Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Baden-Baden soll dauerhaft ein guter Gesundheitsstandort sein. Alles andere wäre eine Farce“
Baden-Baden, 18.06.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Dr. Harald Orth Stellung.
Während die beschauliche Inselgemeinde Juist sich mit der potenziellen Revolution der Elektromobilität befasst – eine Frage, die den Gemeinderat zu einer höchst demokratischen und tiefenentspannten Abgabe der Entscheidungslast an die Insulaner bewogen hat –, zeichnet sich bei uns eine ebensolche Bürde ab.
Es scheint, als sei die Fähigkeit, grundlegende Fragen gesamthaft und strategisch zu entscheiden, eine Rarität geworden zu sein. Daher soll dies sicherlich besser in die Hände der bürgerlichen Schwarmintelligenz gelegt werden, um Fehlentscheidungen zu vermeiden. Eine Vorgehensweise, die nicht nur die lokalen Verwaltungsorgane stark entlastet, sondern auch die Bevölkerung in die Pflicht nimmt – besonders, wenn im Vorfeld hochkontrovers diskutiert wird, wie man es etwa von Projekten à la S21 kennt.
Der Befreiungsschlag für Baden-Baden: Eine Klinik im stetigen skalierbaren Wandel seiner Funktionen von der Ambulanz bis hin z.B. der Pflege, gerade auch durch die bereits vorhandene Struktur architektonisch und räumlich in der Fläche prädestiniert. Multifunktional und mit intelligenten neu gedachten Trägerkonzepten, als Cost-Center mit dem Primat zum Wohle der Patienten und nicht divers gut versteckten Fässer mit Geldabfluss ohne Boden.
Das eigentliche Meisterstück ereignet sich somit nun unmittelbar im Gemeinderat von Baden-Baden. Dort wird nicht nur die «Last und Bürde einer in erster Instanz vorprogrammierten Fehlentscheidung» bezüglich der Klinik durch den Bürgerentscheid am 29. Juni genommen werden, sondern dank der geballten Expertise der Einwohnerschaft auf breiter Basis, mit im Detail bemerkenswerter und recht hervorragender Expertise, eine neue heilsame und tragfähige Bestandslösung ermöglicht.
Es wird die Balger Klinik mit deutlich geringeren Mitteln als der letztendlich gesamthaft mind. aktuell zu erwartenden Milliardensumme (wir sind 3 bis 10-fache Kostensteigerungen im öffentlichen Sektor im realen Projektverlauf, von dem sich alle so gerne und herzhaft fortlaufend bedienen, zwischenzeitlich nicht mehr überrascht) sinnvoll wo nötig – Stück für Stück – und fortlaufend saniert. Ergänzt, mit Augenmaß, wo dies wirklich im neuen Gesamtkonzept der weiteren Kliniken Not tut, sowie «optimiert und insbesondere digital vernetzt für zukünftig auch lokal vorliegendes maximales Know-how». Es darf hier von einem klaren «JA» zum intelligenten Fortschritt im «sehr gut weiter zu entwickelnden Bestand», im Gegensatz zu «veraltetem und rückwärtsgewandtem Heilsversprechen eines überteuerten Zentralismus und der damit verbundenen bürokratischer Denkweisen» gesprochen werden. Offenbar ignoriert dieser altbackene Zentralismus die praktisch und alltäglich gewünschte Lebenswirklichkeit mit kurzen Wegen und auch der viel zu gering geachteten persönlichen Nähe & unmittelbar greifbaren Verantwortlichkeiten. Auch die in Kürze stark unterstützende KI-Entwicklungen und tatsächlicher autonomer Mobilität scheinen nur wenige im Gesamtkontext verstanden zu haben und zu antizipieren, sowie Kosten des wahren Flächenverbrauchs und der Eingriffe in die Natur und die Abbruchkosten zu ignorieren bzw. kleinzureden.
Zum Wohle ALLER wird also ein klares «JA» zur vorbildlichen und mit Willen & Begeisterung sogar wegweisenden ökonomischen, sozialen und nicht zu vergessen ökologischen Fortentwicklung die bessere Lösung, mit auch akzeptablem Footprint, sein. Denn eine Klinik muss fortlaufend 'state of the art!' für Spitzenmedizin und Pflege instandgehalten und gewartet sein. «Also, wo ist das Problem?», fragt man sich da fast schon rhetorisch, wohl wissend um die im ganzen Lande übergeordneten schlechten Rahmenbedingungen fehlerhaft allokierter Mittel. Des Landes, das der größte Gläubiger der Welt ist, dies sollten wir uns einmal auf der Zunge zergehen lassen! Oder sollten wir, weil Verantwortliche schlecht gemanagt haben, vorsichtshalber die Klinik wegen bereits jetzt und kommender ggf. noch unhaltbarerer Zustände und insbesondere dann die nächsten 10 Jahre besonders meiden müssen? Und uns daher besser an die maximalfinanzierten Universitätskliniken nach Karlsruhe oder gleich Heidelberg/ Mannheim oder Freiburg orientieren müssen?
Das kann und darf nicht sein, denn ein funktionierendes Gesundheitswesen wird gerade auch vor Ort benötigt als eine der allerwichtigsten Aufgaben unseres Gemeinwesens, neben den essentiellen und vernachlässigten Themen unserer Sicherheit, Ordnung und einem funktionalen und nicht missbräuchlich ausgeschlachtetem Sozialwesen.
Baden-Baden soll dauerhaft ein guter Gesundheitsstandort lokal und für das Land sein. Alles andere wäre eine Farce und zeugt von wenig strategischer angemessener Denkweise der bisher zu dem Thema Verantwortlichen. Diese Bürde und Entscheidungslast, da bin ich mir sehr sicher, wird am 29. Juni mit basisdemokratischer Eleganz und der gebotenen Klarheit nachdrücklich genommen werden.
Das wertvolle Prinzip des Bürgerentscheids wird zukünftig sicherlich und klugerweise öfters zum Tragen kommen. Damit dem Bürgerwillen, ganz wie es die Landesregierung wünscht, bei den wesentlichen Aspekten unserer aller elementaren Lebensumstände besser und gezielter entsprochen werden kann.
Es kann also nur ein «JA» zum Erhalt & der angemessener Instandsetzung der Baden-Badener Klinik -im wahrsten Interesse auch der gesamten Region- geben.
Packen wir es smarter an, JA-wohl 😃.
Dr. Harald Orth
Baden-Baden
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