Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Baustelle Hindenburgplatz“ – „Baden-Baden kann für dieses kleine Bauvorhaben keine Baufirma aus China engagieren“
Baden-Baden, 27.01.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Martin Müller-Petersen Stellung.
Wer sich Ende voriger Woche über die wegen Baumpflegearbeiten verursachten Staus und Umleitungen in der Stadt ärgerte, der hat einen Vorgeschmack darauf bekommen, wie sich die Situation gestalten wird, wenn die Bauarbeiten am Hindenburgplatz durchgeführt werden.
Wie ist es möglich, dass bei einer Hauptverkehrsader wie dem Hindenburgplatz der Verkehr wegen Bauarbeiten für 4 Jahre behindert, bzw. teils sogar gesperrt wird? Und dabei klopfen sich die Verantwortlichen noch gegenseitig auf die Schulter, weil die Bauzeit nicht wie ursprünglich geplant 5 Jahre sondern NUR 4 Jahre dauert. Wer nun die Behauptung aufrecht hält, schneller kann man nicht bauen, sollte vielleicht mal einen Blick nach China werfen. Dort hat man den zweitgrößten Flugplatz der Welt in Peking mit 4 Start- und Landebahnen (4 weitere für insgesamt 100 Millionen Passagiere sind im Bau) inklusive der kompletten Infrastruktur (Autobahn, Zug, S- und U-Bahn, mit denen man die 46 km entfernte Innenstadt in 20 Minuten erreicht) in der Rekordzeit von 4 Jahren erstellt, also in der Zeit, die man in Baden-Baden für ein überschaubares Bauvorhaben von ein paar hundert Quadratmetern benötigt.
Zwar kann man in Baden-Baden für dieses kleine Bauvorhaben keine Baufirma aus China engagieren, aber man kann ein Maximum an Zeiteinsparung erreichen, wenn man einer Baufirma den Auftrag erteilt, die über genügend Manpower verfügt, um in allen Baubereichen in zwei Schichten (6-14 Uhr und 14-22 Uhr) arbeiten zu können, und zwar ohne Urlaub oder Zwangspausen weil es zu kalt oder zu heiß ist, oder weil es regnet oder schneit.
Aber wie uns dies ja aus der Vergangenheit bekannt ist (Leopoldplatz!) hat man wahrscheinlich wieder einer «befreundeten» Firma den Auftrag erteilt, die dann mit 3 Arbeitern täglich 7 ½ Stunden 4 ½ Tage in der Woche vor sich hin wurstelt und bei der alle vorgenannten klimatischen Hinderungsgründe voll zum Tragen kommen, von entsprechenden Urlaubswochen, an denen die Baustelle ruht, ganz abgesehen. Aber die gut bezahlten Mitarbeiter der Verwaltung kümmert es bekanntlich wenig, wenn viele Geschäfte in der Innenstadt dadurch der Pleite entgegen taumeln (siehe U-Bahnbau in Karlsruhe) oder die Touristen ausbleiben, denn sie haben ja ihr sicheres Einkommen und warum soll man sich Gedanken über Möglichkeiten machen, die Bauzeit zu verkürzen.
Kein Wunder, dass Deutschland als ehemalige Wirtschaftsmacht bei dieser Arbeitsmoral immer weiter abschmiert. Die Motivation bei der Arbeit liegt statistisch nachgewiesen in China bei knapp 60 Prozent und in Deutschland bei 48 Prozent. Der Krankenstand in Deutschland ist weltweit der höchste. Und mit den Löhnen, Steuern und Sozialabgaben liegen wir ebenfalls in der Spitzengruppe. Mal sehen, wie lange der deutsche Staat seine sozialen Wohltaten wie Krankentagegeld, Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld, Bürgergeld usw. usw. bei ständig fallender Wirtschaftsleistung noch durchhält.
Martin Müller-Petersen
Baden-Baden
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