Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Antwort auf Gastbeitrag von Franz Alt – „Herr Alt träumt weiter das Märchen ‚liberaler Demokratien‘“
Baden-Baden, 04.03.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Alexander Lambertz Stellung zu dem goodnews4-Bericht Die Welt ist kein Basar – Gastkommentar von Franz Alt.
Man muss sich wirklich fragen, in welcher Welt Franz Alt lebt, wenn man seine letzten Gastbeiträge so liest. Trotz (oder wegen?) eines halben Lebens beim SWR und daraus resultierender finanzieller Sorglosigkeit auf Steuerzahlerkosten hat er in Geschichte, und sicherlich auch in der Schulzeit in Physik, offenbar nicht aufgepasst und auch heute noch fällt es ihm offenbar schwer, geopolitische Zusammenhänge, Interessen und Diplomatie sinngemäß zu lesen und auseinanderzuhalten. Fast nichts passiert zufällig, außer vielleicht feministische deutsche Außenpolitik.
In seinem Beitrag mokiert er sich darüber, Trump hätte einst verkündet, den Ukrainekrieg binnen 24 Stunden beenden zu wollen. Und nun beklagt er sich allen Ernstes, dass es ein wenig länger dauert als das. Dass Trump das zu einem Zeitpunkt sagte, als 24 Stunden noch ein denkbares Szenario waren und die Biden-Administration dann direkt danach Langstreckenwaffen freigab, wird zur Vermeidung eines plausiblen Kontextes natürlich unterschlagen. Wenn Trump es macht, muss es falsch sein.
Alt verkennt weiterhin, dass der «neue Sheriff» in Washington nicht zuletzt deswegen fulminant ins Amt zurückgewählt wurde, um die erratische Kriegspolitik der Vorgänger zu beenden und nationale Interessen wieder zu vertreten, die als Nebeneffekt auch die eigenen Bürger wieder ein wenig in den Mittelpunkt stellt. Der Ukrainekrieg ist ein Stellvertreterkrieg zwischen den USA, genauer: der demokratischen Partei und des «deep state» und Russlands, ausgetragen auf dem Boden der Ukraine. Trumps Administration und die US-Wähler (und der große Rest der Welt außer manche Kriegsfalken in Europa) haben die Nase voll davon, es geht nun in eine andere Richtung. Der Karren ist aber bereits im Dreck, und Trump – oh Schreck – will nun einen Deal machen, der als Nebeneffekt Frieden oder zumindest einen Waffenstillstand bringt. Und ja, hier geht es um Rohstoffe, um die ging es immer.
Die Ukraine, bzw. deren Unterstützer (allen voran die EU) haben verloren, sie steht mit dem Rücken zur Wand. Selenskyj als Marionette der US Vorgänger-Administration hat keine Optionen mehr, was ihm in Washington klargemacht wird. Anstatt den Mund zu halten und zu retten, was noch zu retten ist, wird er ausfällig und schadet seinem Land. Außer Europa erkennt das die ganze Welt und auch die Ukraine. Auch Herr Alt erkennt das nicht. «Die Welt ist kein Basar», sagt er da. Wenn ich die Geschichtsbücher so durchblättere, fürchte ich, dass die Welt schon immer ein Basar der Interessen gewesen ist und nie aufgehört hat, zu sein. Das darf man kritisieren und falsch finden. Aber zu behaupten, es wäre nicht so, ist schlicht naiv. Realität ausblenden ist aber das Steckenpferd des Herrn Alt, vor allen auch beim Thema Energie und Klima. Ideale anstreben ist ja gut, aber bitte dabei mit Realpolitik und den Gesetzen der Physik arbeiten.
Herr Alt träumt weiter das Märchen «liberaler Demokratien», letztere seien, salopp gesagt, die Guten (das sind natürlich nur und wieder «wir») und wollten ja nur Frieden. Der Frieden wiederum, ja das muss ein gerechter Frieden sein. Ist im Umkehrschluss dann ein «ungerechter Frieden» kein Frieden? Wer bestimmt, was «gerecht» ist?
Und auch wenn es nicht geschrieben steht, wird doch insinuiert, dass das, was Trump da macht, schlecht sein muss, da er ja mit «Diktatoren» redet. Trotzdem schreibt er paradox am Ende: «Wer Frieden will, muss den Frieden vorbereiten.» Okay, wie macht man das denn? Mit Waffenlieferungen ins Kriegsgebiet etwa, so wie das Strack-Zimmermann und Kiesewetter immer noch fordern? Oder vielleicht doch besser mal zuerst mit einem Waffenstillstand – egal wie herbeigeführt?
Alexander Lambertz
Baden-Baden
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