Appell an Gemeinderat

Gaslaternen in Baden-Baden sollen erhalten bleiben – Alleinstellungsmerkmal auch in Berlin

Gaslaternen in Baden-Baden sollen erhalten bleiben – Alleinstellungsmerkmal auch in Berlin
Foto: Archiv

Baden-Baden, 30.06.2025, Bericht: Redaktion Ob die Baden-Badener SPD so genau gerechnet hat, ist auch ein Thema des Schreibens von Gerd Müller, Vorstandsmitglied des Vereins Stadtbild Baden-Baden.

Auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung heute Abend steht unter Punkt 13 «Antrag der SPD-Fraktion - Umstellung Gaslaternen». Die SPD stellt den Antrag, dass die Verwaltung die Stadtwerke Baden-Baden beauftragen soll, «die noch ca. 350 gasbetriebenen Gaslaternen auf effiziente sowie wartungs- und umweltfreundlichere LED-Leuchtkörper umzurüsten. Die historischen Laternenkörper sollen im Sinne des Denkmalschutzes und der Gestaltungsrichtlinien der Innenstadt erhalten bleiben». In dem von der Fraktionsvorsitzenden Ulrike Mitzel und Stadtrat Werner Henn unterzeichneten Antrag begründet die SPD ihre Forderung damit, dass die Umrüstung «sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer und technischer Sicht sinnvoll» und «dazu kommt der Aspekt der Sicherheit durch die Beseitigung der Gefahr eines Gasaustrittes».

 

Gerd Müller fordert, dass im Bereich der Innenstadt die Gaslaternen erhalten bleiben. Dem Verteidiger des klassischen Stadtbilds geht es dabei um ein wichtiges Identitätsmerkmal, der Kur- und Bäderstadt. Nur wenige Städte, etwa Berlin hätten als Alleinstellungsmerkmal noch die alten Gaslaternen. Von den ehemaligen Oberbürgermeistern Margret Mergen und Wolfgang Gerstner gebe es die schriftliche Zusage, «dass im Bereich der Innenstadt die Gaslaternen erhalten bleiben», schreibt Gerd Müller an die Fraktionen im Gemeinderat.

Das Schreiben von Gerd Müller vom 29. Juni 2025 im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats,

auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Montag, 30. Juni 2025 steht unter Punkt 13 der Antrag der SPD, die restlichen 350 Gaslaternen in der Innenstadt von Gas auf LED-Leuchten umzustellen. Hierzu möchte ich folgendes bemerken: schon frühzeitig hat sich der Verein Stadtbild eingesetzt, im Bereich des Gesamtanlagenschutzes, die Gaslaternen als Alleinstellungsmerkmal zu erhalten. Dies um so mehr jetzt, wo die Stadt das Prädikat Weltkulturerbe trägt. Nur wenige Städte, wie z.B. Berlin haben als Alleinstellungsmerkmal noch die alten Gaslaternen. Von den vorangegangen Oberbürgermeistern, Frau Mergen und Herrn Gerstner haben wir die schriftliche Zusage, dass im Bereich der Innenstadt die Gaslaternen erhalten bleiben. Dazu im Anhang Kopien der Schreiben und Presseberichte. Das Argument Sicherheit kann man nicht gelten lassen, ansonsten müsste man sich generell von der Gasversorgung verabschieden.

Der Einspareffekt kommt auch erst zum Tragen, wenn sich die Kosten der Umstellung – das Aufgraben um die Leitungen zu verlegen – amortisiert haben. Einen größeren Spareffekt könnte man erreichen, wenn man, wie es noch in den 60er Jahren war, in den Nachtstunden jede zweite Laterne ausschaltet. Im Namen des Vereins Stadtbild bitte ich Sie höflichst, unsere Bedenken zu berücksichtigen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerd Müller
Vorstandsmitglied des Vereins Stadtbild




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