Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Die Pariser wollen im Gegensatz zu den Baden-Badenern in einer lebenswerten Stadt wohnen und nicht am Verkehr ersticken“

Baden-Baden, 01.04.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Wolfgang Holstein Stellung zu dem goodnews4-Bericht Kaiserallee wird bei Kolonnaden zum verkehrsberuhigten Bereich – Neue Großbaustelle Hindenburgplatz stoppt Verkehrsfluss in Baden-Baden.

In Paris haben die Bewohner mehrheitlich zugestimmt, dass 500 (i.W. fünfhundert) Straßen verkehrsfrei gestaltet und in Fußgängerzonen umgewidmet werden sollen. Dadurch gehen ca. 10.000 Parkplätze verloren, doch das ficht die wackeren Pariser nicht an, denn die Pariser wollen im Gegensatz zu den Baden-Badenern in einer Lebenswerten Stadt wohnen und nicht am Verkehr ersticken.

 

Kann man sich so etwas bei uns in Baden-Baden vorstellen? Natürlich nicht, denn die Verkehrsprobleme in der Weltmetropole Baden-Baden sind ungleich größer als in Paris mit seinen läppischen 11 Millionen Einwohnern. Hier wäre ja beinahe schon wieder eine Badische Revolution ausgebrochen, als die Fieser-Brücke für den Verkehr gesperrt wurde. Aktuell freut sich aber die volksfeindliche Stadtverwaltung, dass man nach drei Jahren entgegen dem Bürgerentscheid nun eine bestimmte Strecke an der Fieser-Brücke wieder für den Verkehr freigeben darf. Und so wird der Kampf um jeden qm Verkehrsfläche bis aufs Messer weitergeführt. Sicher ein gewichtiges Argument stellt sich bei folgendem Problem. Wie sollen beispielsweise übergewichtige Villen-Bewohner in den Höhenlagen die Stadt erreichen. Wie sollen deren Ehefrauen die Einkäufe erledigen oder deren Kinder in die Schule oder sonst wohin gelangen? Nein, unmöglich, hier muss es nach wie vor erlaubt sein, die Stadt mit einem 6 Meter langen 500 PS starken SUV zu erreichen.

In Erwägung ziehen sollte man auch, die ganze Lange Straße und Gernsbacher Straße wieder für den Durchgangsverkehr freizugeben, denn der Fußweg von den durch Halteverbot gekennzeichneten bevorzugten Stellplätzen der betreffenden Klientel ist mit mehreren hundert Metern Fußmarsch eigentlich nicht zumutbar. Kurzum, die Geschichte von Schilda könnte in Baden-Baden problemlos neu geschrieben werden. Denn bekanntlich sind der Dummheit nicht nur in Baden-Baden keine Grenzen gesetzt.

Wolfgang Holstein
Baden-Baden


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