Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – Baden-Badener Stadtbibliothek ächzt unter Finanzkrise – „Abos von Zeitschriften und Zeitungen reihenweise gekündigt“
Baden-Baden, 23.08.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung.
Die Badischen Neuesten Nachrichten, BNN, berichten, dass die Stadtbibliothek unter dem durch die Finanzkrise der Stadt verursachten Spardruck ächzt. Abos von Zeitschriften und Zeitungen wurden reihenweise gekündigt. Auch für die Neuanschaffung von Büchern fehlt das Geld. Aber vielleicht wird Bildung ja auch etwas überbewertet. Man kann Zeitschriften doch auch im Wartezimmer des Hausarztes lesen, oder? Und über das politische Geschehen kann sich der Bürger auch mittels Videos auf Tiktok informieren.
Baden-Baden muss halt sparen! Die 3.000 in unserer Stadt lebenden ukrainischen «Flüchtlinge» und circa 1.000 «Schutzsuchende» aus anderen Ländern wollen schließlich untergebracht und mit Sozialleistungen versorgt sein. Das ist sogar Pflichtaufgabe der Stadt. Die Kanzler Scholz und Merz sowie der grüne Ministerpräsident Kretschmann und sein Innenminister Strobl von der CDU wollen das so. Außerdem benötigt man ja noch Geld für immer neue Beamtenstellen in Baden-Baden.
Wie sieht dann die Stadtbibliothek der Zukunft aus? Man könnte doch auf Neuanschaffungen ganz verzichten und die Regale mit gelesenen oder für langweilig befundenen Büchern der Bürger auffüllen. Auch bei unseren Schwimmbädern ist innovatives Denken gefragt. Das zur Desinfektion des Wassers benötigte Chlor könnten die Badegäste selber bei Amazon bestellen und einem ehrenamtlich und unentgeltlich tätigen Bademeister aushändigen. Abends kommen dann einige Anwohner im Turnus der schwäbischen Kehrwoche, um das Schwimmbad kostenlos zu reinigen. Den für die Stadt kostspieligen ÖPNV kann man ausdünnen. Die Grünen möchten doch sowieso, dass wir häufiger das Lastenfahrrad benutzen. Sport und Bewegung sind schließlich auch gesund.
Wir müssen in Bund, Ländern und Kommunen für die wichtigen Aufgaben sparen: Die hunderte Milliarden von Euro für Waffenlieferungen und Finanzhilfen an die Ukraine kann man nicht so einfach aus der Portokasse bezahlen. Außerdem sollen wir nach Verteidigungsminister Boris Pistorius ja bereits in vier Jahren «kriegstüchtig» sein. Dafür reicht es aber nicht aus, dass der Bürger sich wie im Mittelalter einfach mit Spieß oder Knüppel bewaffnet und mit einem alten Ackergaul in die Schlacht zieht. Um der nach Meinung der Mainstreampresse vom Aggressor Putin ausgehenden großen Bedrohung entgegenzutreten, benötigen wir Panzer, Drohnen, Raketen, IT-Ausrüstung, Kampfflugzeuge, technisches Hilfsgerät und viel mehr Soldaten. Das gibt’s nicht umsonst – das kostet hunderte Milliarden Euro. Außerdem müssen wir ja auch «nur noch schnell die Welt retten». Das heißt: Deutsche Steuergelder für die Förderung der Geschlechtergerechtigkeit in Afrika oder eine Milliarde Euro für klimafreundliche urbane Mobilität in Indien.
Wir sollten uns von diesen vielen vor uns stehenden Aufgaben aber nicht entmutigen lassen, sondern uns Angela Merkels Motto «Wir schaffen das!» zu eigen machen, während es weiter stetig bergab geht. Einfach sparen, im Schwimmbad selber mit anpacken, auf Bibliotheken verzichten, Schlaglöcher auf unseren Straßen einfach Schlaglöcher sein lassen und Lastenfahrrad statt Bus fahren. Raus aus der Komfortzone! Solidarität mit der Ukraine und dem Rest der Welt heißt auch Verzicht auf eigene Annehmlichkeiten. Und wenn all diese Einsparungen nicht reichen, dann könnte man ja die städtische Müllabfuhr ganz abschaffen. Es wäre doch nicht zu viel verlangt, wenn der Bürger seine Müllsäcke alle paar Tage auf sein Lastenfahrrad packt und selber zur Deponie bringt, oder?
Boris Fernbacher
Baden-Baden
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