Gastkommentar
Energiewende als Job-Motor – Gastkommentar Franz Alt
Gastkommentar von Franz Alt
05.01.2026, 00:00 Uhr
Baden-Baden In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht goodnews4.de Beiträge von Gastkommentatoren. Zum engeren Kreis gehören der Baden-Badener Bestsellerautor Franz Alt, Thomas Bippes, Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement an der SRH Fernhochschule – The Mobile University, der sich insbesondere den Themen der Digitalisierung, IT und Künstlichen Intelligenz zuwendet.
Franz Alt ist Journalist und Bestsellerautor und lebt in Baden-Baden. Er ist Herausgeber von www.sonnenseite.com.
Kommentar: Franz Alt Die Energiewende ist ein Job-Motor, der weltweit wächst und viele neue Stellen schafft, besonders im Solar- und Windenergiebereich.
Beispiele:
• In Deutschland stieg der Anteil der ausgeschriebenen Stellen für erneuerbare Energien zwischen 2019 und 2024 von 1.8 auf 3.4 Prozent. Das entspricht einem Zuwachs von 173.000 auf 372.000 Jobs – trotz Corona und wirtschaftlich unruhigen Zeiten. Die Energiewende erweist sich als krisenfester Job-Motor.
• Nach Angaben der IRENA (International Renewable Energy Agency) in Abu Dhabi sind schon heute weltweit über 17 Millionen Menschen in den Branchen der erneuerbaren Energien beschäftigt. Dabei verzeichnet die Photovoltaik die meisten Jobs innerhalb der Erneuerbaren.
• Bis 2050 prognostiziert IRENA weltweit 42 Millionen Jobs bei den erneuerbaren Energien.
Die erneuerbaren Energien stehen uns als praktisch unerschöpfliche und preiswerte Energiequellen zur Verfügung im Gegensatz zu den bisherigen fossil-atomaren und immer teurer werdenden Energiequellen. Die solare Energiewende soll vor allem dem Klimaschutz dienen, bringt uns aber auch sichere und billige Energie, unabhängig von Schurkenstaaten wie bisher. Hinzu kommt: Unabhängig von Kohle, Öl, Gas oder Uran: Die Erneuerbaren bieten auch hervorragende Karrierechancen.
Zur Zeit nutzt China diese Chancen am besten. Das Land der Mitte hat 2025 mehr als doppelt so viele Kapazitäten der erneuerbaren Energien zugebaut wie der gesamte Rest der Welt zusammen. Und entsprechend zukunftsfähige Arbeitsplätze in China geschaffen. Über 90 Prozent der zurzeit in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen mussten aus China importiert werden.
Die klassische deutsche Autoindustrie verliert zurzeit massiv Jobs, weil sie zu lange die Zukunft des E-Autos verschlafen hat. Diese Entwicklung zeigt deutlich, wie sich gerade weltweit die Wirtschaft verändert. Viele Jobs, die heute in der alten Autobranche verloren gehen, passen aber gut in die neuen Branchen der künftigen Energiewirtschaft. Allein die EnBW will 2026 und 2027 7.500 neue Leute einstellen. Viele davon werden aus der alten Auto-Branche in Baden-Württemberg kommen.
Damit der weitere und raschere Ausbau der erneuerbaren Energien klappt, braucht es neue Leute in der Branche: Für den Ausbau der Fernwärme, für Millionen Wärmepumpen, für Millionen E-Autos, für stabile Netze, für viele Speicher, für intelligente Stromzähler und für die komplette Digitalisierung. Diese Umstellung erfordert Millionen neue Jobs.
Deshalb müssen Deutschland und die EU eine Aufholjagd gegenüber China starten: Wie brauchen in Europa mindestens 100 neue Solarfabriken, um gegenüber den Chinesen nicht noch weiter abgehängt zu werden. Das ist eine zentrale politische Zukunftsaufgabe. Dabei kommt den Erneuerbaren zugute, dass gerade jetzt in der alten Auto-Branche viele Jobs frei werden. Das ist die Zukunfts-Chance in der heutigen Job-Krise. Die schon fortgeschrittene solare Weltrevolution bedeutet: Viele neue Jobs, aber auch Klimaschutz, sinkende Flüchtlingsströme, mehr Wohlstand, mehr Gerechtigkeit und keine Kriege um Öl und Gas.
Die Sonne gewinnt – das Solarzeitalter beginnt. Worauf also warten wir noch?
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