Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „Ich verstehe nicht, warum auf goodnews4 noch kein Leser Herrn Jung kritisiert hat“
Baden-Baden, 09.02.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Rudolf Rust Stellung.
Nun denn, am 8. März 2026 geht es um die Wurst! Pardon, natürlich um die Wahl qualifizierter Landtagsabgeordneter und für uns noch wichtiger: die Wahl des Oberbürgermeisters für Baden-Baden. Bei der Wahl zum Landtag 2021 blieb jeder Dritte Wahlberechtigte der Urne fern. Umso erschreckender, dass bei der Abwahl von Margret Mergen als Oberbürgermeisterin im März 2022 die Wahlbeteiligung knapp unter 38 Prozent lag. Über die seitdem vergangene Zeit und das Wirken von OB Späth breitet man am besten den Mantel des Schweigens – es erinnert zu sehr an Schilda. Tatsache ist jedenfalls, dass sich die Stadt seitdem in vielen Bereichen negativ entwickelt hat.
Da das Amt des Oberbürgermeisters vakant ist, übernehmen die beiden Dezernenten, Erster Bürgermeister Alexander Wieland und Bürgermeister Dr. Tobias Krammerbauer dessen Aufgabenbereiche. Auf die Frage nach einer möglichen Kandidatur haben beide abgewinkt, keiner wollte kandidieren. Da muss man doch annehmen, sie wollen ihr Pulver trocken halten und dann OB in einer «richtigen» Stadt werden. Oder sind sie zum Schluss gekommen, mit diesem Gemeinderat sei kein Staat zu machen?
Auch der Gemeinderat, der über achtzig Beine verfügt, von den Köpfen wollen wir mal hier und heute schweigen, hat aus seinen Reihen keinen Kandidaten hervorgebracht – außer dem der AfD, Herrn Arpaschi. Das ist ein Armutszeugnis für alle anderen im Gemeinderat vertretenen Parteien und Wählervereinigungen – es kandidieren fast nur «Unabhängige» ohne Unterstützung der im Gemeinderat vertretenen Organisationen! Liegt das vielleicht daran, dass der Alte aus Neuweier der Meinung ist, es sei ihm egal, wer unter ihm Fraktionsvorsitzender oder Oberbürgermeister ist?
goodnews4 hat seine Leser gefragt, welchen der Kandidaten sie zum Oberbürgermeister wählen würden. Selbst wenn das Ergebnis nicht repräsentativ ist, hat die Umfrage doch die Spreu vom Weizen getrennt. Auf die ersten drei Plätze kamen Thomas Jung, Alexander Arpaschi und Frau Lencke Wischhusen. Nachdem ich das goodnews4-Interview mit Frau Lencke Wischhusen gelesen habe, kann ich immerhin feststellen, dass sie sich in Allgemeinplätze flüchtet, Mängel im sprachlichen Ausdruck hat und, pardon, vor allem eines ist: blond. Das goodnews4 Interview mit Herrn Arpaschi war insgesamt erfreulich, er spricht konkrete Problembereiche der Stadt an, vor allem sagt er: «Finanzen, Finanzen, Finanzen.» Er hat den Vorzug, als Ratsherr zu wissen, was unsere Verwaltung kann – und was sie nicht leistet. Man kann ihm auch als einzigem Kandidaten nicht den Vorwurf machen, aus finanziellen Gründen das Amt des OB anzustreben, denn: er würde ein vergleichbar dotiertes Bundestagsmandat aufgeben. Es ist zu vermuten, dass lupenreine Demokraten trotzdem ein Problem mit Herrn Arpaschis Parteizugehörigkeit haben.
Nun zum Erstplatzierten, Herrn Thomas Jung, der bei der Umfrage knapp an der absoluten Mehrheit vorbeischrammte. Da fragt man sich schon, wie kommt der nette, ältere Herr zu solch hohen Sympathiebekundungen? Zunächst einmal: der Name ist irreführend, denn Thomas Jung ist schon ziemlich alt: er ist seit dem Herbst 2025 Rentner, also wohl Mitte 65. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder, noch so klein. Deren Zukunft abzusichern ist ein verständliches Ziel, oder? Vermutlich singt er sie abends in den Schlaf: «Eia POP-eia, das ist eine Not./ Wer schenkt mir ein Heller,/zu Zucker und Brot?» Da ist der Gedanke, das karge Rentnerdasein mit dem Gehalt eines OB von rund 200.000 EUR pro Jahr aufzubessern doch naheliegend, oder? Thomas Jung «He is an honourable man, but he is ambitious!»
Thomas Jung war lange Jahre, sogar Jahrzehnte Programmdirektor beim SWR, konkret zuständig für SWR3, die PopUnit. Somit Teil des Systems, welches von den Haushalten in diesem unserem Land Zwangsabgaben (monatlich 18,36 Euro – für Pop und «viel heiße Luft») einzieht, vormals als GEZ bekannt – und das sogar, wenn jemand keinen Fernseher hat. Der Ruhestand wird ihm durch die üppige Pension des SWR versüßt. Der Sender weist für 2024 einen Verlust von ca. 33 Mill. Euro aus, die entsprechen, wie seltsam, auch den Ausgaben des SWR für Pensionen. Ja, er ist Experte in Event-Kultur, hat er doch Baden-Baden Jahr für Jahr mit einem Pop-Festival beschenkt, welches regelmäßig den Verkehr an die Grenzen brachte und die halbe Innenstadt beschallte. So jemand wie Herr Jung passt ganz prima zu Baden-Baden und zu Frau Waggershauser, die, wie man weiß, auch Expertin für Events ist. Auch hinsichtlich der Fähigkeit, mit dem vorhandenen Geld nicht auszukommen, hat der SWR und sein Ex-Programmdirektor viel mit der Verwaltung der Stadt Baden-Baden gemeinsam. Der Südwestrundfunk (SWR) hatte im Geschäftsjahr 2024 1.306.000.000 Euro, sprich 1,306 Milliarden Euro zur Verfügung. Es hat nicht gereicht! Für Baden-Baden ist das Budget natürlich wesentlich geringer, dafür hat die Stadt viel mehr Beschäftigte als die Pop-Up für Redaktion und Moderation, Technik und Verwaltung beschäftigt. Ob er dafür ausreichend qualifiziert ist?
Laut SWR sendet SWR3 «tatsächlich bis zu elf Stunden am Tag für nahezu alle Popwellen in Deutschland, ab abends und die Nacht und auch am Wochenende und so weiter». Diese Aufgabe wird 25 Moderatoren, 54 Mitarbeitern in der Redaktion, sowie Verwaltung und Technik gemeistert. Arbeiten alle nur eine halbe Stunde pro Tag? Effizient scheint mir das aber nicht zu sein! Oder wieso ist das Aufrufen der Songs von der Festplatte so kompliziert?
SWR3, der POP-Sender, hat eine Reichweite von 3,3 Millionen Hörern täglich, dies entspricht der Reichweite der Sender SWR1, SWR Klassik und SWR4 zusammen. Das ist keine Kleinigkeit! Wie man allerdings behaupten kann, der SWR erfülle mit POP-Up den Bildungsauftrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, das ist mir schleierhaft. Ist es nicht eher so, dass der Konsum von POP süchtig macht wie TIKTOK oder andere soziale Netze? Führt dies bei Jugendlichen nicht zu Konzentrationsschwächen und dem Schwinden unserer Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen? Kein Wunder, dass die Anforderungen im Abitur immer weiter nach unten nivelliert werden müssen!
Die breite Zustimmung für Thomas Jung bei der goodnews4-Umfrage deutet darauf hin, dass die Verdummung auch älterer Jahrgänge inzwischen weit fortgeschritten sein muss. Da gilt wohl wieder das Zitat: «Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber.»
Im Interview mit goodnews4 sagt Thomas Jung sinngemäß: Es läge ihm etwas am Herzen. Dazu kann ich nur feststellen: Wer solche Probleme hat, der sollte seinen Internisten oder den Apotheker um Rat fragen. Um den Karren Baden-Baden aus dem Dreck zu ziehen, fallen mir nur zwei Namen ein: mein eigener 😊 und der von Frau Margret Mergen!
Rudolf Rust
Baden-Baden
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