Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Finanzielle Probleme des SWR“ – „Den ganzen Tag Rate- und Kochsendungen“ – „Reduzierung der Gehälter, aber nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten“

Baden-Baden, 19.07.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Wolfgang Holstein Stellung zu dem goodnews4-Bericht SWR verprellt «älteres Publikum» – «Hier werden nun Mittel reduziert» – «Um Angebote für jüngere und digitalaffine Zielgruppen auszubauen».

Der SWR hat finanzielle Probleme, und nicht nur der SWR. Doch statt das Übel an der Wurzel zu packen und nachhaltige Einsparungen vorzunehmen, trägt man sich dort mit dem Gedanken das restliche Tafelsilber (Immobilien) zu verscherbeln. Das bringt zwar einmalig Geld in die Kasse, verhindert aber nur, dass der aktuelle Intendant zum Amtsgericht gehen muss, um Konkurs anzumelden. Dieser Gang ist also nur aufgeschoben. Wie könnte man aber nachhaltig Geld sparen?

Zunächst sei die Frage erlaubt, warum sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen 13 Intendanten leistet. Es gibt nur einen Bundeskanzler und nur einen Bundespräsidenten sowie jeweils nur eine Führungsperson für Deutschland in allen wichtigen Ämtern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Deutsche Reich von den alliierten Siegermächten in Bundesländer aufgeteilt. Seither gibt es in diesen Bundesländern 13 öffentlich rechtliche Rundfunk- und Fernsehanstalten, denen jeweils ein Intendant vorsteht. Jeder Intendant dieser Sendeanstalten verdient zwischen 250.000 und 350.000 Euro p.a. Allein hier ließen sich schon ca. 3,5 Millionen Euro p.a. sparen, wenn es nach dem Vorbild des ZDF nur noch einen Intendanten für die gesamte Bundesrepublik gäbe.

 

Weitere Einsparungsmaßen: Reduzierung der Gehälter, aber nicht von unten nach oben, sondern von oben nach unten. Also 20 Prozent Gehaltsverzicht bei allen, die über 10.000 Euro pro Monat verdienen. 10 Prozent bei allen, die über 5.000 Euro pro Monat verdienen, und 5 Prozent bei allen, die über 3.000 Euro pro Monat verdienen. Unter 3.000 Euro pro Monat erfolgt kein Abzug.

Des Weiteren sollte der Wildwuchs an Moderatoren beschnitten werden. Besonders gravierend war die Situation bei der EM im Fußball. Früher moderierte ein Reporter das Spiel und interviewte in der Halbzeit und nach dem Spiel verschiedene Spieler. Heute sitzt neben dem Reporter in der Kabine meist zusätzlich noch ein hochbezahlter Semi-Prominenter und gibt gelegentlich ungefragt seinen Senf dazu. Aber damit nicht genug, in der Halbzeit gibt es dann einen weiteren Moderator, der sich ebenfalls der Hilfe eines oder zwei hochbezahlter altvorderen Fußballern bedient, um eine Rückschau auf die 1. Halbzeit zu halten, welche doch jeder interessierte TV-Zuschauer bereits gesehen hat und die Zeit lieber nutzt die Toilette aufzusuchen, bzw. sich ein Bier aus dem Kühlschrank zu holen. Dies als Beispiel dafür, dass hier mindestens 3 Personen, die es wirklich nicht braucht, eingespart werden könnten. Oder beim Morgenmagazin; benötigt man wirklich 4 bis 6 Moderatoren, um Beiträge anzukündigen sowie Sportnachrichten und den Wetterbericht zu verlesen, die dann zusätzlich noch von diversen Außenreportern kommentiert werden?

Die Beispiele für Personalüberhang ließen sich Dutzendfach weiterführen, denn es gibt fast keinen Bereich in den Sendern, in denen nicht Personal eingespart werden könnte. Dies wird sogar von Insidern bestätigt! Besonders betrüblich sind für die Zuschauer die vielen, teils Mehrfach-Wiederholungen, welche in den letzten Monaten angeboten wurden. Und die kosten bekanntlich nichts, weil die Produktionskosten ja bereits bei Erstellung beglichen wurden. Also in welchen dunklen Kanälen verschwinden die Gebühren der Zuschauer? In einem hervorragenden Fernseh- und Rundfunkprogramm jedenfalls nicht, wohl eher im Personalbereich. Den ganzen Tag Rate- und Kochsendungen sowie Quassel-Talkshows mit inkompetenten Selbstdarstellern zu übertragen ferner Uralt-Wiederholungen mag vielleicht beim Publikum in Senioren- und Pflegeheimen noch Begeisterung hervorrufen, den Nerv der jüngeren TV-Zuseher trifft man damit jedenfalls nicht mehr. Somit gehören die Zwangsgebühren abgeschafft, was dann allerdings den kurzfristigen Konkurs des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zur Folge hätte. Was sicher kein Schaden wäre, denn wer zeitnah informiert werden möchte, nutzt andere Kanäle als die biedere Tagesschau, welche ohnehin streng zensiert wird (siehe fehlende Berichterstattung über den Mord an einem Familienvater in Uelzen durch einen kriminellen Asylanten), sonst würde womöglich die Volksseele überkochen und hätte noch mehr AfD-Wähler zur Folge. Es wäre extrem wichtig, auch in diesem Bereich für eine Zeitenwende zu sorgen, andernfalls die Tage des öffentlich-rechtlichen Fernsehens gezählt sind, denn auf Dauer werden sich die vielen Millionen Gebührenzahler diesen Unfug nicht mehr gefallen lassen.

Wolfgang Holstein
Baden-Baden


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