Informationsveranstaltung geplant

Eröffnung neue Flüchtlingsunterkunft am Annaberg Anfang 2025 – Rathaus Baden-Baden sieht es positiv: „Am Ende habe sich das Leben kaum verändert – im Gegenteil, es sei bereichert worden“

Eröffnung neue Flüchtlingsunterkunft am Annaberg Anfang 2025 – Rathaus Baden-Baden sieht es positiv: „Am Ende habe sich das Leben kaum verändert – im Gegenteil, es sei bereichert worden“
Die ehemalige DRK-Klinik soll 75 Plätze für geflüchtete Menschen bieten.

Baden-Baden, 05.11.2024, Bericht: Redaktion Begleitet von Zweifeln und Protesten will die Stadtverwaltung Anfang 2025 eine Flüchtlingsunterkunft in der Lilienmattstraße eröffnen. Die ehemalige DRK-Klinik soll 75 Plätze für geflüchtete Menschen bieten.

«Die Verwaltung verfolgt dabei das Ziel, die Unterkunft durch die aktive Beteiligung Ehrenamtlicher in das Umfeld zu integrieren», heißt es in einer Erklärung aus dem Rathaus von gestern. Zur Einbindung der Nachbarschaft und Information der Anwohner seien «mehrere Informationsveranstaltungen geplant».

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In den vergangenen Wochen habe Oberbürgermeister Dietmar Späth mehrmals auf die aktuelle Situation aufmerksam gemacht und wird in der Erklärung zitiert: «Da nach wie vor zahlreiche Menschen nach Deutschland flüchten, hat der Gemeinderat beschlossen, weitere Unterbringungskapazitäten in Bestandsimmobilien zu schaffen. Vor allem auch, um Hallenbelegungen zu vermeiden. Eines dieser Objekte ist die ehemalige DRK-Klinik in der Lilienmattstraße. Dabei nehmen wir die Bedenken der Anwohnerschaft ernst und berücksichtigen sie in unseren Planungen.» Auch das städtische Sozialamt wird zitiert: «Die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger werden ernst genommen, und es gibt bereits gute Konzepte der Stadtverwaltung, die sich beispielsweise in der Maximilianstraße und Kronprinzenstraße bewährt haben.» In diesem Zusammenhang verweise das Sozialamt auf erfolgreiche Beispiele aus anderen Stadtteilen.

 

«Unsere Anschlussunterbringung in Steinbach und der Aumattstraße zeigen, wie positiv solche Gemeinschaften wirken können», wird Lisa Sternberg, Sachgebietsleitung Integration zitiert. Dabei hebt sie besonders die Eindrücke einer direkten Anwohnerin in Steinbach hervor: «Die Nachbarin berichtete uns, dass die Unsicherheit zunächst groß gewesen sei. Aber am Ende habe sich das Leben kaum verändert – im Gegenteil, es sei bereichert worden.» Zunächst habe die Nachbarin den Neuankömmlingen dabei geholfen, sich einzuleben. Aus dieser Unterstützung sei dann eine Freundschaft zwischen den Kindern entstanden.

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Dieses Ziel verfolge die Verwaltung auch bei der Unterkunft in der Lilienmattstraße, wo vor allem Familien und bereits teilintegrierte Menschen ein Zuhause finden sollen. Durch Integration, aktives Zusammenleben und regelmäßige Begegnungen solle der Zusammenhalt gestärkt werden. «Die Unterkunft soll nicht nur Wohnraum sein, sondern eine lebendige Begegnungsstätte», so Lisa Sternberg. Geplant seien Nachbarschaftscafés, Sprach- und Kochkurse sowie Freizeitangebote für Familien und Kinder. Besonders die offenen Nachbarschaftscafés sollen zu einem zentralen Treffpunkt für alle werden. Bewohner der Unterkunft und Anwohner des Viertels seien gleichermaßen eingeladen.

«Wir möchten, dass jeder die Gelegenheit hat, die neuen Nachbarn kennenzulernen und ein Netzwerk gegenseitiger Unterstützung aufzubauen», sagt Jasmina Dezic, Projekt- und Ehrenamtskoordinatorin im Bereich Integration. Um Menschen aller Generationen zusammenzubringen, seien generationsübergreifende Angebote und interkulturelle Feste geplant. «Das ist eine Win-win-Situation für alle», betont Jasmina Dezic. Durch Mehrgenerationentreffs und Gemeinschaftsveranstaltungen solle das Stadtviertel ein Ort werden, an dem Vielfalt und Zusammenhalt gedeihen können.

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«Auch Bewohner des Stadtviertels am Annaberg blicken dem Vorhaben mit Zuversicht entgegen», heißt es aus dem Rathaus. Konkrete Namen von Bürgern werden nicht genannt. Ehrenamtskoordinatorin Dezic könne «von einem Anwohner aus der Nachbarschaft berichten, der seit 2014 Sprachkurse für Geflüchtete im Stadtgebiet koordiniert und sich in der Flüchtlingshilfe engagiert», heißt es als Beleg für die Stimmung am Annaberg.

Wer sich in der Lilienmattstraße engagieren möchte, sei eingeladen, aktiv zur Gemeinschaft beizutragen. Die Stadt suche weitere engagierte Ehrenamtliche. Eine Ehrenamtsveranstaltung kündigt das Rathaus für den 21. November um 17.30 Uhr im Rathaus, Alter Ratssaal, Marktplatz 2. Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.




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