Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Engstelle Baden-Baden“ – Zu den OB-Briefen Stadtrat Schmoll vom 1. und 4. Juli

Baden-Baden, 09.07.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Rainer Jehl Stellung zu den goodnews4-Berichten OB Späth soll Projekt zurückpfeifen – Stadtrat Schmoll: «Forderungen des ADFC auf Erhöhung der Geschwindigkeit, obwohl Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben ist» und Mehr Disziplin von Fahrradfahrern gefordert – Stadtrat Werner Schmoll: «Weit verbreitetes Gehwegfahren in der Weststadt».

Wieder mal meldet sich Radel-Routinier Schmoll mit schönen Verbesserungsvorschlägen der Baden-Badener Radfahrerinnen und Radfahranfänger zu Wort. Beim OB erhört man dies gern mit offenem Auto-Ohr (links). Engstelle Festspiele:

Seit über 25 Jahren gibt es sie, eine Zeit, in der damals niemand über die mittellosen Radfahrer nachdachte, und fast ebenso lange benutze ich sie als Bewohner der Innenstadt, außer zu Zeiten, als die Radstrecke sinnigerweise hinter dem Festspielhaus stattfand und nicht durch die Engstelle. Wahrscheinlich steht sie nun unter Denkmalschutz, wie ich, Herr Schmoll und Fahrräder ohne Elektro.

 

Tatsächlich ist es so, dass der Radverkehr an dieser Stelle gebremst werden muss wegen dem Spielplatz dahinter, dem Fußgängereingang zum Parkhaus und den Verweilenden. Ebenfalls vielleicht wegen den Festspielen, die hier zu flanieren geruhen. Aber vielleicht nicht dadurch, dass hier regelmäßig Fußgänger und Radfahrer ineinander knallen, weil der Durchlass, eine Knallidee irgendeines Jungarchitekten, der den Kiosk zum Entwurf abgekriegt hat, schlechterdings nicht die Normbreite für einen gemischten Fuß- und Radweg erfüllt. Die Polizei weiß von nichts? Habe noch nie einen Polizist gesehen, da da durchgeradelt ist, außer vielleicht privat am Elektro.

Ganz klare Sache:
Wenn die Verlegung des Radwegs nach hinter das Festhaus unerwünscht ist, muss die verkehrsunsichere Engstelle am Kiosk, die Fußgänger fürchten, weg, U N D die Elektroradfahrerinnen durch hohe Bodenschwellen sowie Bodenquerstreifen abgebremst werden beidseitig des Spielplatzes also am Wirtshaus und direkt am Kiosk. Jedem, der Verkehr hat, ist das klar.
Gemacht wird das aber in den nächsten Jahrzehnten, solange noch Naturfahrräder öffentlich erlaubt sind, nicht. Ich brauche es auch nicht, denn ich bin noch in der Lage, anzuhalten und Fußgängern Vortritt zu gewähren.

Platz:
Eine einzige Engstelle ist der Festplatz am Häusle, der ist zugerumpelt mit Sperrmüll aller Art inkl. unbenutzter Tische und Stühle sowie wechselnder Autowracks. Wie sollen die Elektroradlerinnen da durchschießen?
Die querstehenden Einbauten verstellen die Sicht auf Fußgänger und zu allem Vergnügen halten da ja auch noch regelmäßig Tagesbusse mit 30-40 Schwerbehinderten zum Aussteigen.
Die ganze Platzkonstruktion ist eine Fehlkonstruktion und man kann nur sagen: Weg mit dem Radverkehr von dieser Rumpelkammer.

Engstelle Weststadt:

Die Schilder von Stadtrat Schmoll sind wunderbar anzuschauen, aber solange es Elektrofahrräder gibt, fahren die immer geradeaus der Nase nach. Gehweg guckt ja keiner, Elektro hat kein Nummernschild.
Ich glaube, ich bin der Einzige, der die krumme Radumleitung über die Fürstenbergallee zur Rheinstraße je benutzt (seit der Einrichtung), andere Radler hab ich da noch nie gesehen. Junge Fahrradplaner kennen nur ihresgleichen und setzen darum bei den Teilnehmern Abitur, und wenns geht noch Fachhochschule voraus, die Wirklichkeit sieht anders aus.
Ein Schild ändert am Abstraktionsvermögen der Teilnehmerschaft wenig. Hier müssen Sperrbügel ihre Wirkung entfalten.
Doch allein der Wegfall der Dauerbaustelle hat das Radeln in der Weststadt wieder beflügelt. Hierfür Dank.

Nun aber zur wahren Engstelle: HINDENBURG!

Dieser Schuft hat den Eingang zur Stadt zugenagelt, allein schon deshalb ist eine Umbennung in Frieder Burda oder Konrad Adenauer dringend erforderlich, wenn wieder Geld für Straßenschilder da ist.
'Der Fahrradverkehr ordnet sich ab dem Festspielhaus in den normalen Straßenverkehr wie im Bestand ein.' Diese harmlosen Worte schreibt die Stadt in ihr Verkehrsreglement. Wer jemals dort gefahren ist, weiß, von normal kann am Dengler-Buckel keine Rede sein.
Die armen Automobile müssen schnaufend in den 2. Gang und die teilnehmenden Elektroradler biegen die Kette bis zum Strömungsabriss.
Der einzige Radfahrer mit und ohne Motor, den ich da je getroffen habe, war jedoch ich selbst. Allerdings müssen sich die städtischen Konzeptersteller nicht wundern, wenn der gesamte übrige Radverkehr die Unterordnung verweigert und statt der 10-Prozent-Steigung den Weg über die Tallinie entgegen der angeordneten Verkehrsrichtung wählt und dann über den Gehweg.
Wie sollen 70-jährige Radfahrinnen mit/ohne Motor da oben hinauf und die in äthiopischem Zustand befindliche Kapuziner-Rampe wieder hinunter kommen? Wenn ich hinabradle, schießen am Badischen Hof von links immer die Damen und auch Elektroherren vom Trottoir.
Auch Schüler hab ich am Dengler noch keine gesehen, aber zum Schulbeginn hab ich auch noch nie oben kontrolliert.

Eine verzweifelte Dame fragte mich zu Beginn der Sperrung, wie sie denn nun zum Einkaufen in die Stadt radeln solle, und ich empfahl ihr, einfach an der Langen Straße zu schieben. Ich selbst bräuchte das nicht, weil ich gut am Pedal eingetreten bin. Schließlich bin ich übers Himmerleier gekommen mit Gepäck, an der höchsten und breitesten Stelle, und wer mehrere 4- und 5-tausender Pässe am Stück abradeln kann, kommt auch übers Dengler.

Ich wünsche allen schon mal viel Spaß beim Üben, vor allem dem Herrn Schmoll. Fangt am besten mit der Hornisgrinde an.

Rainer Jehl
Innenstadt ohne Auto


Wenn Sie auch einen Leserbrief an die Redaktion senden möchten, nutzen Sie bitte diese E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

In Ausnahmefällen veröffentlicht goodnews4.de Leserbriefe auch unter einem Pseudonym. Die tatsächliche Identität des Verfassers ist goodnews4.de in jedem Fall bekannt.

PDF «Spielregeln» für Leserbriefe an goodnews4.de


Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.