Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Es lebe der Kommerz“ – „Bilder der Schulkinder auf Ausweich-Umleitung Sophienstraße entsorgt“

Baden-Baden, 21.12.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Martin Müller-Petersen.

«Es lebe der Kommerz», ist der neue Hit auf dem Weihnachtsmarkt in Baden-Baden. Sinnbildlich dafür steht die Verlagerung der von Schulklassen gefertigten Glasmalereien, die bisher die Gasse im Kurpark als kleines Highlight des Weihnachtsmarktes geschmückt haben. Unter Missachtung der mit Begeisterung ausgeführten Schulkinderaktionen hat man diese Bilder zum Großteil nun auf die kaum frequentierte Ausweich-Umleitung Sophienstraße (Entschuldigung den Sophien-Boulevard; ha,ha,) entsorgt, die von Einheimischen und Touristen ohnehin nur genutzt wird, wenn in der stark frequentierten Gernsbacher Straße kein Durchkommen mehr möglich ist, und hat sie dort lieblos auf den Mittelstreifen gestellt auf dass sie niemand beachte. Dafür steht jetzt die Chefin der Baden-Baden-Tourismus im Kreis ihrer gastronomischen «Förderer» und singt engelsgleich das eingangs erwähnte Lied. Statt Bildern gibt es jetzt endlich etwas zu essen für die ausgehungerte Baden-Badener Bevölkerung. Generell ist leider festzustellen, dass immer mehr Waren den Markt dominieren, die mit Weihnachten absolut nichts zu tun haben.

 

Neben der Reduzierung der weihnachtliche Musik wurde nun also auch noch diese Bilderstraße eingespart. Es gibt unter der Baden-Badener Bevölkerung sicher einige reiche Mitbürger die bereit wären, als Sponsor (Gebührenzahler) für die weihnachtlich Musik aufzukommen. Aber wer will schon eine Gastronomische Großveranstaltung mit angeschlossenem Jahrmarkt finanzieren, der mit Weihnachten im ursprünglichen Sinn nur noch wenig zu tun hat.

Dieser sogenannte Weihnachtsmarkt reiht sich nahtlos in die Erfolglosigkeit einer unfähigen Stadtverwaltung und deren zuständige Abteilung, der Baden-Baden Tourismus GmbH ein. Warum werden von der Stadt Veranstaltungen favorisiert und womöglich auch noch gefördert, deren Durchführung nicht zum Vorteil, sondern eher zum Nachteil der örtlichen Geschäftswelt gereicht. Marktbeschicker sind im Prinzip Rosinenpicker, die nur lukrative Saisongeschäfte wahrnehmen, dazwischen aber im Gegensatz zu Ladeninhabern nicht mit Ladenmieten und Personalkosten belastet werden. Deshalb können sie auch entsprechende Standmieten bezahlen, die dem Stadtsäckel laut Frau Waggershauser sehr gelegen kommen. Dass es mehr Bewerber als Standflächen gibt, zeigt doch überdeutlich, dass viele Beschicker sich auf diesen Märkten eine goldene Nase verdienen. Wäre bei diesen Margen ja auch kein Wunder. In China gibt es einen Händler der auf 2.000 qm (!!) ausschließlich Weihnachtsartikel zu Preisen anbietet, die bei einem Bruchteil der hier verlangten Preise liegen. Das Sortiment deckt von der handbemalten Glaskugel bis zu «original» Südtiroler Schnitzereien die gesamte Weihnachtspalette ab.

Darüber sollte man an zuständiger Stelle vielleicht auch einmal nachdenken und nicht ständig über die sich häufenden Leerstände von Ladenlokalen in der Stadt jammern.

Martin Müller-Petersen
Baden-Baden


Wenn Sie auch einen Leserbrief an die Redaktion senden möchten, nutzen Sie bitte diese E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

In Ausnahmefällen veröffentlicht goodnews4.de Leserbriefe auch unter einem Pseudonym. Die tatsächliche Identität des Verfassers ist goodnews4.de in jedem Fall bekannt.

PDF «Spielregeln» für Leserbriefe an goodnews4.de


Zurück zur Startseite und zu den weiteren aktuellen Meldungen.