Leserbrief

Leserbrief „Meine Meinung“ – „Im Baden-Badener Theater anscheinend gehorsam dem links-grünen Zeitgeist…“

Baden-Baden, 24.05.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Boris Fernbacher Stellung zu dem goodnews4-Bericht OB Späth präsentiert am Dienstag neue Leitung für Theater Baden-Baden – Erinnerung an Mutter Courage und das Lustspiel.

Am kommenden Dienstag wird Oberbürgermeister Späth gemeinsam die neue Leitung des Theaters Baden-Baden präsentieren. Dies sollte Anlass sein, einen näheren Blick auf die Leistungen unseres Schauspielhauses zu werfen. Als ich neulich das Programmheft für die Spielzeit 2024/2025 durchgeblättert habe, verging mir bei der Beschreibung etlicher Stücke gleich jegliche Lust, mich mal wieder in den Anzug zu schmeißen und einen schönen und geistig anregenden Abend im Theater zu verbringen:

Das Stück #TooUglyFor-Cinderella von Imela Jane Purvis greife «mit pointiertem Witz und Ironie die schwierigen Themen sexualisierte Gewalt und Mobbing in der Theaterbranche auf». In Prima Facie von Suzie Miller geht es um eine Anwältin, die erfolgreich männliche Sexualstraftäter verteidigt, bis sie selber von einem ihrer Kollegen vergewaltigt wird. In On the Move der American Drama Group wird gleich «ein ganzes Kaleidoskop an gesellschaftlichen Themen verhandelt: Migration, Vorurteile, moderne Sklaverei, Menschenrechtsverletzungen». Das Stück sei «hochpolitisch» und ein absolutes «mustsee» für jeden aufgeweckten Menschen. Über das Werk Lyonesse von Penelope Skinner schreibt BNN, dass es um «weibliche Selbstbestimmung, #MeToo und das patriarchal geprägte System» gehe. Das einzige, was in diesem regenbogenfarbenen Politzirkus noch fehlt, wäre eine Neuinszenierung von Schillers Jungfrau von Orleans mit der Klimakleberin und Antisemitin Greta Thunberg als tapfer und aufopferungsvoll gegen den Klimawandel und die Gas-Lobby kämpfende Heldin.

 

Wokeness, Feminismus, Patriarchat, Political Correctness, Antirassismus, Diversity, die Verherrlichung von Masseneinwanderung, #MeToo – genauso wie in unserer Staatlichen Kunsthalle (siehe mein Leserbrief vom 24.102024), hat man sich im Baden-Badener Theater anscheinend gehorsam dem links-grünen Zeitgeist verschrieben. Das ist eher moralisierende und politisch korrekte Erziehungsanstalt für Erwachsene anstatt zum eigenen Nachdenken anregendes Theater für selbständige und mündige Bürger. Andere aktuelle und drängende, aber gerne «unter den Teppich gekehrte» Probleme, wie beispielsweise die von Islam und Massenmigration ausgehenden Gefahren oder die Corona-Zeit, bleiben im Programm natürlich ausgespart. Man könnte ja auch mal den Roman Unterwerfung von Michel Houellebecq aufführen, der die Machtübernahme durch eine islamische, Scharia sowie Polygamie einführende Partei in Frankreich darstellt. Das Deutsche Schauspielhaus hat dieses Stück vor einigen Jahren bereits erfolgreich aufgeführt. Wie wäre es mit dem Stück Leben – was sonst! von Wolfgang Malischewski, in dem es um die Einsamkeit und das Gefühl des Weggesperrtseins in Zeiten staatlich verordneten Corona-Ausgangssperren geht. Oder mal ein Stück über verarmte und von Mini-Rente lebende deutsche Rentner oder Bürgergeldempfänger, wie beispielsweise Moritz Rinkes Café Umberto. Und wo findet man im Spielplan eigentlich die Werke, welche sich abseits von Gesellschaftskritik und politischem Aktivismus mit den klassischen, existenziellen Fragen des Einzelnen, wie Liebe, Schuld, Tod, Suche nach einem sinnerfüllten Leben, Angst, Vergebung, Leid oder Verantwortung auseinandersetzen?

Man kann nur hoffen, dass die neue Leitung unseres Theaters für mehr politische Ausgewogenheit steht und den Fokus seines Programms in Zukunft nicht nur auf die in meinem Leserbrief beschriebenen gesellschaftlichen «Mode-Themen» legt.

Boris Fernbacher
Baden-Baden


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