurde ein Anstieg der Lebenserwartung um etwa 2 Jahre bei den Frauen und um knapp 3 Jahre bei den Männern bis zum Jahr 2060 angenommen. Was die Zuwanderung nach Baden-Württemberg betrifft, wurden Wanderungsgewinne bis zum Jahr 2060 für die Hauptvariante in Höhe von insgesamt circa 2,0 Millionen Personen vorgegeben, für die Untere Variante waren es knapp 1,6 Millionen und für die Obere Variante annähernd 2,5 Millionen.»




Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.