Energiekonzept
Energiepolitik von Strasbourg in der Sackgasse – Ukrainekrieg und gescheitertes Tiefengeothermie-Projekt

Strasbourg, 23.03.2022, Bericht: Redaktion Eine öffentlich erkennbare Diskussion über ein modernes Energiekonzept findet in Baden-Baden nicht statt. Anders in Strasbourg.
Doch die Energiekonzeption der Europahauptstadt steckt in der Sackgasse, die durch den Ukraine-Krieg verschärft wird. Der Abhängigkeit von fossilen Energien sollte durch ein Tiefengeothermie-Projekt entgegengewirkt werden. Das Projekt scheiterte. Erdbeben rund um Strasbourg erschütterten nicht nur die Stadt und die ganze Region, sondern auch das Vertrauen in diese Technologie. Gerade wurde das Projekt gestoppt. 30.000 Haushalte sollten mit Energie versorgt werden.
Nun will die Stadt auf Biomasse setzen. Fast die Hälfte der Haushalte wird via Fernwärmenetze versorgt, insbesondere Hautepierre, Esplanade, Elsau und Wacken, die traditionsreichen Stadtteile. Innerhalb der nächsten acht Jahre soll sich die Quote durch Fernwärme auf 75 Prozent der Haushalte in Strasbourg erhöhen. Doch das Verbrennen von Holz sei nicht klimafreundlich. Holz aus den nahen Wäldern sind zwar erneuerbare Energiequellen, wenden Umweltschützer ein, doch bei der Verbrennung von Holz werde mehr Kohlenstoff freigesetzt als bei der Verbrennung Gas. Und selbst die Verbrennung von Kohle zeige eine bessere Bilanz.
Die vergeblichen Hoffnungen auf Tiefengeothermie haben die Diskussion um ein zukunftstaugliches Energiekonzept in Strasbourg nach dem Kriegsbeginn in der Ukraine zum vorrangigen kommunalpolitischen Thema gemacht.
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