25. Jahrestag

Kleine Erinnerung aus dem Baden-Badener Rathaus – Vor 25 Jahren sagten die Franzosen „au revoir“

Kleine Erinnerung aus dem Baden-Badener Rathaus – Vor 25 Jahren sagten die Franzosen „au revoir“
General Benito, daneben die damalige OB Sigrun Lang und Manfred Rommel, damals OB von Stuttgart. Foto: Stadtmuseum/-archiv Baden-Baden

Baden-Baden, 31.05.2024, Bericht: Redaktion In einem Schreiben hatte Stadtrat Werner Schmoll, SPD, den Oberbürgermeister Dietmar Späth und das Baden-Baden Rathaus an die jüngere Geschichte der Franzosen in Baden-Baden erinnert und wenigstens eine Presseerklärung empfohlen. goodnews4.de berichtete.

Am 1. Juni 2024 jährt sich zum 25. Mal der Tag, an dem die französischen Streitkräfte aus Baden-Baden verabschiedet wurden. Der Bitte von Werner Schmoll kam die Stadtverwaltung am Mittwoch nach, die Pressemitteilung fiel aber recht bescheiden aus.

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Vor 25 Jahren war ein sentimentaler Tag für Baden-Baden – Stadtrat Werner Schmoll bittet OB Späth um ein Zeichen

Die Mitteilung aus dem Baden-Badener Rathaus vom 29. Mai 2024 mit dem Titel «Wie Gott in Frankreich» im Wortlaut:

«Stolz und auch ein etwas wehmütig erinnert die Stadt Baden-Baden an die Zeit, in der sie Sitz des Oberkommandierenden der französischen Streitkräfte in Deutschland war. Die Kurstadt war ein Schauplatz der Nachkriegsgeschichte, an dem sich maßgebliche Entwicklungen zwischen Deutschland und Frankreich vollzogen: Bundeskanzler Konrad Adenauer und Staatspräsident Charles de Gaulle trafen sich bereits 1962 in Baden-Baden und einigten sich hier auf die Grundzüge des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages und des europäischen Einigungsprozesses.

 

Mit der Verabschiedung des letzten Befehlshabers der in Deutschland stationierten Truppen (Forces Franҫaises Stationnées en Allemagne - FFSA), General Claude Benito, ging vor genau 25 Jahren (1. Juni 1999) eine Epoche zu Ende, in der in Baden-Baden einstige Kriegsgegner zu Freunden wurden. Zusammen mit dem prägenden Einfluss französischer Kultur und französischen Unternehmertums im 19. Jahrhundert wurde aus Baden-Baden eine der ‘französischsten’ Städte in Deutschland».

Mit deutsch-französischen Bildungsgängen vom Kindergarten bis zum Abi-Bac, mit französischen Straßen- und Platznamen im heutigen Stadtteil Cité sowie in den kulturellen Traditionen wird in Baden-Baden vieles bewahrt, was diesen Charakter unterstreicht. Sehr bewusst wird damit an das Versprechen des Frühjahrs 1999 erinnert, das die Stadt den Freunden bei den Abschiedsfeierlichkeiten mit auf den Weg gab: «au revoir».

Das schönste Kompliment für Baden-Baden aus dem Mund des scheidenden Oberkommandierenden: «In der (Sommer-)Hauptstadt des badischen Landes, wo während des letzten Jahrhunderts sich schon viele freundschaftliche Bande zwischen Franzosen und Deutschen geknüpft haben, fühlen wir uns wirklich jetzt, meine Frau Gemahlin und ich ‚Wie Gott in Frankreich‘.»

Mit Blick auf die große gemeinsame Verantwortung Frankreichs und Deutschlands gewinnen die damaligen Worte General Benitos an den Inspekteur des Heeres, General Willmann, einen höchst aktuellen Bezug. In seiner Rede unterstrich der scheidende Oberkommandierende der FFSA die Bedeutung einer noch engeren Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern, die trotz aller Schwierigkeit ohne Alternative sei: «Ich bin überzeugt, dass wir gezwungen sind es zu schaffen, wenn wir wollen, dass Europa eines Tages fähig ist, auf dem Kontinent den Frieden zu erhalten.»

In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist aus dem Areal der ehemaligen Cités ein attraktives junges Stadtviertel geworden, geprägt vom Campus-Gelände der EurAka und weiteren Bildungseinrichtungen. Weite Teile des einstigen französischen Stadtteils stehen unter Denkmalschutz. Auch auf diese Weise wird der französische Charakter der Stadt bewahrt.




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