Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Bürger von Baden-Baden haben ein Recht auf die Wahrheit“ – „Thomas Jung für mich aktuell die große Hoffnung“
Baden-Baden, 26.01.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leserin Valentina Steiert Stellung zu dem goodnews4-Bericht OB-Kandidat Thomas Jung trifft den richtigen Ton für Baden-Baden – «Neben Paris und London» – Verhältnis zum SWR: «In dem Moment, wo ich als Oberbürgermeister antrete, bin ich auf der anderen Seite».
Der Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters ist längst eröffnet – und er wirft bereits jetzt ernste Fragen auf. Umso größer war meine Erleichterung, als ich heute Morgen in den sozialen Medien gesehen habe, dass Thomas Jung, ehemaliger SWR-Programmchef, seinen Hut in den Ring wirft. Nachdem sich bislang für mich nur ein ernsthaft wählbarer Kandidat öffentlich positioniert hatte – der jedoch vermutlich allein wegen seiner Parteizugehörigkeit von vielen reflexhaft abgelehnt wird, obwohl er fachlich hervorragend geeignet wäre – ist Thomas Jung für mich aktuell die große Hoffnung auf eine sachliche, glaubwürdige und bessere Kommunalpolitik in Baden-Baden.
Was mich hingegen regelrecht erschreckt, ist das Auftreten einer Kandidatin aus Bremen. Frau Wischhusen versucht derzeit, mit wohlklingenden Botschaften gezielt die Stadtteile zu umwerben. In einem öffentlichen Video erweckt sie den Eindruck, als könne man einfach so weitermachen wie bisher: Ortsverwaltungen erhalten, Strukturreformen vermeiden, Einsparungen ignorieren. Das ist nicht nur unrealistisch – es ist irreführend. Der Expertenrat der Stadt hat sich monatelang intensiv mit genau diesen Fragen beschäftigt und klar empfohlen, einen Großteil der Ortsverwaltungen zu schließen und durch mobile, flexible Lösungen zu ersetzen. Diese Vorschläge waren kein Selbstzweck, sondern eine notwendige Antwort auf die dramatische Haushaltslage der Stadt. Wer gleichzeitig die Empfehlungen zur Digitalisierung ernstnimmt, weiß: Verwaltungsleistungen müssen künftig digital, niederschwellig und rund um die Uhr verfügbar sein. Wenn Anträge online gestellt werden können, wozu brauchen wir dann noch teure, dauerhaft besetzte Ortsverwaltungen in jedem Ortsteil? Eine mobile Verwaltung – etwa einmal wöchentlich vor Ort – wäre ausreichend, zeitgemäß und deutlich günstiger.
Wenn Frau Wischhusen nun suggeriert, all das sei entbehrlich, 15 eingesparte Stellen seien verzichtbar und sie werde «andere Lösungen» finden, dann muss man das beim Namen nennen: Das ist entweder eklatante Ahnungslosigkeit oder bewusster Populismus. Beides qualifiziert nicht für das Amt der Oberbürgermeisterin.
Besonders unerquicklich wird es beim Blick auf ihre politische Vergangenheit. Frau Wischhusen war jahrelang Mitglied der FDP und politisch aktiv in der Bremer Bürgerschaft. Dennoch hat sie – wie man hört – bis heute keinen Kontakt zur FDP in Baden-Baden gesucht. Stattdessen ist sie offenbar erst kurz vor ihrer Kandidatur aus der Partei ausgetreten.
Für wie leichtgläubig hält sie eigentlich die Wählerinnen und Wähler dieser Stadt? Hat sie eine liberale Grundüberzeugung – oder nicht? Wenn nein: Warum war sie jahrelang mit diesem Parteibuch politisch tätig? Wenn ja: Warum der hastige Austritt unmittelbar vor dem Wahlkampf? Ist das taktisches Kalkül? Ein bewusster Etikettenschwindel? Und weiter gefragt: War dieser Austritt womöglich eine Voraussetzung dafür, mit Unterstützung der CDU in den Wahlkampf ziehen zu können? Auch das verdient eine klare Antwort. Ebenso wie die Frage, warum die CDU in Baden-Baden offenbar nicht in der Lage war, eine geeignete Kandidatin oder einen geeigneten Kandidaten aus den eigenen Reihen zu präsentieren.
Die Bürgerinnen und Bürger von Baden-Baden haben ein Recht auf Klarheit, Transparenz und politische Redlichkeit – vor der Wahl. Nicht erst danach. Deshalb schätze ich die offene, ungeschönte Sprache von Alexander Arpaschi und hoffe, dass auch Thomas Jung im Wahlkampf den Mut zur Wahrheit behält – selbst wenn sie unbequem ist.
Die übrigen bislang angekündigten Bewerbungen mögen demokratisch legitim sein, spielen inhaltlich jedoch kaum eine Rolle. Viele der öffentlichen Veranstaltungen und Podiumsdiskussionen wirken bereits jetzt wie Zeitverschwendung. Aber auch das gehört zur Demokratie.
Gerade deshalb gilt: Genau hinschauen. Nachfragen. Und sich nicht für dumm verkaufen lassen. Die OB-Wahl am 8. März in Baden-Baden, ist auf Grund der aktuellen Situation der Stadt wichtiger denn je!
Valentina Steiert
Baden-Baden
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