Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Ich denke an das von Daniel Barenboim gegründete West-Eastern Divan Orchestra, in dem junge Israeli und Palästinenser Seite an Seite musizieren“
Baden-Baden, 12.10.2024, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung.
Präludium: Der Hass der deutschen Kartellparteien auf Russland und die Alternative für Deutschland (AfD) steigert sich jeden Tag zu immer absurderen Blüten. Ganz vorn mit dabei bei dieser Hetze wie immer natürlich die Partei der Grünen. Inzwischen wird von ihnen sogar die Klassische Musik für den ideologischen Kampf missbraucht.
Allegro: Matthias Moosdorf, ein international anerkannter Cellist, hat über 120 Tonträger mit dem Leipziger Streichquartett eingespielt, war Solocellist im Leipziger Kammerorchester und lehrte über 10 Jahre lang an der Leipziger Hochschule Violoncello und Kammermusik. 2016 trat er der AfD bei und ist seit 2021 Bundestagsabgeordneter dieser Partei. Jetzt nahm er eine Honorarprofessur an der Moskauer Gnessin-Musikhochschule an. Diese ist keine 08/15-Hochschule, sondern weltweit eine der anerkanntesten Elitehochschulen für Musiker. Absolut verständlich, dass ein Musiker solch ein Lehrangebot nicht ausschlägt. Nur Konstantin von Notz von den Grünen sieht das anders und versucht den Musiker mit folgenden Worten in die Nähe des Putin-Regimes zu rücken: «Einmal mehr wird deutlich, wie eng die Drähte zwischen Moskau und der AfD sind. Wie man als außenpolitischer Sprecher glaubhaft Politik machen will, während man sich Diktaturen über Honorarprofessuren finanzieren lässt, weiß wohl nur die AfD selbst.»
Andante: Sorry, aber Herr von Notz und seine Grünen wissen anscheinend überhaupt nicht was Musik ist. In ihr gibt es nur 12 Töne, Dur und Moll, piano und forte, crescendo und descrescendo – da existiert kein Putin oder Selenskyj, keine NATO, keine Drohnen und Raketen und auch keine AfD. Herr Moosdorf wird den Studenten in Moskau nur beibringen, wie man ausdrucksvoll auf dem Cello musiziert, eine Partitur liest und versteht oder ein Streichquartett instrumentiert. Er lehrt dort nicht Militärstrategie, Politik oder Raketentechnik.
Scherzo: Klassische Musik war schon immer international. Im Barock reisten deutsche Musiker nach Italien, um den dortigen Meistern die letzten Kniffe abzulauschen. Der Pole Frédéric Chopin musizierte in den Salons von Paris. Später studierten tschechische und norwegische Violinisten in Berlin, deutsche und französische Pianisten in St. Petersburg oder Moskau und Italiener oder Spanier in Paris. Musik ist die beste Brücke der Völkerverständigung. Über sie lernt man Verständnis für andere Menschen und Kulturen zu entwickeln. Ich denke dabei besonders an das von Daniel Barenboim gegründete West-Eastern Divan Orchestra, in dem junge Israeli und Palästinenser Seite an Seite musizieren. So lernen sie, dass es sinnvoller ist, gemeinsam Musik zu machen, als sich gegenseitig mit Raketen zu beschießen. Gerade in Zeiten zunehmender Spannungen zwischen Russland und dem Westen muss man die kulturellen Kontakte und Begegnungen fördern anstatt sie wie die Grünen mutwillig einzureißen.
Finale: Zur kulturellen Ignoranz des Herrn von Notz und seiner grünen Mitstreiter passt es, dass die Kulturbeauftragte Claudia Roth erst vor kurzem dem Répertoire International des Sources Muscicales (RISM) - einer für Musiker unverzichtbaren Organisation, die weltweit musikalische Quellen und Handschriften dokumentiert – die finanzielle Unterstützung gestrichen hat. Aber was will man denn auch von einer Frau erwarten, für die Klänge der Anarcho-Band Ton Steine Scherben oder Songs zum «Kampf gegen Rechts» aufstachelnde Songs der Punk-Band Die Toten Hosen anscheinend den Höhepunkt der abendländischen Musikgeschichte darstellen.
Boris Fernbacher
Baden-Baden
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