Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „CDU-Landtagsfraktion präsentiert ‚Zehn Punkte Zuversicht‘“ – „Er rückte die Vorgehensweise der Sozialdemokraten sogar in die Nähe der AfD“

Baden-Baden, 12.12.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung.

Die CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg zitierte in einem «Zehn Punkte Papier» ihren jetzigen Spitzenkandidaten Manuel Hagel für die Landtagswahl am 8. März: «Die Menschen sehnen sich nach einem Richtungswechsel in Berlin, weil unser Land doch endlich wieder eine Politik braucht, die einfach funktioniert.» Schöne Worte, aber bringt Herr Hagel auch die für dieses wichtige Amt nötigen Voraussetzungen mit? Werfen wir einen Blick zurück: Hagel ist seit bald zwei Jahren Chef der Fraktionsvorsitzenden-Konferenz der Union in Bund und Ländern. In dieser Zeit ist er inhaltlich auffallend unkreativ geblieben. Die Wochenzeitung Konkret beschreibt seinen Politikstil wie folgt:

«Eine Idee, einen Plan anstoßen und dann gleich das Weite suchen, statt die inhaltliche Auseinandersetzung offensiv und erkennbar zu führen, nicht zuletzt, um die eigenen Argumente zu schärfen.»

 

Hagel entwickelte weitreichende Ideen zur Umwälzung der Verwaltungsstrukturen in Baden-Württemberg. Mindestens zwei der fünf Verwaltungsebenen könnten seiner Meinung nach weg. Weiter ausgearbeitet hat er seine Ideen aber ebenso wenig wie seine Forderungen nach einer Reform des Länderfinanzausgleichs. Da die Grünen auf eine Fortsetzung der Koalition mit der CDU nach der Landtagswahl hoffen, halten sie sich mit offener Kritik an Herrn Hagel zurück. Intern wird aber über die Faktenschwäche von Hagel selbst in Haushaltsberatungen geklagt. Ein Abgeordneter charakterisierte Hagels Politik als «mehr Schein als Sein» und wies auch auf dessen häufig stundenlange Abwesenheit an Debattentagen hin. Um das zu kaschieren, lässt Hagel von seinem Social-Media-Team Bilder posten, die den Eindruck einer aktiven Teilnahme am parlamentarischen Leben erwecken sollen. Manuel Hagel scheint also eher ein «Spruchbeutel» zu sein, der wirkliche parlamentarische und politische Sacharbeit nur simuliert. Er wirft ein Thema in den Raum, um so kurzfristig mediale Aufmerksamkeit zu generieren. Danach verliert er aber das Interesse an der weiteren Ausarbeitung seiner Vorstellungen. Klar, das würde konzentrierte und zeitaufwendige Sacharbeit erfordern, auf die Herr Hagel wohl keine Lust verspürt, oder der er inhaltlich auch gar nicht gewachsen ist.

Dafür verfügt Manuel Hagel aber über ganz andere, für einen aufstrebenden Politiker auch wichtige Fähigkeiten: Er ist ein Meister im Führen harter, unsachlicher und schmutziger Wahlkämpfe: Beim Listenparteitag der CDU im Dezember 2024 nannte er den damaligen SPD-Kanzler Olaf Scholz «charakterlos». Der SPD bescheinigte er, dass ihr «jeder politische Stil» fehle, denn sie hätten auf «Dirty Campaigning, auf einen möglichst schmutzigen Wahlkampf» umgestellt. Er rückte die Vorgehensweise der Sozialdemokraten sogar in die Nähe der AfD, prognostizierte «Diffamierung ohne Ende» und erregte sich über Fake News und eine SPD, die «blanken Hass» verbreite. Hagels Wahlkampf-Performance wurde von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) als «Trümmer-Rhetorik» eingestuft.

Fazit: Wer wie Manuel Hagel statt mit Fachkenntnis und Fleiß nur mit platten Sprüchen und Beschimpfung des politischen Gegners «punkten» kann, ist als zukünftiger Ministerpräsident von Baden-Württemberg vollkommen ungeeignet.

Boris Fernbacher
Bade-Baden

Quellen:

1.) Kontext Wochenzeitung: Manuel Hagel / «Eigentlich ein witziger Kerl»

2.) Staatsanzeiger: CDU-Europaparteitag in Ludwigsburg / Manuel Hagel nennt die AfD «Vaterlandsverräter»

3.) SWR aktuell: Wegen «Nazi-Parole»? Linke fordert Rücktritt von BW-CDU-Chef Hagel

4.) Kontext Wochenzeitung: CDU Baden-Württemberg / «Diffamierung ohne Ende»


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