Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Die Stadt hat kein Geld mehr“ – „Der Frust von Herrn Brandau“

Baden-Baden, 20.03.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Wolfgang Holstein Stellung zu dem Leserbrief von goodnews4-Leser Mike Brandau Leserbrief «Meine Meinung» – «In der Tat ist dem WeLoveBaden-Baden das Geld ausgegangen» – «Der Souvenirladen profitiert vom Verein und umgekehrt der Verein und die Stadt vom Laden».

Den Frust von Herr Brandau (goodnews4 vom 18.03.2025) kann man verstehen, wenn man sieht, wieviel Geld die Stadt für völlig ineffiziente Abteilungen verdummt. Im vorliegenden Fall ist es die Tourismus GmbH der Stadt, die zwar viel Geld an Personalkosten verschlingt, aber nichts, rein gar nichts zuwege bringt. Keine einzige internationale Großveranstaltung. Mittlerweile bringt Herr Brandau mit seinen Ideen (speziell zur Weihnachtszeit) wahrscheinlich mehr Touristen in die Stadt als die unnütze Tourismus GmbH mit ihrem altbackenen, viel zu langen Weihnachtsmarkt. Und wenn er sich dann mit einer weiteren Geschäftsidee (hochwertige Souvenirs) anschickt nach großem finanziellem Einsatz vielleicht auch mal Gewinn zu machen, was ihm zu wünschen wäre, dann gibt es natürlich wieder die üblichen Neider, die alle möglichen Gründe ins Feld führen, warum dies nicht so sein darf. Herr Brandau ist scheinbar der Einzige, der sich aktiv und finanziell für Baden-Baden einsetzt, und das wird ihm schlecht gedankt.

 

Leider sieht es im privat finanzieren Sektor aber auch nicht besser aus. Als Beispiel sei hier das Festspielhaus genannt. Was waren das früher unter Mölich-Zebhauser für Festspiele und Weltstars (Netrebko, Garanca, Kaufmann, Lang-Lang) gaben sich die Klinke in die Hand und ein verwöhntes Publikum scheute nicht die hohen Eintrittspreise (350,-- Euro pro Person), um sich diesen Kunstgenuss zu gönnen. Und heute? Schwamm drüber, einige der Darbietungen kann man bestenfalls als Kindergeburtstag bezeichnen. Die günstigen Eintrittspreise alleine bringen kein internationales Publikum ins Festspielhaus. Da hilft es auch nicht, wenn man ehemalige Stars wie Domingo (84 Jahre) und Anne-Sophie Mutter (61 Jahre) auf die Bühne schleift. Deren Zeit ist vorbei, es gibt hervorragenden gleichwertigen Nachwuchs. Offensichtlich ist bei den bisherigen Spendern und Förderern jedoch keine Bereitschaft mehr vorhanden, für wirkliche Weltstars tiefer in die Tasche zu greifen und es ist kein Wunder, dass die Berliner Philharmoniker nach Salzburg abgewandert sind.

Ähnliches ist leider vom Burda-Museum zu vermelden. Warum gibt es hier nicht mehr die publikumswirksamen Ausstellungen von Kiefer, Richter, Nolde etc. Nur die bringen auch internationales Publikum nach Baden-Baden und nicht Strickwaren-Ausstellungen oder ähnlicher Humbug. Aber leider auch hier Fehlanzeige; warum?

Der Niedergang von Baden-Baden scheint analog zur Bundesrepublik nicht mehr aufzuhalten zu sein. Ging es unter der OB Mergen schon bergab, befinden wir uns jetzt unter OB Späth im freien Fall.

Wolfgang Holstein
Baden-Baden


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