Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Die Stadt spart an den Schwächsten“ – „Baden-Badens Rollstuhlfahrer müssen ab 1.1.2026 zuhause bleiben“

Baden-Baden, 05.01.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leserin Katja Knapp Stellung.

Die Stadt spart an den Schwächsten, obwohl das städtische Konto 2026 entspannt ist.

Schwerbehinderte Menschen konnten bisher über den «Fahrdienst für schwerbehinderte Menschen der Stadt» ein Taxi nutzen, um zum Einkaufen, zu Behörden, ins Kino oder zu Freunden zu fahren. Mit einer Eigenbeteiligung von 3 Euro pro Fahrt, konnte man 6-mal im Monat im Kreis Baden-Baden mit dem Taxi fahren. Für schwerbehinderte, alleinlebende Menschen wie mich, ist es die einzige Möglichkeit aus dem Haus zu kommen. Wie viele Behinderte von Erwerbsminderungsrente lebend, kann ich das Taxi nicht selbst bezahlen.

Im Namen der Inklusion sollte es heutzutage selbstverständlich sein, auch als schwerbehinderter Mensch einmal in der Woche am öffentlichen Leben teilhaben zu können. Seit dem 1. Januar 2026 ist das nicht mehr der Fall.

 

Im Dezember informierte ein Brief der Stadtverwaltung, «…dass der Gemeinderat am 17.11.2025 … die Richtlinien für den Fahrdienst für schwerbehinderte Menschen geändert hat. … ab 01.01.2026 tritt folgende Änderungen in Kraft: Pro Monat können durchschnittlich maximal 2 Fahrten (bisher 6 Fahrten) in Anspruch genommen werden.»

Zwei Fahrten pro Monat bedeutet, ich kann nun entweder zur Behörde, oder zum Einkaufen. Besuche bei Freunden oder Veranstaltungen sind somit nicht mehr möglich.

Sind schwerbehinderte Baden-Badener nicht genauso Bürger wie Baden-Badener ohne Behinderung? Sollten sie nicht genauso oft in die Innenstadt, ins Kino oder zu Freunden dürfen? Muss die Stadt ausgerechnet an den Schwächsten sparen? Einkaufen und Teilhabe am öffentlichen Leben ist kein Luxus, sondern ein Grundbedürfnis ALLER Menschen.

Inklusion für schwerbehinderte Menschen in Baden-Baden? – Fehlanzeige!

Katja Knapp
Baden-Baden


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