Leserbrief „Meine Meinung“ – „Glaubwürdigkeit und Interessen – wohin steuert Baden-Baden?“
Baden-Baden, 16.06.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leserin Rita Maria Hirsch-Ursinus Stellung.
Ein Bürgerentscheid ist ein fundamentales Mittel der direkten Demokratie – er ermöglicht nicht nur Mitbestimmung, sondern bringt auch unbequeme Wahrheiten ans Licht. In der aktuellen Debatte um das Zentralklinikum drängt sich vor allem eine Frage immer stärker auf: Wie steht es um die Glaubwürdigkeit der politisch Verantwortlichen in unserer Stadt?
Seit Jahren wird von vielen Seiten gefordert, dass Baden-Baden seine überhöhte Beteiligung am Zentralklinikum – derzeit bei 40 Prozent – auf ein dem Bevölkerungsanteil entsprechendes Maß reduziert. Eine faire Beteiligung würde bei etwa 19,5 Prozent liegen. Lange hieß es, das sei «nicht verhandelbar». Nun, unter wachsendem finanziellem Druck, ist plötzlich doch eine Reduktion auf 29,5 Prozent möglich. Hat sich die Stadtverwaltung also jahrelang geweigert zu verhandeln – zum Nachteil der eigenen Bürgerschaft? Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit der Stadtspitze?
Nicht minder besorgniserregend ist die Rolle der Parteien. Die CDU Baden-Baden verbreitet in internen Schreiben Aussagen, die nicht nur ungenau, sondern für eine traditionsreiche Partei schlicht unwürdig sind. Dass ihr Kreisverband mittlerweile seinen Sitz in Rastatt hat, wirft zusätzliche Fragen auf: Wessen Interessen stehen hier im Vordergrund?
Auch die SPD Baden-Baden gibt ein fragwürdiges Bild ab: Auf ihrer Homepage wird nach wie vor behauptet, ein Bürgerentscheid sei nicht möglich – obwohl genau dieser längst Realität ist. Noch gravierender: In den sozialen Medien wird fälschlich behauptet, der Sitz der Klinikum Mittelbaden GmbH sei in Rastatt. Das ist schlicht falsch und zeugt von Desinformation oder Ignoranz.
Die Grünen wiederum schweigen auffällig laut. In der letzten Gemeinderatssitzung offenbarte ihre Fraktionsvorsitzende Frau Iding-Diehlmann, dass die Meinung des Kreisverbandes über der der Stadtfraktion stünde – ein bemerkenswerter Hinweis auf parteiinterne Hierarchien, die über das Wohl der Stadt gestellt werden. Auch hier: Wo bleibt die Glaubwürdigkeit?
eUnd was ist mit der Klinikum Mittelbaden GmbH? Anstatt sich neutral zu verhalten, betreibt die Geschäftsführung aktiv Stimmung gegen den Bürgerentscheid – mit fragwürdigen Flyern und personeller Präsenz an Infoständen. Warum? Die medizinische Qualität eines Zentralklinikums hängt doch nicht vom Standort ab – ob Baden-Baden oder Rastatt. Also: Welche Interessen stehen hier im Raum?
Am Ende bleibt der Eindruck: Viele Akteure hoffen darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger vergessen, was gerade geschieht. Doch Baden-Baden ist aufmerksamer, als manche glauben. Auch wenn derzeit keine Kommunalwahl ansteht – die Menschen werden sich merken, wer ihre Interessen vertritt und wer nicht.
Die Frage, die sich alle Bürger stellen sollten, lautet: Wem können wir noch glauben? Und wer handelt wirklich im Sinne Baden-Badens?
Rita Maria Hirsch-Ursinus
Baden-Baden, Neuweier
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