Gastkommentar

Hitzesommer – Die neue Normalität? – Gastkommentar von Franz Alt

Hitzesommer – Die neue Normalität? – Gastkommentar von Franz Alt
Foto: Archiv

Bild Franz Alt Gastkommentar von Franz Alt
29.06.2026, 00:00 Uhr



Baden-Baden In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht goodnews4.de Beiträge von Gastkommentatoren. Zum engeren Kreis gehören der Baden-Badener Bestsellerautor Franz Alt, Thomas Bippes, Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement an der SRH Fernhochschule – The Mobile University, der sich insbesondere den Themen der Digitalisierung, IT und Künstlichen Intelligenz zuwendet.

Franz Alt ist Journalist und Bestsellerautor und lebt in Baden-Baden. Er ist Herausgeber von www.sonnenseite.com.

Kommentar: Franz Alt Ganz Zentraleuropa stöhnt unter der aktuellen Hitzewelle. Tropische Nächte, tagsüber bis 40 Grad Hitze, dazwischen Starkregen und Überschwemmungen. Und das über Wochen. Ist das die neue Normalität? Die Süddeutsche Zeitung fragt am 24. Juni: «Ist das Sommer oder der Klimawandel?»

Europa ächzt unter einer Hitzewelle

Großbritannien verzeichnet die höchste Juni-Temperatur seit Beginn der Aufzeichnungen. Und auch Frankreich meldet Rekord-Hitze – mit 40,9 Grad in Paris. Das Wasser wird hierzulande bereits knapp. Doch was macht die deutsche Politik? Die Regierung Merz versucht, das Thema zu verdrängen. Die aktuellen Reform-Themen Rente, Pflege und Gesundheit sind natürlich wichtig, aber es bleibt sträflich, wenn darüber das Überlebensthema für den ganzen Planeten vergessen wird.

 

Dabei zeigen aktuelle Umfragen, dass die Wählerinnen und Wähler hierzulande bereit sind, für den Klimaschutz auch Einschränkungen auf sich zu nehmen. Die Bürger sind verantwortungsbewusster als die aktuelle Bundesregierung. Der Klimawandel verschiebt die Maßstäbe. Vor 20 Jahren setzte die sommerliche Hitze etwa 14 Tage später ein als heute.

Die gesundheitlichen Folgen werden immer dramatischer: Mehr Hitzetote und mehr Belastungen für Menschen über 80 und für kleine Kinder. Durch den bisherigen Klimawandel fällt die gegenwärtige Temperatur schon zwei bis vier Grad wärmer aus.

Der BUND schlägt in dieser Lage folgende Sofortmaßnahmen vor:

• Ursachen der Klimakrise bekämpfen, damit Extremwetter künftig nicht immer weiter zunehmen. Das bedeutet: aus fossilen Energiequellen wie Gas, Kohle und Öl auszusteigen, erneuerbare Energien auszubauen und eine sozial gerechte Wärme- und Mobilitätswende gestalten.

• Kühle Schneisen in der Stadt schaffen. Dazu gehören mehr Grünanlagen in Siedlungen, gesunde Stadtbäume, Flächen entsiegeln.

• Boden schützen. Wenn der Boden mehr Wasser speichern kann, schützt uns das vor Überschwemmungen und versorgt gleichzeitig den Boden mit dringend benötigter Feuchtigkeit. In Siedlungsgebieten muss das Konzept der Schwammstadt umgesetzt werden, in der Landwirtschaft muss ökologische Bewirtschaftung mit Mischkultur, Fruchtfolge und Weidehaltung von Nutztieren gefördert werden.

• Natur muss wiederhergestellt werden. Moore müssen wieder vernässt werden, Wälder aufgeforstet und Auen und Flüsse renaturiert werden.

• Für schnellen Hitzeschutz sorgen. Dazu gehören kostenfreie kühle Räume, Trinkwasser-Brunnen, Hitzeschutz in Krankenhäusern und Pflegeheimen und verpflichtende Hitzeaktionspläne der Kommunen. (BUND 2026)

Es ist also nicht wahr, dass wir dem Klimawandel hilflos gegenüberstehen. Was fehlt ist allein der politische Wille zur Tat. Die Bundesregierung unterschätzt allerdings den Klimawillen der Bevölkerung. Das kann sich auch für diese Regierung bei den kommenden Wahlen bitter rächen.




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