Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Dass die CDU Baden-Baden so eine Kandidatin in Betracht zieht, hinterlässt unangenehmen Beigeschmack“

Baden-Baden, 23.12.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Sascha Zimny Stellung zu dem goodnews4-Bericht Baden-Badener OB-Hoffnung Lencke Wischhusen schon jetzt zwischen allen Stühlen – CDU-Brandmauer gegen AfD und Grüne.

Die Baden-Badener CDU hat mit der aus Bremen stammenden FDP-Politikerin Lencke Wischhusen eine Überraschungskandidatin für die am 8. März anstehende Wahl eines neuen Oberbürgermeisters aus dem Hut gezaubert. Auf dem Papier liest sich ihre Qualifikation erst mal ganz passabel: Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau sowie Studium zur Diplom-Kauffrau. Danach war sie Geschäftsführerin der elterlichen W-Pack Kunststoffe GmbH & Co. KG, einem Unternehmen mit nur 50 Mitarbeitern. Ob man solch einen Posten in Papas Betrieb nun als wirtschaftspolitische Kompetenz allzu ernst nehmen kann, muss jeder selbst entscheiden. Nach Beendigung dieser Tätigkeit konzentrierte sich Frau Wischhusen eher auf das Fachgebiet schöner, aber belangloser Worte, und war als Moderatorin von Veranstaltungen und Vorträgen aktiv. Ihre größte Bekanntheit erreichte sie als Jurorin des VOX-Fernsehformats «:Die Höhle der Löwen». Dabei handelt es sich um eine Show, in der Erfinder und Möchtegernjungunternehmer ihr Geschäftskonzept einer Jury vorstellen, um finanzielle Unterstützung für ihre Firmengründung zu erhalten. Diese Show hat mit dem wirklichen Wirtschaftsleben natürlich genauso so viel zu tun, wie die TV-Serie «Die Schwarzwaldklinik» mit dem realen Betrieb in einem Krankenhaus oder die Kochshow «Das perfekte Dinner» mit der tatsächlichen Arbeit in der Gastronomie. Kritikern gilt Frau Wischhusen im politischen Bereich eher als Leichtgewicht, das mangelnden inhaltlichen Tiefgang durch Selbstinszenierung und flotte Sprüche kompensiert.

 

Auf dem Gebiet der Kungelei und Postenvergabe an Verwandte und Freunde ist Frau Wischhusen aber bereits genauso Profi wie der ehemalige Wirtschaftsminister Robert Habeck, der seinem Trauzeugen Patrick Graichen den Posten des Geschäftsführers der Deutschen Energie-Agentur zuschanzte. Als Abgeordnete der Bremer Bürgerschaft war sie im Nebenjob als Beraterin des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft (BWMV) tätig. Dessen Geschäftsführer war pikanterweise ihr Lebensgefährte Markus Jerger. Als Präsident fungierte wiederum dessen Stiefvater Mario Ohoven. Der Verband äußerte sich nicht dazu, wie Frau Wischhusen zu dem Posten gelangte, und auch sie selbst lehnte eine Stellungnahme ab. Dass die CDU Baden-Baden so eine Kandidatin in Betracht zieht, hinterlässt einen unangenehmen Beigeschmack. Hat man in Baden-Baden nicht schon genug Vetternwirtschaft?

Sascha Zimny
Baden-Baden


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