Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Fraglich, ob die SPD als möglicher Juniorpartner der CDU beim Nein von Olaf Scholz zu Taurus-Lieferungen bleibt“
Baden-Baden, 07.12.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung.
Dieses Szenario ist rein fiktiv: Ein fünf Meter langer und schmaler Flugkörper rast mit 800 Stundenkilometern in großer Höhe über die russische Steppe. Kurz vor der Stadtgrenze geht er in schrägen Sturzflug über und schlägt in einem Krankenhaus eines Moskauer Vorortes ein. Die Folgen: 36 Tote und über 90 Verletzte. Die Bilder gehen um die Welt. Zwei Tage später gelangen russische Spezialisten zu dem Ergebnis, dass es sich bei der Waffe um einen deutschen Marschflugkörper Taurus gehandelt hat. Dieses Waffensystem hatte die von Friedrich Merz geführte Bundesregierung nach vorherigen Konsultationen von Außenministerin Baerbock in Kiew erst sechs Wochen vorher an die Ukraine ausliefern lassen. Der Kreml macht Deutschland für die zivilen Opfer in Moskau verantwortlich. Dann versetzt Präsident Putin das Militär an den Grenzen zu den baltischen Staaten und Polen in höchste Alarmbereitschaft. Russische Geschwader laufen in die Ostsee aus. Hektische diplomatische Bemühungen zur Eindämmung der Krise in Washington, Moskau, Berlin, London und Paris. Doch es kommt nur zu weiteren Missverständnissen und Provokationen. Schließlich geschieht das Unfassbare: Russische U-Boote feuern Marschflugkörper auf den Marinestützpunkt der Bundeswehr bei Warnemünde. Auch in Wohnbezirken von Rostock und Bremen schlagen russische Raketen ein. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wer als erster auf den roten Atomknopf drückt: Trump oder Putin?
Dieses Szenario ist rein fiktiv – oder doch nicht? Friedrich Merz und Annalena Baerbock sind beide enthusiastische Befürworter der Lieferung des Taurus-Systems an die Ukraine. Mit dessen Hilfe soll Präsident Selenskyj den russischen Diktator Putin dazu zwingen, aus dem Donbass und Lugansk abzuziehen oder einer Friedenslösung ohne Gebietsabtretungen der Ukraine zuzustimmen. «Kollateralschäden» auf deutschem Boden scheinen für Merz und Baerbock dabei «eingepreist» zu sein. Sollte es nach den Bundestagswahlen am 23. Februar 2025 zu einer schwarz-grünen Koalition kommen, ist das obige Schreckensszenario gar nicht mehr so unrealistisch. Auch ist es fraglich, ob die SPD als möglicher Juniorpartner der CDU beim Nein von Olaf Scholz zu Taurus-Lieferungen bleibt. Ihr Verteidigungsminister Boris Pistorius scheint Taurus-Lieferungen nicht ganz abgeneigt zu sein.
Natürlich darf der Westen den völkerrechtswidrigen russischen Angriff auf die Ukraine nicht tatenlos hinnehmen und auch in der Ukraine werden demokratische Werte verteidigt. Aber dafür darf man doch nicht einen 3. Weltkrieg in Kauf nehmen! Haben CDU und Grüne sowie deren Parteispitzen denn absolut NICHTS aus der Geschichte gelernt?
Massive Aufrüstung, militärisches Säbelrasseln, Kriegspropaganda der Presse, Kraftmeierei, Nationalismus, in «Nibelungentreue» eingehaltene Beistandsverpflichtungen, verantwortungslose Provokationen und diplomatisches Versagen aller beteiligten Ländern in den Jahren vor 1914 haben Europa schrittweise in den vom US-amerikanischen Historiker und Diplomaten George F. Kennan als «Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts» bezeichneten Ersten Weltkrieg mit über 10 Millionen Toten taumeln lassen.
Deshalb sind die verantwortungslos an der Eskalationsschraube spielenden Parteien CDU und Grüne sowie deren Spitzenkandidaten für jeden deutschen Bürger, der noch halbwegs seinen Verstand beieinander hat, am 23. Februar 2025 absolut UNWÄHLBAR! Jeder sollte sich vor Abgabe seiner Stimme am Wahltag genau überlegen, welche Parteien für eine wirklich konsequente und die Sicherheit unseres Landes gewährleistende Friedenspolitik stehen und welche Parteien nur eskalieren und Deutschland in offene militärische Konflikte treiben.
Boris Fernbacher
Baden-Baden
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