Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Dümmer geht’s nimmer, aber in Baden-Baden immer“ – „Fahrradstraße ohne Fahrräder und andere Schildbürgerstreiche"
Baden-Baden, 07.04.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Wolfgang Holstein Stellung zu dem goodnews4-Bericht Baden-Baden ist doch keine Fahrradstadt – Fahrradstraße in Maria-Viktoria-Straße wird zurückgebaut – «Beobachtungen der Stadtverwaltung».
«Dümmer geht’s nimmer», dieser Spruch taucht des Öfteren in Leserbriefen in den goodnews4 auf und betrifft gezielt die Stadtverwaltung von Baden-Baden. Aber dieser Spruch trifft nur ungenau, denn er müsste eigentlich heißen «Dümmer geht’s nimmer, aber in Baden-Baden immer». Als Beweis für diese zutreffende Aussage sei der jüngste Schildbürgerstreich der Stadtverwaltung angeführt. Da hat man die Maria-Viktoria-Straße für viel Geld, das man nicht hat, in eine Fahrradstraße umgewandelt, um dann nach einem Jahr Erprobung festzustellen, dass dort allesmögliche fährt, nur keine Fahrräder. Also werden nun die betreffenden Bezeichnungen wieder entfernt und diese kostspielige Angelegenheit zu den Akten gelegt.
Als ähnliche unüberlegte Aktion zeigt sich das Linksabbiegeverbot an der Ausfahrt der Kongresshaus-Parkgarage am Augustaplatz. Fahrzeuge die nach der Ausfahrt Richtung Leopoldplatz fahren wollen, sollen nach dem Willen der betreffenden Aufsichtsbehörde rechts in die Ludwig Wilhelm Straße abbiegen und dann links in die Du-Russel-Straße, um dann nochmals links in die Lichtentaler Straße und in Richtung Augustaplatz fahren. Man kann jedoch unschwer beobachten, dass geschätzt 95 Prozent aller Fahrzeuge, die Richtung Leo wollen, gleich nach der Parkhaus-Ausfahrt verbotswidrig links abbiegen, um sich den Umweg von ca. 200 m zu sparen. Wird diese Vorschrift nun auch wieder aufgehoben oder findet sich vielleicht einmal ein Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienst, der die Einhaltung der Vorschrift kostenpflichtig überwacht?
Aber es gibt noch einen weiteren Schildbürger- oder besser gesagt Seilschaftsstreich. Zur Entlastung des Ludwig-Wilhelm-Platzes vom Touristen-Busverkehr wurde in der Bertholdstraße eine Touristenbus-Haltestelle eingerichtet. Diese konnte aber bisher nicht in Betrieb genommen werden, weil man dazu auch die Parkfläche am Gausplatz für Toiletten etc. hätte nutzen müssen. Da aber ein guter Steuerzahler eine Baumaßnahme durchführen wollte, zu der er diesen Parkplatz für die Bauarbeiter benötigte, außerdem auch die Schillerstraße und Teile des Ludwig-Wilhelm-Platzes sowie ein Teil der Ludwig-Wilhelm-Straße für diese Baumaßnahme gesperrt werden musste, hat sich das Thema Busbahnhof vorläufig erledigt.
Warum ist es eigentlich bei den umfangreichen Bauarbeiten am Badischen Hof und am Europäischen Hof gelungen, diese durchzuführen, ohne städtische Flächen in Anspruch nehmen zu müssen, während man bei diesem Bauprojekt mehrere öffentliche Straßen- und Platzteile für diese private Aktion sperrt? Auch bei diesem Bauprojekt hätte man das Grundstück des Hotels als Abstellfläche nutzen können, aber städtischer Grund schont die eigenen Flächen. Und die anderen Bauherren hatten wahrscheinlich nicht so gute Connections in der Stadtverwaltung.
Über die wahrscheinlich auf Wunsch einiger Anlieger der Werder- und der Friedrichstaße vorgenommene Aufhebung der Sperrung bei der Fieser-Brücke wurde in den goodnews4 bereits berichtet und die Hirnrissige Planung einer Fahrradbrücke über den Verfassungsplatz ist Gott sei Dank dem Sparzwang der Stadt zum Opfer gefallen.
Man könnte diese Intelligenzbeweise allein im Verkehrsbereich noch seitenweise fortführen und käme dabei immer zu dem eingangs erwähnten gleichen Ergebnis. Damit wird auch klar, warum sich OB Späth so vehement gegen eine Einwohnerversammlung wehrt. Da kämen alle diese Dinge auf den Tisch und die Stadt wüsste keine vernünftige Antwort. Bei dieser Stadtverwaltung wundert einen doch gar nichts mehr; oder? Hier kann man wirklich nur auf den Einsatz von KI hoffen, die aber wahrscheinlich von den Vorgenannten aus gutem Grund nach Kräften verhindert wird.
Wolfgang Holstein
Baden-Baden
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