Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Eigentlich ist alles gesagt worden zum Zentralklinikum, aber es schmerzt doch sehr“

Baden-Baden, 01.08.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leserin Ilse Jannsen Stellung.

Eigentlich ist alles gesagt worden zum Zentralklinikum, aber es schmerzt doch sehr, dass Baden-Baden seine Klinik verlieren soll, dazu die bittere Erkenntnis, dass Baden-Baden nie eine Chance hatte, da die eingemeindeten Dörfer von jeher einen tiefen Groll gegen die Stadt hegen und deshalb eo ipso immer gegen sie stimmen (80 Prozent zu 20 Prozent die Stimmenverteilung). Darüber hinaus ist sie mit einem OB geschlagen, der eher ins Umland passt als in unsere Kurstadt, doch nirgendwo wollte man ihn haben und so ist er leider bei uns gelandet. «Alles richtig gemacht zu haben» (in der Finanzkrise) bescheinigt ihm sein Kollege Mentrup. Von wegen! Vielmehr hört man, dass er über seine Verhältnisse gelebt habe, trotz bereits bestehender Haushaltssperre. Armes Baden-Baden! Wir brauchen endlich mal wieder einen OB, der für seine Stadt brennt – nach Walter Carlein ging es (Ausnahme Sigrun Lang) mit der Stadt nur noch bergab.

 

Verständlich, dass die Rastatter Kreisräte jubeln, doch zu behaupten, «die kollektive Vernunft habe gesiegt» – weil nun die Würfel für den Standort Münchfeldsee gefallen sind, also da sträuben sich mir die Haare ob der kollektiven Unvernunft aller Befürworter! Blind gegenüber allen Problemen, denen wir gerade und fraglos auch in nächster Zukunft ausgesetzt sind, stur nur bis zum Tellerrand gestarrt. Jeder, der bis drei zählen kann, wettet darauf, dass wir auf ein zweites «Stuttgart 21» zusteuern mit endlosen Verzögerungen und jetzt kaum vorstellbaren Kostensteigerungen. Warum B-B mit seinem Minderheitsanteil und daher ohne Mitspracherecht sich an dem Projekt beteiligen will, ist mir unerklärlich und zahlen kann es sowieso nicht, denn es ist zahlungsunfähig. All diese Risiken nimmt man in Kauf, ohne Garantie natürlich, dass hinterher die medizinische Versorgung tatsächlich besser sein wird – und die Millionen, die wir Jahr für Jahr in unsere Spitäler pumpen – futsch!

Ein Aspekt, der in allen Debatten bisher keine Erwähnung fand: Wie nachhaltig ist eigentlich der kolossale Neubau? Hat irgendjemand auf dem Schirm, dass Beton (Zement) 3x mehr CO2 ausstößt als der Flugverkehr? Auf jeden Fall sollte erstmal eine Nachhaltigkeitsstudie erstellt werden – wie viele CO2-Zertifikate das wohl kosten wird? Obwohl der Klimawandel immer spürbarer wird mit Hitzesommern und Starkregen und wir mehr Grünflächen schaffen müssen, um die immer heißeren Sommer erträglicher zu machen, wollen wir wieder ein großes Biotop von mindestens 6,5 ha versiegeln, das entspricht einer Fläche von 4,5 Fußballfeldern! Zudem könnte bei Starkregen ein «Jahrhunderthochwasser» am Münchfeldsee drohen, am Standort Balg niemals. Letzte Frage: Woher sollen eigentlich all die Milliarden kommen, wo doch alle pleite sind?

Ilse Jannsen
Eberbach Seltz


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