Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Bruch zwischen CDU und Kandidatin Wischhusen war absehbar!“ – „Mit den Namen Whittaker, von Loga und Gernsbeck kein Blumentopf zu gewinnen“
Baden-Baden, 12.02.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Philipp Bruder Stellung zu dem goodnews4-Bericht «Lencke Wischhusen tritt parteiunabhängig zur Oberbürgermeisterwahl an» – Die OB-Kandidatin in Baden-Baden zwischen allen Stühlen.
Vorbei also die Zeit, als sich die ehemalige Bremer FDP-Politikerin Wischhusen als Kandidatin der CDU zur Wahl um den Oberbürgermeisterposten von Baden-Baden stellte. Neuerdings beschreibt sie sich selbst als «parteiunabhängig». Wie es zu dem Bruch kam – darüber darf nun spekuliert werden. Hat sie erkannt, dass in Baden-Baden mit den drei Buchstaben «CDU» und den Namen Whittaker, von Loga und Gernsbeck kein Blumentopf zu gewinnen ist? Das wäre naheliegend.
Zuerst allerdings hat sich Landtagskandidatin von Loga von ihrer eigenen Oberbürgermeisterkandidatin abgesetzt. Wer erwartet hätte, dass von Loga und Wischhusen auf Terminen im Baden-Badener Stadtgebiet gemeinsam auftreten – Fehlanzeige. Offenbar wollte sich von Loga nicht mit Wischhusen, die immer wieder in der Kritik stand, zeigen.
Überhaupt ging es von Loga, Whittaker und Gernsbeck niemals wirklich darum, einen geeigneten Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters von Baden-Baden zu finden. Es ging in erster Linie wohl immer nur darum, eigene Kandidaten zu verhindern. Das kleine Pöstchen in den hinteren Sitzreihen im Bundestag und im Landtag, die Aufbesserung der kleinen Pension aus dem einfachen oder mittleren Polizeidienst mit einer Gemeinderatstätigkeit. Darum ging es vermutlich.
Die Folge ist die totale Katastrophe. Wir haben ein wahrlich chaotisches Kandidatenfeld. Favorit ist ausgerechnet ein pensionierter SWR-Manager, dem Kollegen der Rundfunkanstalt ein ausgeprägtes Napoleon-Syndrom bescheinigen. Das wird ein Spaß!
Dabei wäre es Aufgabe der CDU gewesen, einen Kandidaten zu präsentieren, der maximalen Rückhalt und Unterstützung im bürgerlichen Lager hat. Das konnte schon allein deshalb nicht gelingen, weil die Unterstützer von Wischhusen selbst nicht im bürgerlichen Lager verankert sind. Und um es mal anders und ganz deutlich auszudrücken: Whittaker, von Loga und Gernsbeck werden ganz offensichtlich nicht besonders ernst genommen. Den Hinterbänkler Whittaker, der auch noch in Baden-Baden wohnt, bekommen wir immer wieder von der Rastatter CDU zur Wahl aufs Auge gedrückt. Wer will denn sowas. Und von Loga ist als Landtagsabgeordnete maßgeblich mitverantwortlich für das Desaster rund um das Kurhaus Baden-Baden. Es gibt vergleichbare Fälle, bei denen ein CDU-Kreisvorstand Verantwortung für solche massiven, parteischädigenden Fehler übernimmt und geschlossen zurücktritt. In Baden-Baden ist das nicht zu erwarten. Da scheint die Idiotie schon in der Satzung fest verankert zu sein.
Dass es schwierig werden würde mit der Kandidatin Wischhusen und ihrem Lebenspartner Markus Jerger – beide wohnen nach eigenen Angaben seit Januar in Baden-Baden und treten bei Wahlkampfauftritten gemeinsam auf – war allerdings vorauszusehen. Wie viele andere habe auch ich die Namen gegoogelt und einen Blick auf die Social-Media-Profile geworfen. Denn – ich habe vorher noch nie von den beiden gehört oder gelesen.
Was mir dabei sofort aufgefallen ist, wurde noch gar nicht thematisiert. Über Markus Jerger ist nur sehr wenig zu erfahren. Ein «Entrepreneur» und «Keynote-Speaker», derzeit offenbar ohne Beschäftigungsverhältnis oder einfach nur ein Privatier. Mal taucht er nur als «Markus Jerger», dann aber auch als «Prof. Dr. h.c. Markus Jerger» und als «Dr. Markus Jerger» auf. Wer ihm die Ehrendoktorwürde verliehen hat, wo und über welches Thema er ordentlich promoviert hat, an welcher Hochschule er welche Professur in welchem Fachgebiet innehat oder innehatte, erfährt man nirgendwo. Oder ich bin einfach zu dämlich für die Recherche.
Aber auch Lencke Wischhusen nimmt es offensichtlich nicht so genau mit ihren akademischen Titeln. In Baden-Baden hat sie sich als «Diplom-Betriebswirtin» beworben. So wird sie vermutlich auch auf dem Wahlzettel präsentiert. Gehen wir mal davon aus, dass Wikipedia eine korrekte Auskunft über Lencke Wischhusens Lebenslauf gibt. Dort steht, dass sie zu einer Zeit, als es noch keine Bachelor- und Masterabschlüsse gab, an der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik, einer Fachhochschule, studiert und tatsächlich auch ein «Diplom» erworben hat. Erst im Jahr 2014 wurde aus dieser Fachhochschule eine Hochschule mit Bachelor- und Masterabschlüssen. Ihr Abschluss damals: Diplom-Kauffrau (FH) (https://de.wikipedia.org/wiki/Lencke_Wischhusen). Wann sie das Präsenzstudium durchlaufen hat, ist allerdings ein Rätsel. Aber egal – eine «Diplom-Kauffrau» ist zunächst einmal keine «Diplom-Betriebswirtin». Und wer den Zusatz «FH» weglässt, der will suggerieren, dass er auf Master-Niveau ein Studium an einer Universität abgeschlossen hat. Ein FH-Abschluss ist vergleichbar mit einem Bachelor-Abschluss. Alles etwas verworren. Wie auch immer – Titelmissbrauch ist kein Kavaliersdelikt und wird in §132 Strafgesetzbuch geregelt. Vielleicht findet sich jemand, der Anzeige erstattet.
Sind wir doch mal ehrlich – der OB-Wahlkampf in Baden-Baden ist ein lustiges Theaterstück. Und wir müssen noch nicht einmal Eintritt dafür bezahlen.
Philipp Bruder
Baden-Baden
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