Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Für das Kurhaus mit Steffen Ratzel einen ungeeigneten Geschäftsführer gewählt“ – „Haben sich Peter Behrens sowie Cornelia von Loga in Stuttgart doch nicht so engagiert eingesetzt, wie sie behaupten?“

Baden-Baden, 03.02.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Peter Kaminski Stellung zu dem goodnews4-Bericht Millionenverluste und Misswirtschaft staatlicher Unternehmen in Baden-Baden – Nun beklagt sich selbst die CDU-Abgeordnete von Loga – «Ohne Probleme offen zu kommunizieren».

Die Pläne des Landes Baden-Württemberg zur Privatisierung des Managements des Baden-Badener Kurhauses sorgen für Aufregung und auch Widerspruch. Per Ausschreibung sollen Vermietung, Vermarktung sowie die Bereitstellung gastronomischer Leistung im Bénazetsaal und den anderen Räumlichkeiten im ersten Obergeschoss in private Hand gegeben werden. Dies eröffnet angesichts des in den letzten Jahren defizitär und relativ erfolglos Gastrobetriebes im Kurhaus einerseits neue Chancen, birgt aber auch Risiken für unsere Stadt: So sieht der Freundeskreis Lichtentaler Allee die Gefahr, dass über die Belange des Kurhauses als «zentralem Bestandteil des historischen Kur- und Kulturerbes unserer Stadt», der auch «unsere Identität und den internationalen Ruf der Stadt prägt» nicht mehr von den Bürgern der Stadt bestimmt werden darf. Verliert die Stadt dann in Zukunft prestigeträchtige Veranstaltungen wie die Auszeichnungen der Sportler des Jahres, festliche Bälle oder auch politische Veranstaltungen, weil diese möglicherweise finanziell nicht so lukrativ für einen Pächter sind? Haben sich Peter Behrens von den Grünen sowie Cornelia von Loga von der CDU in der Causa Kurhaus in Stuttgart doch nicht so engagiert eingesetzt, wie sie behaupten? Oder ist ihr Einfluss auf ihre Parteikollegen in Stuttgart einfach zu gering? Erreicht haben sie bei der schwarz-grünen Landesregierung jedenfalls nichts.

 

Die Ursachen für die negativen Entwicklungen rund ums Kurhaus liegen in vielen Fehlern der dem Finanzministerium unterstellten Bäder- und Kurverwaltung Baden-Württemberg (BKV). Diese hat für das Kurhaus mit Steffen Ratzel einen ungeeigneten Geschäftsführer gewählt. Dieser freute sich, ohne große Erfahrung in der Branche einfach mal Gastronom spielen zu dürfen, und hat mit der dem Land gehörenden KHR Gastronomie GmbH den Betrieb voll an die Wand gefahren. Das im Kurhaus angesiedelte Restaurant Hectors lief seit seiner Eröffnung immer mit Verlusten: Ausbleibende Gäste, Mitarbeiter beklagten sich über ein schlechtes Betriebsklima und seitens der Geschäftsführung kaum Bemühungen, die Öffentlichkeit transparent über die Lage des Restaurants zu informieren. Jetzt ist das Hectors für mindestens sechs Monate geschlossen. In solch einem langen Zeitraum verliert man natürlich auch viele Stammgäste. Diese sechsmonatige Pause im Hectors war nötig, weil es sonst eine Betriebsübernahme gewesen wäre, die den neuen Pächter verpflichtet hätte, den Betriebsrat und die vielen langjährigen Mitarbeiter zu übernehmen. Die Entlassung von Mitarbeitern mag auf den ersten Blick unsozial wirken. Sie bietet aber auch die Chance auf einen Neuanfang mit frischem und noch nicht in langjähriger Routine erstarrten Personal.

Der linke Teil des Hectors und das Restaurant Kulisse soll in Zukunft dem Bereich Automatenspiel zugeschlagen, also mit dem Casinobereich vereinigt werden. Leider wird Baden-Baden von diesen zusätzlichen Angeboten zum Daddeln kaum profitieren. Das Hauptproblem dürften aber die Säle im oberen Bereich sein: Die dafür existierenden Pläne sind illusorisch, so dass man dafür wohl kaum einen Pächter finden wird. Fazit: Ob diese Privatisierungen im Kurhaus Baden-Baden zum Vor- oder Nachteil gereichen werden, muss die Zukunft zeigen. Eines ist aber jetzt schon sicher: Bei Entscheidungen, die unser Kurhaus betreffen, haben Stadt und Bürger in Zukunft Null Einflussmöglichkeiten. Das ist schade!

Peter Kaminski
Baden-Baden


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