Leserbrief
Leserbrief „Meine Meinung“ – „KI erspart Verwaltungspersonal“ – „Trotzdem findet sich in Baden-Baden kein Straßenkehrer“
Baden-Baden, 05.04.2025, Leserbrief In einem Leserbrief an die Redaktion nimmt goodnews4-Leser Wolfgang Holstein Stellung.
In dieser Woche fand die Hannover-Messe statt, und wenn ich nicht schon so alt wäre, würde ich mir große Sorgen machen, aber nicht um Krieg, dumme Politiker, oder schwachsinnige Entscheidungen eines amerikanischen Präsidenten, sondern um die blitzartige Entwicklung von Robotern und KI.
Mittlerweile gibt es für Roboter und KI Anwendungsgebiete, die man vor noch nicht zu langer Zeit für unmöglich gehalten hätte und zwar auf allen Gebieten. Im medizinischen Bereich ebenso wie im militärischen Bereich oder im Ablauf des täglichen Lebens privat wie auch beruflich. Privat kennen wir mittlerweile schon die vielen kleinen Helferlein, die das Leben der Hausfrau, des Hausmannes erleichtern. Beruflich gibt es zwar schon seit Jahren Industrie-Roboter ,die viele Arbeitsabläufe genauer und schneller erledigen können, wie die menschliche Arbeitskraft, aber in der Verwaltung haben sich Roboter noch nicht durchgesetzt, sind aber auf einem guten Weg. Der Continental-Chef von Hirschheydt bestätigte den Abbau von 10.000 Stellen mit der Nutzung der generativen künstlichen Intelligenz (KI). Mit der Einführung habe man vor 3 Jahren begonnen und ernte jetzt die Früchte. KI wird zwar (noch) nicht die Kreativität der Menschen bei der Entwicklung neuer Produkte ersetzen, aber wenn man beispielsweise ein neues Produkt in Neuseeland verkaufen wolle, dann hat sich früher ein Mitarbeiter mühsam und langwierig durch alle diesbezüglichen Vorschriften des Empfängerlandes gekämpft, während diese heute durch KI praktisch auf Knopfdruck zur Verfügung stehen. Soweit die Aussagen des Chefs eines er größten deutschen Industrieunternehmens.
«KI wird jetzt mit brachialer Geschwindigkeit Einzug halten in den Unternehmen. 2025 wird das Jahr der KI», sagt Prof. Peter Burgräf, Inhaber des Lehrstuhls für Produktionsmanagement an der Uni Siegen. Allerdings hat Deutschland hier noch enormen Nachholbedarf, wenn es den internationalen Anschluss nicht verlieren will. In Deutschland ist erst in 45 Prozent aller befragten Unternehmen KI im Einsatz, in China bereits in 94 Prozent aller Unternehmen!
Auch bei der EU erwägt man wegen Einführung der KI 8000 Dolmetscherstellen abzubauen. Dies wurde bereits in einem früheren Leserbrief in den goodnews4 erwähnt. Vor einigen Tagen war in der Tagesschau zu sehen, wie der inhaftierte türkische Oppositionspolitiker Imamoglu auf einer Bühne eine aktuelle Rede gehalten hat, obwohl dies aufgrund seines Gefängnisaufenthaltes unmöglich ist. Man hat KI genutzt, um einen für das bloße Auge kaum erkennbaren Android diese Vorstellung durchführen zu lassen.
Auch speziell in der öffentlichen Verwaltung würde der Einsatz von KI viel Personal sparen. Es ist für einen KI-Roboter beispielsweise ein leichtes, alle aktuellen Vorschriften und Gesetze aus bestimmten Bereichen zu speichern, was ihn in die Lage versetzt, Anträge und Eingaben von Bürgern schnell zu bearbeiten, und zwar 24 Stunden am Tag, ohne Urlaub, ohne Krankheitstage, ohne Pinkel-, Vesper- und Rauchpausen. Kurz der Traum aller Arbeitgeber. Es ist aufgrund der finanziellen Situation in den Behörden, wie auch in den Verwaltungsstarken Firmen keine Frage ob, sondern ab wann die KI eingesetzt wird. Aber was geschieht dann mit dem überflüssigen Personal? Bereits jetzt werden von öffentlichen Stellen alle Arbeitslosen aufgefangen, die zumindest lesen und schreiben können damit die Arbeitslosenstatistik nicht ausufert und für Unruhe im Volk sorgt. Der Apparat an öffentlichen Angestellten bläht sich unnötigerweise immer mehr auf, während die Privatwirtschaftlichen Betriebe Personal abbauen.
Baden-Baden hat beispielsweise mit 7,4 Prozent jetzt schon die höchste Arbeitslosenrate im Arbeitsamtsbezirk Karlsruhe. Trotzdem findet sich in Baden-Baden kein Straßenkehrer oder Dienstleister in sonstigen Gewerken mit geringem Anforderungsprofil. Wie wird das erst, wenn auch noch mehrere hundert Verwaltungsangestellte mit geringer Qualifikation zu diesem Arbeitslosenheer stoßen? Und damit sind wir wieder bei den eingangs geäußerten Sorgen.
Wolfgang Holstein
Baden-Baden
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