Daten gestohlen
Klinikum Mittelbaden von Cyberangriff betroffen – Daten von 1.260 Patienten gestohlen

Baden-Baden, 22.05.2026, 22:05 Uhr, Bericht: Redaktion Ein Cyberangriff auf einen externen Dienstleister betreffe auch Daten von Patienten des Klinikums Mittelbaden, teilte heute Abend gegen 21.45 Uhr das Klinikum mit.
Der externe Dienstleister, der für das Klinikum Mittelbaden Abrechnungsleistungen für privatversicherte, zusatzversicherte sowie selbstzahlende Patientinnen und Patienten erbringe, sei Opfer eines Cyberangriffs geworden. Bisher war bereits bekannt, dass mehrere Kliniken, darunter auch Universitätskliniken in Baden-Württemberg, von diesem Vorfall betroffen waren. «Nach aktuellem Kenntnisstand wurden im Zuge des Angriffs auch personenbezogene Daten von Patientinnen und Patienten des Klinikums Mittelbaden entwendet», heißt es in der Pressemitteilung von heute Abend. Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung seien nicht betroffen. Die IT-Systeme, die klinische Infrastruktur sowie die Patientenversorgung des Klinikums selbst seien zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt gewesen.
Der Angriff auf den externen Dienstleister sei nach den dem Klinikum vorliegenden Informationen Mitte April 2026 erfolgt. Zu diesem Zeitpunkt sei zunächst lediglich ein Sicherheitsvorfall gemeldet worden, ohne dass konkrete Angaben zu Art und Umfang der abgeflossenen Daten vorlagen. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls habe das Klinikum die Datenübertragung an den betroffenen Dienstleister unterbrochen und die zuständigen Datenschutzbehörden sowie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik informiert und interne Prüfungen eingeleitet. Eine belastbare Einschätzung zum Umfang der betroffenen Daten sei dem Klinikum erst am 18. Mai vorgelegen. Erst ab diesem Zeitpunkt hätten detaillierte Informationen zu Art und Umfang der abgeflossenen Daten von Seiten des Dienstleisters zur Verfügung gestanden.
Nach aktuellem Stand seien insgesamt rund 1.260 Patientinnen und Patienten betroffen. In rund 900 Fällen seien Stammdaten wie Name, Geburtsdatum und Adresse entwendet worden. In 360 Fällen seien darüber hinaus abrechnungsrelevante Daten gestohlen worden, die auch Informationen zu Diagnosen oder Behandlungsarten enthalten könnten und damit zu den besonders sensiblen personenbezogenen Daten im Sinne des Artikels 9 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zählen. Nach derzeitigem Kenntnisstand seien keine Finanzdaten wie Kontonummern oder IBAN kompromittiert worden.
«Gesundheitsdaten gehören zu den sensibelsten personenbezogenen Informationen. Ihr Schutz hat für uns höchste Priorität. Der Angriff betrifft ausschließlich den externen Dienstleister und nicht das Klinikum selbst. Unsere Patientenversorgung, unsere IT-Infrastruktur und unsere klinischen Systeme waren jederzeit sicher», wird der Medizinische Geschäftsführer Thomas Iber in der Mitteilung zitiert. «Wir nehmen den Vorfall sehr ernst. Aktuell arbeiten wir daran, alle betroffenen Personen individuell zu informieren. Gleichzeitig stehen wir im engen Austausch mit dem Dienstleister und den zuständigen Behörden und prüfen mögliche rechtliche Schritte», erklärt der Kaufmännische Geschäftsführer Felix Brenneisen.
Parallel würden alle Personen, bei denen Hinweise auf den Abfluss sensibler Gesundheitsdaten bestehen, individuell kontaktiert und in persönlichen Anschreiben informiert. Darüber hinaus werde ab dem 26. Mai eine zentrale, DSGVO-konforme E-Mail-Adresse für Rückfragen eingerichtet, die auf der Website des Klinikums veröffentlicht wird.
Das Klinikum Mittelbaden werde die Öffentlichkeit weiterhin transparent über neue Erkenntnisse informieren, verspricht die Klinik. Der Schutz der sensiblen Patientendaten und die umfassende Aufklärung des Vorfalls habe für das Klinikum höchste Priorität.
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