Gastkommentar

Franz Alt zur zunehmenden Männergewalt gegen Frauen – „Jesus vielleicht auch in unserer Zeit der zunehmenden Männergewalt gegen Frauen ein Vorbild?“

Bild Franz Alt Gastkommentar von Franz Alt
07.04.2026, 00:00 Uhr



Baden-Baden In vielen Berichten und goodnews4-Interviews wendet sich Franz Alt vor allem den Themen der erneuerbaren Energien, des Raubbaus an der Natur, den Gefahren der Kernkraft und der Rolle von Jesus von Nazareth zu. Wie steht es mit der Männergesellschaft unserer Tage und der Gewalt gegen Frauen?, fragt Franz Alt in einem aktuellen Bericht, der bereits am Ostersonntag in der Bild am Sonntag erschienen ist und den goodnews4 mit Zustimmung von Franz Alt nochmals veröffentlicht.

In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht goodnews4.de Beiträge von Gastkommentatoren. Zum engeren Kreis gehören der Baden-Badener Bestsellerautor Franz Alt, Thomas Bippes, Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement an der SRH Fernhochschule – The Mobile University, der sich insbesondere den Themen der Digitalisierung, IT und Künstlichen Intelligenz zuwendet.

Franz Alt ist Journalist und Bestsellerautor und lebt in Baden-Baden. Er ist Herausgeber von www.sonnenseite.com.

Kommentar: Franz Alt Jeden Tag erscheinen weltweit drei neue Bücher über Jesus, den wunderbaren jungen Mann aus Nazareth. Das sind jedes Jahr etwa eintausend Bücher über einen Mann, der vor 2000 Jahren gelebt hat. Das ist ein einzigartiges kulturelles Phänomen. Ist dieser Jesus vielleicht auch in unserer Zeit der zunehmenden Männergewalt gegen Frauen ein Vorbild? Oder haben wir die Osterbotschaft vergessen, die uns lehrt, dass die Liebe stärker ist als der Tod?

 

Beispiele für die aktuelle Männergewalt gegen Frauen: Der Fall Epstein in den USA, der Fall Pelicot in Frankreich und die Schilderungen von Collien Fernandes in Deutschland. In Schweden soll ein prominenter Mann seine Frau 120 Männern zum Sex angeboten haben. Aber deshalb a l l e Männer unter Generalverdacht zu stellen, wäre genauso sexistisch wie es sexistisch ist, wenn Frauen ihrer Würde beraubt werden. Klar ist freilich: Neue Männer braucht das Land.

Ich nenne Jesus den ersten neuen Mann, weil er beispielhaft das Weibliche in sich nicht verdrängt und unterdrückt, sondern entwickelt und integriert, also gelebt hat. Als Mann des rationalen Gefühls ist Jesus das leuchtende Beispiel für emanzipierte Frauen, erwachsene Männer und suchende Jugendliche. Deshalb waren Frauen schon vor 2000 Jahren verrückt nach diesem Mann. Jesus war und ist der Traum von einem emanzipierten Mann. Ein Mann wird ein neuer Mann, wenn er wie Jesus die Wertschätzung des Weiblichen erkennt und lebt. Und eine Frau wird eine Persönlichkeit, wenn sie ihre männlichen Seelenanteile entdeckt und integriert. Und deshalb waren und sind Jesus und seine Freundin Maria Magdalena ganzheitliche Persönlichkeiten, sie waren für die Urkirche das Traumpaar gelingenden Lebens und emanzipierter Partnerschaft – die außergewöhnlichste Liebe aller Zeiten. Das zeigt uns das Maria Magdalena-Evangelium, das die Kirchen bis heute verdrängen, weil sie dann vieles ändern müssten. Für diesen neuen Mann und für seine Gefährtin war die Liebe die stärkste Kraft im Universum. Das Ostergeschehen zeigt, dass die Liebe sogar stärker ist als der Tod. Jesu Lehre von der Liebe hat schon immer auf Frauen eine besondere Faszination ausgestrahlt. In Jesu Muttersprache, im Aramäischen, ist Liebe identisch mit Mutterschoß. Am Ostermorgen war es Jesu Gefährtin Maria Magdalena, die als Erste an sein Grab ging und den für das ganze Christentum entscheidenden Satz sagte: «Er lebt», er hat den Tod überwunden.

Im Gegensatz zu den verschreckten Männern um sie herum hatte Maria Magdalena verstanden, dass ihr Freund Gewalt und Tod besiegt hatte und dass nicht der Tod, sondern die Liebe das letzte Wort hat. Jesus war in die Schule der Maria Magdalena gegangen und sie in seine Schule. Emanzipation heißt: Männer lernen von Frauen und Frauen lernen von Männern. Das ist Ostern. Und dieses vorbildliche Paar lernte voneinander, dass es nur e i n e Religion gibt: ein gutes menschliches Herz. Durch Nächstenliebe, durch Fernstenliebe, durch Gottesliebe und sogar durch Feindesliebe. So bezeugt es das einzige nach einer Frau genannte Evangelium, das Maria- Magdalena-Evangelium. Das alles steht auch in der Bergpredigt, in Jesu Grundsatzprogramm für die gesamte Menschheit, für Christen und Nichtchristen. In seiner Froh-Botschaft. Die Geschichte von der Ehebrecherin im Johannes-Evangelium zeigt wie Jesus seine Lehre von der Liebe verstand: Männer wollten eine Ehebrecherin steinigen. Doch Jesus sagte ihnen: «Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe als Erster einen Stein auf sie». Daraufhin senkten die Männer den Kopf und gingen stumm davon.

Jesu Lehre hatte Maria Magdalena besser verstanden als Petrus. Deshalb nannte Papst Franziskus im Jahr 2016 Maria Magdalena «die Apostelin der Apostel», also die erste wirkliche Päpstin. Eine geistige Revolution in der Männerkirche, freilich ohne konkrete Folgen. Am Verhältnis zur Frau erkennt man den Zivilisationsgrad einer Gesellschaft oder auch einer Kirche.

In Deutschland wurden laut der polizeilichen Kriminalstatistik im Jahr 2024 187.178 Menschen Opfer häuslicher Gewalt, meist Frauen, 132 Frauen wurden von ihren (Ex-)Partnern getötet. Tendenz: stark steigend. Collien Fernandes: «Deutschland ist ein absolutes Täterparadies.» Jede fünfte Frau erlebt digitale Gewalt. Digitale Gewalt ist zu einem Geschäftsmodell geworden. Deutschland braucht schärfere Gesetze gegen digitale Gewalt – nach dem Vorbild Spanien.

Mit seiner Lehre vom „Reich Gottes“ meinte Jesus primär das Ende des Patriarchats. Im Philippus-Evangelium steht: Jesus und Maria Magdalena küssten sich «oft auf den Mund.» Und: «Jesus liebte seine Freundin mehr als alle seine Schüler.» Mit dieser Partnerin machte der erste neue Mann Weltgeschichte. Jesus war der geschichtswirksamste Mensch aller Zeiten. Ein Vorbild für uns alle – auch heute. Wann wird es endlich Ostern? Ostern verändert alles. Dafür aber braucht die Welt eine Jesus-Renaissance.




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