Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Deutschland wird niemals „kriegstüchtig“ werden“

Baden-Baden, 29.08.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu den Leserbriefen von goodnews4-Leserin Christina Lipps Leserbrief «Meine Meinung» – Zum goodnews4-Bericht «Auch Baden-Baden soll kriegstüchtig werden» – «Russland ist und bleibt Nachbar von Europa» und goodnews4-Leser Holger Nagel Leserbrief «Meine Meinung» – Zum Leserbrief von Christina Lipps – «Upps, wurde der Artikel vom russischen Propagandaministerium im Kreml geschrieben?».

Sehr geehrte Frau Lipps, sehr geehrter Herr Nagel,

ich kann die Argumente von ihnen beiden teilweise nachvollziehen. Im Endeffekt ist es aber auch belanglos, was der Bürger zu diesem Thema so meint. Deutschland wird niemals «kriegstüchtig» werden, wie es Verteidigungsminister Pistorius fordert. Da kann man noch so viele Steuergelder in die Aufrüstung der Bundeswehr stecken und eine freiwillige oder auch verpflichtende Wehrpflicht einführen. Es wird alles nichts bringen!

 

Eine Armee, die verteidigungs- und also auch kriegstüchtig sein will, muss über folgende Qualitäten verfügen: Entschlussfreudigkeit – Schnelles und zeitnahes Reagieren und Handeln – die Fähigkeit bei Bedarf auch mal unkonventionelle Lösungen zu finden - Durchhaltevermögen – funktionierende und schnelle Informations- und Entscheidungswege -motiviertes Personal. All diese Fähigkeiten und Ressourcen sind in Deutschland aber kaum noch vorhanden: Bauvorhaben ziehen sich wegen Gutachten, Gegengutachten, Petitionen und Gerichtsprozessen 10 oder mehr Jahre in die Länge. Für belanglose Änderungen am Hausdach muss der Bürger etliche Anträge ausfüllen. Firmen müssen wegen jeder Lappalie unzählige Formulare ausfüllen. All das liegt dann monate- oder jahrelang unbearbeitet bei den Behörden rum. Der Staat ist noch nicht mal in der Lage, überhaupt festzustellen, wer sich alles im Lande aufhält und wer davon bereits straffällig geworden ist. Abschiebungen von ausreisepflichtigen Migranten scheitern an Behördenversagen. Die Polizei kann die Sicherheit auf unseren Straßen nicht mehr garantieren. Die Deutsche Bahn schafft es nicht, dass die Züge halbwegs pünktlich ankommen. Über jeden belanglosen Furz wird endlos bei Maybrit Illner oder Markus Lanz diskutiert. Gehandelt wird aber nie.

Jetzt fordert der Bundesjugendring sogar, dass junge Menschen bei der Frage nach Einführung einer verpflichtenden Wehrpflicht «mit einbezogen werden» und mitreden dürfen. Hoppla, in welchem Land der Welt dürfen die Rekruten denn mitbestimmen, ob sie nun zur Armee wollen oder nicht? Kann man mit solchen «Weicheiern» einen Krieg gewinnen? Wie muss man sich das dann vorstellen, wenn der Russe uns wirklich mal angreift? Richtet der diensthabende Offizier dann vor dem Abrücken in den Einsatz folgende Worte an seine Truppe?

«Liebe Soldat_Innen (m/w/d). Die russischen Streitkräfte haben gerade die Oder überschritten. Wir sollten jetzt eigentlich in unsere Panzer steigen und sie zurückwerfen. Aber wir wollen das natürlich nicht über eure Köpfe hinweg entscheiden. Wir sollten zuerst einen ergebnisoffenen Diskurs führen: Ziehen wir nun an die Front oder gehen wir lieber alle nach Hause und warten erstmal ab? Oder sollen wir in der Kaserne bleiben und unsere Fahrzeuge mit Regenbogenflaggen bemalen?»

Boris Fernbacher
Baden-Baden


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