Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „In Baden-Baden Bettensteuer einzuführen Paradebeispiel für linksideologisches Robin-Hood-Denken“ – „Übernachtungszahlen bei etwa 85 Prozent des Vorcoronaniveaus“
Baden-Baden, 10.01.2026, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Adriano Trovato Stellung.
Die Forderung von Frank Schmitt in seinem Leserbrief, in Baden-Baden eine Bettensteuer einzuführen, ist ein Paradebeispiel für jenes linksideologische Robin-Hood-Denken, das Deutschland wirtschaftlich zunehmend auf die Verliererstraße bringt. Statt Wachstum zu ermöglichen, soll erneut eine der wenigen noch funktionierenden Branchen zusätzlich belastet werden – der Tourismus. Das ist nicht sozial gerecht, sondern ökonomisch kurzsichtig und gefährlich.
Herr Schmitt wirft mit Zahlen um sich, ohne sie einzuordnen. Er nennt gleich die höchste Bettensteuer Deutschlands von 7,5 Prozent – ohne zu erklären, warum ausgerechnet dieser Extremwert als Maßstab dienen soll. Ebenso verschweigt er, dass es bundesweit nur eine relativ kleine Zahl von Städten ist, die überhaupt eine Bettensteuer erheben. Das Modell ist also keineswegs der Standard, den er suggeriert. Noch gravierender ist jedoch, dass Herr Schmitt offenbar keine Kenntnis über die tatsächliche Lage des Tourismus in Baden-Baden hat. Die Übernachtungszahlen liegen nach wie vor nur bei etwa 85 Prozent des Vorcoronaniveaus von 2019, während Deutschland insgesamt dieses Niveau längst überschritten hat. Baden-Baden hinkt also hinterher – und genau deshalb ist es brandgefährlich, den Standort weiter zu verteuern. Die fehlenden Gäste treffen nicht nur die Hotels, sondern auch Gastronomie, Einzelhandel und die gesamte Innenstadt. Das Ladensterben, über das so viel geklagt wird, ist auch eine direkte Folge des ausbleibenden Tourismus. Wer nun auch noch eine zusätzliche Abgabe auf Übernachtungen fordert, sägt an dem Ast, auf dem Baden-Baden sitzt.
Baden-Baden lebt vom Tourismus. Punkt. Wer das ignoriert, ignoriert die wirtschaftliche Realität dieser Stadt. Gerade jetzt, wo sich Baden-Baden ohnehin in einer schwierigen Phase befindet, wäre eine Bettensteuer von 7,5 Prozent ein hochriskantes Experiment mit absehbar negativen Folgen: weniger Gäste, sinkende Umsätze, weniger Gewerbesteuer, mehr Leerstände.
Statt neue Belastungen zu erfinden, sollte die Stadt darüber nachdenken, wie sie attraktiver wird – für Gäste, für Investoren, für Leben und Aufenthalt. Mehr Qualität, mehr Angebote, mehr Anziehungskraft – nicht mehr Abgaben.
Auch die Andeutung, Baden-Baden habe «überzogene Hotelpreise», ist schlicht falsch. In Wahrheit führen die ausbleibenden Gäste zu einem harten Preiskampf, der die Preise bereits heute drückt. Die Gewinnmargen in der Hotellerie sind gering, die Kosten hoch. Eine zusätzliche Steuer würde nicht «die Reichen» treffen, sondern vor allem Betriebe und Arbeitsplätze gefährden. Im Ergebnis bleibt der Eindruck: Frank Schmitt argumentiert ideologisch, nicht faktenbasiert. Wer ernsthaft Verantwortung für Baden-Baden übernehmen will, sollte zuerst die wirtschaftliche Realität dieser Stadt verstehen – bevor er mit populistischen Forderungen den letzten Wachstumsmotor weiter abwürgt.
Adriano Trovato
Baden-Baden
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